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Periodical volume 6. Mai 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

b c v SA l t g e m e i n h e i t , e r h  a l t e n b l e i b en im I r r t u m  befindet, w enn er das Gegenteil a n ­
»i ü j f e n. n immt.
< S e h r  richtig!j Ein Antrag  auf S ubven tion  ist allerdings vor 
D as  ist meines Erachtens überhaupt der springende zwei J a h r e n  abgelehnt w o rb en ; aus  welchem Grunde, 
Punkt bei allen diesen Anlagen, daß nicht die kann ich ans den Akten nicht feststellen.
schönsten S te llen  des Grunewalds, nicht die Ufer 
der S e e n  und der Flüsse an einzelne, die dort S tad tv . l)r. Frentzel: M eine Herren, als Unter­
elegante Villen zu bauen in der Lage sind, abgegeben zeichner des Antrages des Herrn Kollegen S ta d t ­
werden, sondern daß d i e  U f e r  st r e c k e n  u n t e r  hagen möchte ich auch gleich im N am en  meiner 
a l l e n  U m st ä n d e n i n  e i n e r  g e w i s s e n F reunde  zum Ausdruck bringen, daß «vir diesem 
B r e i t e  d e m  P u b l i k u m  f r e i g e h a l t e n  Antrag am allersympathischsten gegenüberstehen, 
w e r d e n k ö n n e n ;  mögen dann dahinter nach und daß «vir hoffen, daß der Magistrat nicht nur 
der Ansicht mancher sich auch kleine Villenstraßen M itte l  finden «vird, die Bestrebungen des Berliner 
ansiedeln, das Ufer m uß frei bleiben. Ich  glaube, Waldschutzvereins zweckmäßig zu unterstützen. Ich  
nach dieser Richtung hin wird auch hier in der V er­ lege auf eine derartige Zentralstelle, welche alle 
sammlung Einmütigkeit herrschen, mag der eine divergierenden Bestrebungen nach dieser Richtung 
oder andere auch sonst noch weiter gehen «vollen. zusammenfaßt, das größte Gewicht, und ich halte 
Ich  glaube daher auch, daß es allen möglich es nu r  für eine Pflicht der K ommunen, w enn sie 
sein «vird, dem Antrage, den wir gestellt haben, und derartige Bestrebungen, sei es durch finanzielle 
der ja sehr maßvoll ist, zuzustimmen, und ich hoffe, Beihilfe, sei es durch tätige M itarbeit, so un te r ­
daß bei einmütiger Annahme er auch den gewünsch­ stützen, daß wirklich etivas Gesundes und O rden t­
ten Erfolg beim Magistrat haben «vird, und daß er liches dabei herauskommt. Ic h  bin fest überzeugt, 
auch dann den Nutzen stiften «vird, daß der W ald­ daß der Magistrat, wenn er sich mit diesem Antrag 
schutzverein seinen Bestrebungen noch mehr als in seiner demnächstigen Sitzung beschäftigen «vird, 
bisher und besonders auch in unserer Nachbarschaft sehr bald seine Ansicht auch zu einer Vorlage in dieser 
nachkommen kann. Hinsicht verdichten wird, die sicher unsere wärmste 
(B r a v o !) Zustim m ung finden kann.M eine Herren, daß Charlottenburg vor allen 
B orfteher-Stellvertr. I)r. Hubatsch: Ich  möchte anderen  Vororten, ich möchte beinahe sagen: die 
diejenigen Herren, die das dringende Bedürfn is  Verpflichtung hat, für den Waldschutz, besonders 
haben, sich zu unterhalten, bitten, das e tw as leiser den des G runew aldes, e tw as zu tun, das wird 
zu tu n ;  sonst müssen die Redner ihre S t im m e  gar jedem klar geworden sein, der einmal in den letzten 
zu sehr anstrengen, wie das eben der Fa ll  ge­ Wochen die neu eröffnete Strecke nach dem Reichs­
wesen ist. kanzlerplatz gefahren ist und dort gesehen hat, wie das Publikum nicht n u r  an den w arm en  letzte«« 
Stad trat S eyd el: Ich  möchte n u r  ganz kurz Tagen, sondern auch an  den kalten T aegn , die «vir 
