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Periodical volume 6. Mai 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

P vrsteher-Stellbertr. Dr. Hubatsch: E s tu t  l D er  Verein bittet dann  zum Schluß die S t a d t ­
mir leib, daß ich I h n e n  das W ort nicht mehr geben verwaltung von Charlottenburg, seinen Bestre­
kann. bungen :
D er  Herr Berichterstatter sagt, in der vor­ 1. durch Billigung seiner Tätigkeit an den 
liegenden F o rm  könne er den Antrag  nicht mehr Schulen und Förderung  von der Schulver­
aufrecht erhalten, weil durch die Ereignisse der w altung  aus,
Text überholt w orden ist. E r  hatte  gesagt: 2. durch eine jährliche finanzielle Unterstützung 
den M agistrat zu ersuchen, bei der zuständigen entgegenkommen zu wollen.
Justizverwaltungsbehörde anzuregen, ob sich M eine Herren, auf diesen Antrag  hat, wie 
für Charlottenburg als Teil von G roß-Berlin  einigen von I h n e n  vielleicht aus  der Verhandlung 
die Einführung eines Jugendgerichtshofes im M ärz  v. I .  bekannt sein wird, der Waldschutz­
empfiehlt. verein eine befriedigende A n tw o r t  nicht bekommen. 
Ich  würde vorschlagen, den Text abzukürzen und D er  Magistrat hat ihm, soviel mir bekannt ist, ge­
einfach zu sagen: antw ortet,  daß F onds  nicht zur V erfügung ständen. 
D er  M agistrat wird ersucht, für E inführung I n  den Schulen scheint der mitgegebene Aufruf 
eines Jugendgerichtshoses in Charlottenburg | auch nicht weiter Verbreitung gefunden zu haben. 
einzutreten. M eine Herren, ant 10. J a n u a r  dieses J a h r e s  fand 
W enn S ie  damit einverstanden sind, stelle ich den eine allgemeine Versammlung des Berliner Wald- 
Antrag in dieser F o rm  zur Abstimmung. schutzvereines statt, zu der auch unser M agistrat, wie 
mir mitgeteilt ist, eingeladen ivar: auch daran  wurde 
(Die Versammlung beschließt demgemäß.) von unserer S e ite  nicht teilgenommen, und die 
Herren haben sich natu rgem äß  über das geringe 
Ich  darf wohl feststellen, daß dies einstimmig Interesse, das gerade die K om m une Charlottenburg 
beschlossen ist. ihren Bestrebungen entgegenbrächte, gewundert.
M eine  Herren, ich habe jetzt, bevor nunm ehr 
Punkt 14 der T agesordnung: ein neuer Antrag an uns  eingegangen ist, m it  vielen 
Herren von allen Fraktionen den Antrag gestellt, 
A ntrag des S tabtb . vr .S tad th agen  und Gen. betr. daß der M agistrat in E rw ägung ziehen möge,
Waldschutzbcstrebungen. —  Drucksache 194. in welcher Weise die Bestrebungen des B e r ­
liner Waldschutzvereines von Charlottenburg 
D er Antrag lautet: zweckmäßig unterstützt werden können.
Auf die hohe Bedeutung, die die ganze F rage  
D er  Magistrat wolle in E rw ägung  ziehen, in ganz besonders für unsere Kom m une hat, hinzu­
welcher Weise die Bestrebungen des B  e r- weisen, erübrigt sich wohl in unserer Versammlung. 
