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Periodical volume 25. März 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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digerK A nträge ab,G w enn vorauszusehen ist, daß i  zuwachssteuer. D er H err A ntragsteller hat m it 
keine M ehrheit dafür zu haben ist, und w enn die erfreulicher O ffenheit die G rü n d ; zu erkennen 
Diskussion darüber vor nicht allzu langer Zeit gegeben, au s  denen er hier m it dem  A ntrage 
stattgefunden hat. N un  hat aber diele F rag e  gerade hervorgetreten  ist. E ine B egründung  einer V er­
vor kurzem im W ahlkampfe eine erhebliche Rolle tagung ist ja  nach der Geschäftsordnung nicht statt­
gespielt, sodaß w ir annehm en können, daß eine h a ft; aber so w eit darf ich mich w ohl äußern , daß 
Reihe derjenigen H erren, die in die V ersam m lung es nach der B egründung  des A n trags im  In teresse  
neu eingetreten sind, und die ihren W ählern  bei der F rak tionen  liegt, erst zu diesem A ntrage S te llu n g  
der W ahl versprochen haben, sie w erden fü r eine zu nehm en. Infolgedessen beantrage ich die V er­
W ertzuwachssteuer in C harlo ttenburg  e in tre ten , —  tagung des A ntrags. > * .  f j
daß diese fü r unseren A ntrag stimmen w erden. I s t  
das aber der F a ll, dann ist es leicht möglich, daß S tab tb . Hirsch (zur G eschäftsordnung): M eine 
unser A ntrag eine M ehrheit auf sich vereinigt. H erren, der A ntrag  auf V ertagung  ist m einer 
D esw egen w erden S ie  es begreifen, m eine H erren, M einung  nach geschäftsordnungsm äßig unzulässig. 
daß w ir diesen innerlich berechtigten, geradezu E s handelt sich nicht um  einen selbständigen, 
notw endigen, fü r die F inanzen  der S ta d t außer­ sondern um  einen zu einer bestim m ten E ta ts ­
ordentlich vorteilhaften und dadurch auch fü r die position gestellten A ntrag.
gesamte weitere Entwicklung der S ta d t  außer­ (Z urufe  bei den L iberalen : Z u  welcher?)
ordentlich nützlichen A ntrag  von neuem  einbringen, —  Z u  K apitel XV .
und daß w ir auch, um  eben eine M ehrheit dafür (Heiterkeit.)
zu erreichen, um  den H erren G elegenheit zu geben, S ie  können die V ertagung n u r dann  beantragen, 
ih r Versprechen einzulösen, m it ihrem  N am en ein­ w enn  S ie  bereit sind, gleichzeitig auch die E ta ts ­
zulösen, nam entliche Abstimmung dafür beantragen . b era tung  zu vertagen, s
H inzufügen möchte ich noch e ins: der Gedanke S tabtb . Holz (zur G eschäftsordnung): M eine 
der W ertzuwachssteuer hat, wie auch die Abstim­ H erren, ich bin der M einung, daß die Auffassung 
m ung vor einem  J a h re  zeigte, in der Zeit, die da­ des H errn  Kollegen Hirsch unrichtig ist. H err 
m als seit zwei J a h re n  verflossen w ar, w eitere F o r t­ Kollege Hirsch w ürde zu beweisen haben, daß der 
schritte gemacht. D a s  bew ies die Diskussion, das A ntrag  seiner F raktion V orbedingung fü r die 
bew ies auch die Abstim m ung. W ir hoffen, nach­ G enehm igung des E ta ts  ist.
dem die F rag e  der W ertzuwachssteuer auch im  (S e h r richtig!)
verflossenen J a h re  sehr eingehend in der Ö ffent­ Nach m einem  D afü rha lten  ist dieser B ew eis nicht 
lichkeit diskutiert w orden ist, daß der Gedanke einm al versucht w orden. D er A ntrag häng t gar 
dieser S te u e r  sich auch in dem Kreise der C har­ nicht m it dem E ta t zusam m en. S o lange  dieser 
lo ttenburger S tad tverordnetenversam m lung  w eiter B ew eis nicht erbracht w orden ist, ist der A ntr.ig 
B ah n  gebrochen hat, und w ir hoffen, daß vielleicht des Kollegen D r. C rüger gerechtfertigt.
