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Periodical volume 25. März 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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B e i  bcni oben a n g e g eb e n en  gegen  den fachen G ru n d e ,  weil m ir  d a r a n  gelegen ist, voll­
Angeklagten  D .  e rw iesenen  S ach v e rh a l t  kann kom m ene K larhe it  zu schaffen!
es dagegen  nicht zw eife lhaft erscheinen, daß  D e r  H err  O berbü rge rm eis te r  sagt w ieder, sein 
ein V ergehen  gegen § 153 R eichsgew erbe­ M a te r ia l  s tam m e a u s  e in w a n d f re ie r  Q uelle .  W ie 
o rdnung  bei ihm vorlieg t;  d e n n  seine A n ­ e in w a n d fre i  die Q ue l le  ist, sehen S i e  d a ra u s ,  
griffe gegen  den arbe i tsw il l igen  Z e u g e n  H., daß die D irektion ihm  gerade d a s  verschweigt,  w a s  
dem zufolge dessen M i t f a h re r  S .  a u s  F u rch t fü r  sie ungünstig  ist, w o ra u s  hervorgeht,  daß  sie den 
die F lucht ergriff, e n th a l ten  o f fenbar  E h r ­ H e r rn  O berbü rge rm eis te r  falsch un te rr ich te t  hat .  
verletzung u n d  körperliche Z w a n g s e in w i r ­ R e in ,  d a s  M a te r ia l  ist nicht a u s  e in w a n d s f re ie r  
kungen und  e n tsp ra n g en  d em  M o tiv  u n d  Q uelle ,  sondern  w ied e ru m  einseitig von der  D irek­
Zweck, H. un d  S .  zu r  N iede r legung  der  Arbeit  t ion .  Und, m e ine  H erren ,  eben so einseitig w a r  auch 
zu veranlassen und  den d e ;  E r la n g u n g  g ü n ­ d a s  vorige M a te r ia l  des H e r rn  O berbürgerm eis te rs .
stiger Lohnverhältn isse d ienenden  Bestre­ D e r  H er r  O berbü rge rm eis te r  sagt, ich sei nicht 
bu n g e n  der  G ru p p e  der  Angeklagten  sich imstande, zu beweisen, daß der  M a g is tra t  parteiisch 
anzuschließen. vorgehe:  er habe  sich so in fo rm ier t ,  wie er sich n u r  
A u s  diesen G rü n d e n  ist der  eine freigesprochen h ä t te  in fo rm ie re n  können. D a s  h a t  der  M ag is tra t  
und  der  andere ,  der  die R ohe i t  v e rü b t  hat,  zu e inem  nicht g e ta n :  er  h a t  sich bei der  D irektion in fo rm ie r t  
M o n a t  G e fä n g n is  ve ru r te i l t  w o rden .  D a s  ist a l l e s ! u nd  keinen einzigen der  dabei beteil ig ten  A rbe ite r  
D a s  st der  einzige schlimme F a ll ,  der  vorgekom m en befrag t ,  sich w eder  a n  die O rg an isa t io n  gew a n d t ,  
is t! Alle a n d e re n  angeblichen F ä l le  sind un d  bleiben, noch a n  e inen  der  beteil ig ten  Arbeiter,  sondern 
und  w e n n  es noch so oft w iederholt  w ird, u n d  w enn  w a s  d e Direktion  gesagt hat ,  h a t  der  H er r  O b e r ­
die g a n z e S ta d tv e ro rd n e te n v e r s a m m lu n g  d a s  w ieder­ bürgerm eister  a ls  b a re  M ü n z e  h in g e n o m m e n  und  
holt, nichts w e ite r  a ls  leere B e h a u p t u n g e n ! d a n n  die positive B e h a u p tu n g  aufgestellt:
I c h  möchte den  H e r rn  O berbü rge rm eis te r  M a n  h a t  von  den F ä l l e n  elf Ser schlimmsten 
f ra g e n :  h a l te n  S i e  nach der  Feststellung des A r t  h e rausgeg r if fen .  M i r  liegen vor die 
Gerichts,  wonach der  W a g en  im S a n d e  festgefahren N a m e n  der  A ntragste ller,  der  Angeklagten, 
ist, es noch aufrecht, daß  der  W a g e n  u m g e w o r fe n  ist? der Z eugen ,  u n d  w a s  sie im  g roßen  ganzen  
( S ta d tv .  Holz: G an z  unerheblich!) v erü b t  haben .
—  R a  natürlich, S i e  w erd en  I h r e m  lieben O b e r ­ S o d a n n  fu h r  er fo rt :
bü rgerm eis te r  nicht w ehe t u n ! — D a s  Gericht w ird d a rü b e r  abzuu r te i len  haben , 
(G roße  Heiterkeit.) sodaß die B u b e n ,  die h ier  gegen  ihre eigenen 
I c h  frage den H e r rn  O berbürgerm eis te r ,  ob er Berufsgenossen  dera r t ig  roh  vorgegangen  sind, 
Sie st’ B e h a u p tu n g e n  noch aufrecht e r h ä l t? hoffentlich ihre verd ien te  S t r a f e  e rh a l ten  
H er r  O berbürgerm eis te r ,  d a s  ist ja  auch ver­ w erden .