l i n e r  W a l d s c h u t z v e r e i n s  von Char­ N u r  darauf möchte ich hinweisen, daß d e r  B e r ­
lottenburg 1  zweckmäßig unterstützt werden l i n e r  W a l d s ch u tz v e r e i n e s  v e r s t a n ­
können. d e n  h a t ,  d a s  I n t e r e s s e  d e r  S t a a t s -  
b e h ö r  d e n , die ja wesentlich bei der F rag e  m it­
Antragsteller Stadtb . Dr. Stadthagen  : M eine zusprechen haben, z u  e r w e c k e n ,  und daß er, 
Herren, im J u l i  des J a h r e s  1906 hat der Berliner so viel m ir  mitgeteilt worden ist, in vollem E in­
Waldschutzverein an unseren Magistrat einen Antrag vernehmen mit der Forstbehörde, in vollem E in­
gerichtet, seinen Bestrebungen sich wohlwollend vernehme» m it dem Ministerium für Landwirtschaft 
gegenüberzustellen. Er hat auf die vielen Aufgaben und D om änen  arbeitet —  vorbehaltlich der Zu 
hingewiesen, die der Tätigkeit des Vereins harrten. stimmung des H errn  Finanzministers in P reußen .  
Er schreibt darin unter  anderem : D e r  V e r e i n  h a t  e s w e i t e r  v e r st n n- 
Ein Teil der Wälder um  Berlin hat seine d e n ,  s e i n e  Z i e l e  a u c h  n i c h t  z u  e n g  
G rasnarbe  völlig verloren, ein nur  geringer z u  b e g r e n z e n .  Er hat sich nicht darauf be­
Teil hat noch Untergrün  in F a rn  und Wach­ schränkt, e tw a zu sagen: der G runew ald  m uß  er­
older: der Reiz des Waldes ist außerordent­ halten werden; nein, er geht von viel weiteren 
lich gefährdet. Die V erw andlung der Wälder Gesichtspunkten aus ;  er sagt: die W älder in der 
in eine m ir  gelegentlich durch W aldgrün un te r­ Nähe der größeren S tä d te  —  der kleineren S täd te ,  
brochene Schankwirtschaft n im m t bedenklich glaube ich, auch — müssen erhalten werden im 
zu; der Verstaubung des W aldes durch Auto­ Interesse der Gesundheit unseres Volkes. M eine 
mobile wird wehrlos zugesehen. Herren, wir haben, glaube ich, alle Ursache, ihm 
E s sind damit einige Ziele angegeben. dafür dankbar zu sein und ihm entgegenzukommen. 
Diese Ziele sollen erreicht werden durch D er  Verein hat auch, glaube ich, in richtiger Weise 
praktische M aßnahm en , die Hand in Hand mit erkannt, daß es b e i  d e r  j e t z i g e n  V i e l ­
der Forstbehörde vorgenommen werden, und g e s t a l t i g k e i t  d e r  K o m m u n e n  i n  
durch P ro p ag an d a  und Erziehung. Durch G r o ß - B e r l i n ,  bei der noch nicht erreichten 
letzte wollen wir in erster Reihe auf die Herstellung eines Zweckverbandes e tw a für  alle 
Schulen wirken und hoffen dadurch, daß wir möglichen Sachen wohl gerade seine Aufgabe sein 
die Ju g e n d  im m er wieder darauf hinweisen würde, als e i n e  Z e n t r a l s t e l l e  vermittelnd 
und dazu zu erziehen versuchen, die persön­ zwischen den verschiedenen K om m unen  einzugreifen 
liche Bequemlichkeit dem allgemeinen I n t e r ­ f ü r  d i e  E r h a l t u n g ,  f ü r  d i e  S c h v -  
esse gegenüber gering oder gar nicht zu achten, n u  n  fl u n d  s ü r  d i e  V e r s c h ö n e  r u  n g 
eine nicht zu unterschätzende Arbeit für das u n s e r e s  G r  u n e w a l d e  s.
Gemeinwohl zu leisten. Nachdem nunm ehr D er  Waldschutzverein hat nun, nachdem jetzt da? 
von ministerieller Se ite  dem Verein jede F ö r ­ dritte J a h r  seiner Tätigkeit begonnen hat, an den 
derung zugesagt ist, wenden wir uns  an die Magistrat sowohl wie an die S tad tv e ro rd n e ten ­
G emeinden . . . . versammlung einen neuen Antrag  gestellt, in dem
        
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