auch einige der H erren, die vor einem  J a h re  noch 
G egner einer solchen S te u e r  fü r C harlo ttenburg S tabtb . Hirsch (zur G eschäftsordnung): Ich  
w aren , inzwischen sich überzeugt haben w erden, daß m uß bei m einer Auffassung beharren . H err Kollege 
auch fü r C harlo ttenburg  diese S te u e r  notw endig ist. Holz behaup te t einfach, ohne den B ew eis dafür 
anzutreten , ich m üßte den B ew eis erbringen, daß 
S tab tb . Zander: M eine H erren, u n te r dem die G enehm igung des E ta ts  ohne den A ntrag nicht 
15. M ärz  h atte  der Vorsitzende der E inkom m en­ möglich ist. M eine H erren, ich behaupte das vor­
steuerveranlagungskom m ission in der „N euen Z eit" läufig. M eine F reu n d e  —  das kann ich ruhig er­
darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, die klären —  w ürden  den E ta t ohne unsern A ntrag  
gegen die Einkom m ensteuer reklam ieren w ollten, nicht genehm igen, und ich nehm e an, daß die große 
sich in  die betreffende S te lle  zu begeben hätten , M ehrheit der V ersam m lung ihn auch nicht ge­
um  nicht Winkelschreibern usw. in die H ände zu nehm igen w ürde.
fallen und u n te r Um ständen große A usgaben zu (Heiterkeit.)
haben. E ine m einer Angestellten hat sich daraufh in  —  S ie  lachen darüber, m it vollem Recht; denn w as 
heute V orm ittag  B erlinerstraße 70, Z im m er 4 ich ausgefüh rt habe, steht genau auf der Höhe 
begeben, um  dort zu reklam ieren, da ihre M u tte r  wie die A usführungen  des H errn  Kollegen Holz.
von 72 Ja h re n , die sie u n te rh a lten  m uß, ihr in (W iderspruch bei bett L iberalen.)
diesem J a h re  durch K rankenhauspflege usw. M eine H erren, G ründe haben S ie  fü r die 
1144 M  Kosten gemacht hat. D er betreffende V ertagung  nicht angeführt. Aber es ist ganz ein­
H err h a t die D an te  brüsk abgewiesen und gesagt: leuchtend, daß S ie  sich scheuen, nachdem S ie  im  
das hat gar keinen Zweck, w ir nehm en für S ie  gar W ahlkampfe fü r die W ertzuwachssteuer e ingetre ten  
nichts auf, w enn S ie  hätten  herunterkom m en sind, jetzt F a rb e  bekennen.
wollen, h ä tten  S ie  es vorher in I h r e m  P erso n a l­ (R ufe G esch ä ftso rd n u n g !>
bogen angeben müssen. Ic h  w ollte dem  M agistrat W eil S ie  sich scheuen, darum  legen S ie  die Geschäfts­
dies n u r  zur K enntn is b ringen  odeT vielm ehr ordnung in  I h r e m  S in n e  aus.
dem  Vorsitzenden der Einkommensteuerkommission, I m  übrigen, sollten S ie  auf I h r e r  Ansicht 
dam it er diese Sache untersucht. —  S ie  w urde beharren, so bean trage  ich zunächst über den A ntrag 
also einfach m it der B em erkung abgew iesen: es auf V ertagung nam entliche Abstim m ung, und ick 
h a t keinen Zweck, daß w ir dies aufnehm en, du behalte m ir w eiter vor —  da S ie  ja  so viel W ert 
kommst doch nicht herun ter. D am it kam dieselbe auf die richtige A nw endung der G eschäftsordnung 
nach Hause. Ic h  w erde jetzt die Reklam ation und legen — , von dem  § 18 Gebrauch zu machen und 
Beschwerde schriftlich nachholen. fü r jede einzelne E tatsposition  des K apitel X V  
S tab tb . Dr. Crüger (zur G eschäftsordnung): ge trenn te  Abstim m ung, event, auch überall n am en t­
M eine H erren, m ein  Bem erkung zur Geschäfts­ liche Abstim m ung zu bean tragen .
ordnung bezieht sich auf den A ntrag  betr. W ert- (Heiterkeit und R u fe : Obstruktion!!
        
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