erwähnen, daß ein gleicher Antrag, wie er hier vordem hatten, in Massen hiilausgeströmt ist in die 
der S tadtverordnetenversam m lung vorliegt, auch nunm ehr beinahe vor die S ta d t  gerückten W älder 
dem Magistrat unterbreitet ist. Es  w aren noch V or­ und Gehölze. J ed e r ,  der e inigermaßen F reude  an  der 
arbeiten erforderlich, besonders hinsichtlich der Ber- N a tu r  hat, der sich inbesondere auch darüber freut, 
«vendung von Arbeitslosen, bevor der Antrag dem w enn diese F reude an  der N a tu r  von recht vielen 
Magistrat unterbreitet «verden konnte; dies wird geteilt wird, wird n u r  m it großem Wohlbehagen 
aber in der nächsten Sitzung geschehen. gesehen haben, wie die M enge sich in die W älder 
rechts und links zerstreut. Leider wird dieses Gefühl 
Speziell wegen der Verwendung von Arbeits­ der F reude eine gewisse Einschränkung erlitten 
losen und von O rtsa rm en  für die Reinigung der haben, «venu er nicht nur  die B äu m e  gesehen hat, 
W älder möchte ich gegenüber dem Herrn Referenten sondern auch die Plakate an den B ä u m e n :  „Besitz 
einiges bemerken. Wir haben uns  an Oberschöne­ der Terraingesellschaft Soundso. Wegen Verkauf 
weide gewendet, das angeblich mit jener M a ß ­ von Parzellen «volle m an  sich da uird da melden". 
nahme Erfolg gehabt haben soll. U n s  hat Ober- Diese Plakate an den B äum en , welche geradezu 
schöneiveide geantwortet, daß die Bestrebungen, schon zu ihrer Fä llung  einladen, haben mich an  die 
O rtsa rm e zur Waldreinigung zu verwenden, Erfolg durch Thackerap bekannt gewordenen Schildkröte«« 
n i c h t  gehabt haben. Diesem Teile des Antrags in  den Läden Londo««s erinnert, die, noch 
des Vereins wird also wohl nicht stattgegeben leberrd, auf ihrem Rücken die Inschrift tragen: 
«verden können, zumal «vir, wie die Verhältnisse „Soup to morrow — m orgen S u p p e " .  M a n  
liegen, einen unm itte lbaren Einfluß auf die A us­ weiß ganz genau: diese B äu m e werden nicht 
führung der Arbeiten im Grunewald  nicht haben. mehr lange da stehen, sondern großen Häusern 
Es «vird sich dann  ferner um  Zahlung eines Platz machen. D as  wird nicht nur bei den T erra in s  
B eitrags für den Verein handeln. Hierzu «vird der Fa ll  fein, die bereits jetzt an Terraingesellschaftei« 
natürlich die Organisation uni) die Tätigkeit des verkauft sind; ich fürchte, dieser P rozeß des V er­
Vereins geprüft «verden müssen. kaufes wird im m er weiter gehen, der Fiskus wird 
Weiter handelt es sich um  die geivünschte B e­ nicht nur bei den T e rra in s  an der Heerstraße, sondern 
lehrung in den Schulen. Diese Belehrung ist — auch bei weiteren T erra in s  des G runew alds  „auf 
das ist auch wohl noch festzustellen gegenüber den die forstwirtschaftliche Benutzung verzichten," d. h. 
A usführungen des Antragstellers —  nach unseren die Bäurne niederlegen, und es werden weitere 
Akten erfolgt. D am als ,  als im J a h r e  190(5 derAntrag Niederlassungen an S te lle  der B äu m e  entstehen. 
vorlag, sind die F lugblä tter  des Vereins den Schulen Dadurch «vürden die Vorteile, die wir durch diese 
zugeschickt worden m it der Aufforderung, sie den neue Linie der Untergrundbahn geschaffen haben, 
Schülern bekannt zu machen: ich nehme an, daß «vieder illusorisch werden, und e s Jv ü rd en  unseren 
das auch geschehen ist, und daß der Verein sich daher Einwohnern, die sich eines besonderen Vorteiles
        
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