ständlich, daß S i e  von diesem Urteil  nichts g ew u ß t  Also: es liegen A nzeigen  vor von der  beteiligten 
h aben .  D ie  H erren ,  die S i e  in fo rm ie r t  haben, Direktion, u n d  der  H err  O berbü rge rm eis te r  stellt 
hab e n  I h n e n  dieses Urteil,  obgleich der  eine A n g e­ sich hier in öffentlicher V e rsa m m lu n g  hin  und  
klagte zu e inem  M o n a t  G e fä n g n is  ve ru r te i l t  ist, spricht von  B u b e n  unS  drohenS en  A ngriffen  gegen 
nicht geschickt, weil d a r a u s  zugleich hervorgeht,  daß ihre B eru fsgenossen . M e in e  H erren ,  es  kann jedem  
die ganze G e s c h i c h t e  m i t  d e m  W a g e n  von  I h n e n  passieren, daß S i e  u n ' e r  Anklage gestellt 
t a t s ä c h l i c h  e i n  A m m e n m ä r c h e n  ist. w e rd e n ;  ich w ün 'che I h n e n  d a s  von H erzen ;
E s  bleibt dabei. (Heiterkeit)
I c h  frage den  H e r rn  O berbü rge rm eis te r  w e i te r :  ich möchte d a n n  m a l  sehen, w e n n  S ie  unschuldig 
w o  h a t  s i c h  d e n n  d e r  F a l l  e r e i g n e t ,  sind u n d  'reigesprochen w erden ,  un d  es h ä t te  vorher  
d a ß  a u f  d i e  v o r b e i f a h r e n  d e  n K u t ­ der  Ju s t izm in is te r  sich im  P a r l a m e n t  hingestellt 
s c h e r  Z i e g e l  st e i n e  v o n  B a u t e n  g e ­ u n d  gesagt:  es  sind B u b e n ,  die d a s  g e tan  haben
w o r f e n  s i n d ?  S olcher F a l l  ist ü b e rh a u p t  —  w ü rd e n  S i e  sich d a s  gefa llen  lassen?
nicht vorgekom m en. E s  ist nicht eine einzige A n ­ (R u fe :  R e in ! )
klage d esw e g en  erhoben  w o r d e n ! A l s o g e r a d e  —  N ein ,  da  w ü rd e n  S ie  P ro te s t  dagegen  erheben. 
d i e  s c h l i m m  st e n  F ä l l e ,  d i e  d e r  H e r r  Aber hier, wo es sich u m  Müllkutscher handelt ,  
O b e r b ü r g e r m e i s t e r  b e h a u p t e t  h a t ,  da können S ' e  sich so e tw a s  er lauben .
h a b e n  s i c h  g a r  n i c h t  e r e i g n e t . ( Z u r u f :  Unbewiesene B e h a u p tu n g ! )
D e r  H er r  O berbü rge rm eis te r  sagte, ich hä t te  —  U nbew iesen sind alle B e h a u p tu n g e n ,  die vom  
die B e h a u p tu n g  aufgestellt, nichts von seinen A n ­ H errn  O berbü rge rm eis te r  gekom m en f i i tS ! W e n n  
gaben  sei w ah r .  D a s  stim m t n-cht. I c h  habe den chon H er r  Kollege S chw arz  zu der  Ü berzeugung 
stenographischen Bericht vom  15. M a i  h ie r ;  ich kommt, daß d 'e  B e h a u p tu n g e n  unbew iesen  sind, —  
habe  gesagt: ( S ta d tv .  S c h w a r z : D a s  w a r  ich nicht! —  G roße
E s  soll erst e in m a l  bewiesen w erden , daß Heiterkeit.)
auch n u r  ein einziger F a l l  d avon  w a h r  ist. D e r  H err  O berbü rge rm eis te r  sagt w e i t e r - ------
I c h  freue mich d a rü b e r ,  daß  S tra fa n z e ig e  (R u fe :  S ch luß !)
ersta tte t  w o rd e n  ist. D ie  gerichtliche V e r ­ —  S c h lu ß ?  Erst w ollen  S i e  von m ir  e tw a s  vor­
h an d lu n g  wird ja  hoffentlich K larhe it  schaffen. gelesen haben , un d  d a n n  S c h lu ß ?  Nein ,  jetzt» h a l ten  
I c h  habe  also ausdrücklich gesagt: w ir  w ollen  erst S i e  n u r  noch eine W eile a u s !
den  B e w e is  a b w a r te n .  W ü rd e  der  H er r  O b e r ­ (Heiterkeit.)
bü rgerm eis te r  auch d a n n  a m  15. M a i  e inen  solchen D e r  H er r  O berbü rge rm eis te r  ha t  fe rn e r  Kritik 
T o n  angeschlagen haben , w e n n  m e in  M a te r ia l  d a ra n  geübt,  daß  H er r  Kollege G e b e r t  sich in  die 
d a m a ls  be re i ts  vorgelegen  h ä t t e ?  I c h  bezweifle das . ganze A ngelegenhe it  eingemischt habe. E r  b eh a u p te t  
D e r  H e r r  O b erb ü rg e rm eis te r  sagt, ich h ä t te  heu te ,  daß  er H e r rn  G eS ert  S a ra u s  keinen B o r w u r f  
b ere its  drei F ä l ' c  von  V e ru r te i lu n g e n  zugegeben. gemacht hat .  D a s  stim m t auch nicht, sondern  der  
I c h  habe sogar v i e ' F ä l le  zugegeben, a u s  dem  ein­ H err  O berbürgerm eis te r  h a t  ausdrücklich gesagt,
        
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