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Periodical volume 15. April 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

W as das Fernrohr selbst anbetrifft, so habe ich richtung seinerzeit in Aussicht genommen war, ist 
ja erklärt: meiner Erinnerung nach ist es ein terrestri­ bis jetzt nicht vollständig verbraucht worden. S ie 
sches. D as ist aber leicht festzustellen. Der Be­ konnte aber auch nicht mehr vollständig in Anspruch 
schluß kann ja so gefaßt werden, wie der Herr genommen werden, weil einige Erfordernisse der 
Referent vorgeschlagen hat, ohne der Sache zu äußeren Einrichtung, für welche M ittel vorher noch 
schaden. nicht vorgesehen waren, hinzugekommen waren, 
die von diesen M itteln bestritten wurden. Trotzdem 
S tad tv .vr . Landsberger: Ich habe m it großer ist die Sum m e noch nicht voll verbraucht, und es sind 
Freude, meine Herren, diese Vorlage begrüßt. Es noch 15 590 .U zur Verfügung. Die innere Ein­
ist schön, daß die S tad t Charlottenburg dazu schreitet, richtung wird aber, zumal ja auch die äußere Ein­
an einer ihrer Schulen der heranwachsenden richtung etwas erweitert worden ist, zweifellos noch 
Jugend  die Möglichkeit zu geben, sich mehr mit dem mehr M ittel in Anspruch nehmen. Es ist vorge­
gestirnten Himmel, der, wie S ie  wissen, nach Kant sehen, diese zu einem späteren Zeitpunkte aus An­
das Korrelat für das Pflichtgefühl in uns fein soll, leihemitteln zur Verfügung zu stellen.
zu beschäftigen. Besonders erfreulich ist, daß nicht Gegenwärtig macht sich dagegen die Anbrin­
nur der dortigen Schule, sondern a l l e n  Schülern gung von Jalousien an der Sonnenseite dringend 
der Stadtgem einde die Möglichkeit gegeben werden notwendig, die doch zur inneren Einrichtung nicht 
soll, dort Beobachtungen anstellen zu lernen und sich gut gerechnet werden können, und deren Kosten zu 
damit vertraut zu machen, wie man Himmelser­ etwa 6000 M  veranschlagt sind. Der M agistrat 
scheinungen studiert. Ich wäre sonst etw as bedenk­ schlägt vor, da er sich nicht für befugt erachtet, die 
lich gewesen, ob die Ausstattung dieser kleinen S te rn ­ Kosten hierfür aus den M itteln  der inneren Ein­
warte mit solchen M itteln und mit solchen Zielen richtung zu decken, einen Gemeindebeschluß darüber 
hätte erfolgen müssen, wie sie in der M agistrats­ herbeizuführen und ihm die Ermächtigung zu 
vorlage vorgesehen worden find, und die doch schon geben, die Kosten für die Anbringung dieser Jalousien 
ein wenig über das elementare Lernen hinaus­ aus den für die innere Einrichtung zur Verfügung 
gehen und aus den astronomischen Beobachtungs­ stehenden 15590 M  zu nehmen, sowie den übrig­
dienst hinübergreifen. In d e s  gerade m it Rücksicht bleibenden B etrag für M ittel der inneren Einrich­
darauf, daß ein weiterer Kreis von Schülern, dar­ tung zu verwenden, wofür dann, wie gesagt, später 
unter sicherlich solchen, die eine besondere Begabung noch weitere M ittel werden zur Verfügung gestellt 
und besondere Neigung für diese Art von Beobach­ werden müssen. Ich  kann Ih n e n  nur empfehlen, 
tungen und S tudien frühzeitig zeigen, die Möglich­ dieser Vorlage Ih re  Zustimmung zu geben.
keit zu solchen Beobachtungen erhalten soll, stimme 
ich voll der Vorlage zu. Ich möchte auch noch die (Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­
Anregung des Herrn Kollegen Dr Borchardt unter­ sammlung beschließt nach dem Antrage des M a­
streichen und befürworten, daß zu bestimmten Zeiten gistrats, wie folgt:
auch Erwachsenen die Möglichkeit, an geeigneten Aus dem für den B au des Bürgerhauses 
Abenden Beobachtungen vorzunehmen, gewährt noch zur Verfügung stehenden Betrage von 
werden möchte. 15 590,67 M  sind 6000 M  zur Herstellung 
von Jalousien für die Westseite des Hauses 
(Die Beratung wird geschlossen.) zu verwenden; der Rest ist zur Vervoll­
ständigung der inneren Ausstattung auf­
Berichterstatter S tadtv .vr . Hubatsch (Schluß­ zubrauchen. )
w ort): Ich  wollte nur eine kurze Bemerkung Vorsteher Kaufmann: M eine Herren, ich
machen. Ich habe gar nicht davon gesprochen, daß werde veranlaßt, noch einmal auf Nr. 15, über die 
die S ternw arte auch dem Publikum geöffnet werden wir eben Beschluß gefaßt haben, zurückzukommen. 
sollte; ich habe es aber für selbstverständlich ange­ Der Herr Referent macht mich darauf aufmerksam, 
nommen, daß, wenn erst einmal die Benutzung daß er in seinen Ausführungen den M agistrat er­
durch die Schüler geregelt sein wird — das muß sucht habe, in eine P rüfung darüber einzutreten, 
doch vorangehen — , sich dann auch M ittel und ob dieses vielfach besprochene Fernrohr benutzbar 
Wege werden finden lassen, sie auch dem Publikum ist, an Stelle des Refraktors, der mit 5000 ,ff vor­
zu öffnen. gesehen ist, zu treten. D as ändert an dem B e­
schlusse, den wir gefaßt haben, nichts. Ich will 
(Die Versammlung beschließt nach dem An­ aber konstatieren, meine Herren, daß bei der großen 
trage des M agistrats, wie folgt: Unruhe hier im Hause es nicht einmal mir möglich 
Zum  Zwecke der Errichtung einer S te rn ­ gewesen ist, den Herrn Referenten so zu verstehen. 
warte auf dem Neubau des Reform-Real­ — Ich werde noch nachträglich darüber abstimmen 
gymnasiums auf Westend werden für letzteren lassen, daß die Versammlung an den M agistrat das 
Neubau 18 500 M  aus dem Dispositionsfonds Ersuchen richtet, das betreffende Fernrohr, das die 
nachbewilligt.) S tad t geschenkt erhalten hat, daraufhin untersuchen 
zu lassen, ob es imstande ist, den Refraktor zu er­
Vorsteher Kaufmann: Punkt 16 der Tages­ setzen. Wird diese Frage bejaht, so wird der M a­
ordnung : gistrat von selbst die» für den Refraktor in Aussicht 
genommene Sum m e nicht in Anspruch nehmen.
Borlage betr. Verwendung der Mittel für Ein­
richtung des Bürgerhauses. — Drucksache 190. (Die Versammlung beschließt demgemäß.)
Berichterstatter Stadtv. v r . Borchardt: M eine Punkt 17 der Tagesordnung:
Herren, die Begründung der Vorlage, die Ih n e n  zuge­ Vorlage betr. Ermietung von Räumen zur Er­
gangen ist, ist ja durchaus übersichtlich und deutlich. weiterung der Zweigstelle der Volksbücherei im 
Die Sum m e von 199000J t ,  welche für die innere Ein­ Osten der Stadt. — Drucksache 191.
        
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