Path:
Periodical volume 15. April 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. andere Teil beschäftigt sich m it den Teuerungszu­
Die Versammlung beschließt nach dcm Antrage des lagen.
Magistrats, wie folgt Der Teil, der sich mit der Revision des Normal­
1. Der Anmietung der von dem Hausbesitzer etats beschäftigt, der Teil unter a, lautet:
M . Joachimsohn in dem Hause Wormser Der M agistrat wird ersucht, so bald als mög­
S traße 6a angebotenen Räum e zum Preise lich, spätestens im Herbst 1908, eine Vorlage 
von 1200 M jährlich wird zugestimmt. betr. die Revision sämtlicher Gehälter und 
2. Die entstehenden Kosten für Löhne vorzulegen und die Erhöhungen mit 
a) innere Einrichtung mit . . . .  2900 Jü rückwirkender Kraft vom 1. April 1908 ein­
b) M iete auf 1 J a h r  mit . . . . 1200 „ zurichten. I m  besonderen wird der Magistrat 
zusammen mit 4100 M ersucht, auf eine schnellere Erreichung der 
sind dem Dispositionsfonds zu entnehmen.) Höchstgehälter Bedacht zu nehmen und die 
Frage der Gewährung von Familienzulagen 
Punkt 18: zu prüfen.Der erste Satz dieses Ausschußantrages hat 
im Ausschuß nur eine sehr geringe Debatte hervor­
Vorlage betr. Wahl eines Vorsitzenden für daS gerufen. Der Ausschuß w ar sich von vornherein 
Gewerbegericht. — Drucksache 192. darüber einig, den Magistrat zu ersuchen, so bald 
wie möglich, spätestens aber zum Herbst, eine Vor­
Stadtv. Otto: Meine Herren, ich schlage zur lage, den Norm aletat betreffend, vorzulegen. Sei­
Wahl Herrn MagistratsassessorOr. Landsberger vor. tens des M agistrats sowohl wie des Ausschusses sind 
dabei in Kürze noch einmal die Schwierigkeiten, die 
Vorsteher Kaufmann: M eine Herren, die der Ausarbeitung einer solchen Vorlage entgegen­
Wahl ist durch Akklamation zulässig. Wenn ich stehen, berührt worden, aber sie haben nicht ver­
keinen Widerspruch höre, konstatiere ich, daß die mocht, den Ausschuß von seinem Beschluß abzu­
Wahl des Herrn Magistratsassessors Dr. Landsberger bringen. Ebenso schnell war sich der Ausschuß 
erfolgt ist. — Ein Widerspruch wird nicht erhoben; darüber einig, daß dieser neue Norm aletat vom 
die Wahl ist einstimmig erfolgt. I. April dieses Jah res  ab in Kraft treten soll. Beide 
Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt, und sie ver­
Punkt 19: wirklichen ja nur, was der Magistrat seinerseits 
schon beschlossen hat.
Bericht des Ausschusses über die Vorberatung Einstimmig war der Ausschuß dann noch in der 
der Frage der Revision deS Rorm aletats und der Beschlußfassung über die Frage der schnelleren Er­
Frage der Gewährung von Teuerungszulagen. — reichung der Höchstgehälter. Es wurde im Aus­
Drucksache 193. schüsse hervorgehoben und mit Bedauern anerkannt, 
daß ein großer Teil unserer städtischen Beam ten 
Berichterstatter Stadtv. Otto: Meine Herren, verhältnismäßig sehr spät in den Genuß des Höchst­
seitens des Herrn Vorstehers wurde in der vorigen gehalts kommt, daß wir Beamtenklassen haben, in 
Sitzung der Wunsch ausgesprochen, daß der Aus­ denen diejenigen Beamten, die das Höchstgehalt 
schuß, den S ie zur P rüfung der Frage der Revision beziehen, in einem überaus verschwindend kleinen 
des Norm aletats und der W eitergewährung von Prozentsatz zu der Gesamtzahl der Beam ten dieser 
Teuerungszulagen eingesetzt hatten, so bald wie Klassen stehen, was vornehmlich damit zusammen­
möglich über seine Verhandlungen berichte. Wir hängt, daß die Beam ten vielfach ziemlich spät — 
haben diesen Wunsch, wie S ie  sehen, erfüllt, indem ich denke hierbei besonders an die M ilitäranw ärter 
wir noch in der heutigen Sitzung — also in der — in ihre Besoldungsklasse eintreten. Der Aus­
nächsten Sitzung — Bericht erstatten. Aber wir schuß war übereinstimmend der M einung, daß in 
glauben doch, betonen zu dürfen, daß die G ründ­ diesen Verhältnissen nach Möglichkeit Wandel ge­
lichkeit unserer Beratungen unter dem S treben nach schaffen werden müsse, und auch der Magistrat ließ 
Schnelligkeit der Berichterstattung nich: gelitten hat. durch seinen Vertreter erklären, daß er diese Not­
Es wurden dem Ausschusse in der vorigen wendigkeit ebenfalls anerkennt. Es wurde darauf 
Sitzung drei Anträge überwiesen, und zwar: hingewiesen, daß sich eine Besserung des Zustandes 
a) den Magistrat zu ersuchen, spätestens im Herbst erreichen lasse, wenn man aus den bisher dreijäh­
ein : Vorlage betr. die Beam tengehaltser­ rigen Aufrückungsperioden zweijährige mache. Es 
höhungen vorzulegen und die Gehaltser­ wurde natürlich auch betont, daß diese radikale M aß­
höhungen m it rückwirkender Kraft vom regel weitgehende finanzielle Konsequenzen habe, 
1. April 1908 einzuführen, und es wurde weiter darauf hingewiesen, daß man 
b) die Teuerungszulagen nach den gleichen wenigstens eine gewisse Zahl von Alterszulagen, 
Grundsätzen zu bewilligen wie int preußischen die am Anfange zu liegen hätten, nicht wie bisher 
S taate, nach drei, sondern schon nach zwei Jah re n  geben 
c) den M agistrat um eine Vorlage zu ersuchen könne. Es wurde freilich auch nicht verschwiegen, 
betr. W eitergewährung von Teuerungszu­ daß diese Maßregel besonders die städtischen Be­
lagen unter besonderer P rüfung der Frage amten treffe. Bei den Arbeitern sind zweijährige 
der Erhöhung der Teuerungszulagen. Aufrückungsfristen bereits jetzt vorgesehen, und bei 
D er Antrag b scheidet aus, da er von dem An­ den Oberlehrern und Lehrern erscheint es überaus 
tragsteller im Ausschuß ausdrücklich zurückgezogen zweifelhaft, ob es möglich sein wird, eine Verkürzung 
worden ist. Die Anträge a und c erledigte der der Dienstzeit bis zur Erreichung des Höchstgehalts 
Ausschuß in den Vorschlägen, die er heute Ih re r  durchzuführen, da wir in diesem Punkte wahrschein­
Beschlußfassung unterbreitet. Diese Vorschläge lich von bett staatlichen Vorschriften abhängig sein 
zerfallen in zwei Teile. D er eine Teil beschäftigt werden. Bei den Oberlehrern hilft m an sich schon 
sich mit der Revision des Norm aletats, und der jetzt in der Weise, daß m an die ersten Zulagen be-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.