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Periodical volume 8. Januar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

sch l u ß z u  V e r b ä n d e  n  ist e tw as völlig verordnetenversammlung angehört haben, kehren 
Neues für Groß-Berlin . B i s h e r  haben die zurück an ihnen bekannte und gewohnte Arbeit, und 
Gemeinden Groß-Berlins  versucht, ihre In teressen S ie  werden es m ir  nicht verargen, w enn ich einen 
zu verfolgen, jede für sich allein, jede auf ihre eigene von ihnen noch besonders herzlich begrüße: das ist 
Weise häufig ohne Rücksicht auf die benachbarten unser H err  Alterspräsident, der bereits 30 J a h r e  
Gemeinden, zuweilen sogar im Kampfe gegen der Versammlung angehört
dieselben. J e t z t  beginnt m an, sich darauf zu be­ (b ravo !) -
sinnen, daß wir in  einem großen gemeinschaftlichen und in seine 6. Wahlperiode heute e intritt.
Wirtschaftsgebiete leben und zusammenwohnen, M eine Herren Kollegen, die S ie  neu in diese 
welches eine große Zahl gemeinsamer In teressen  Versammlung treten, S ie  werden große Aufgaben 
entstehen läßt, und m an beginnt zu erkennen, daß finden, die I h r e r  harren . D er  Herr O berbürger­
solche gemeinsamen Interessen am besten gefördert meister hat au f  einzelne Aufgaben ja schon hinge­
werden durch gemeinsame Kraft und durch Zu-, wiesen, deren Lösung für  die nächste Zeit u n s  bevor* 
sammenschluß der Interessen. Ein neuer Weg ist -steht. Ich  kann mich deshalb kurz fassen, indem 
es, der hier beschritten werden soll: aber meiner ich I h n e n  sage: je länger S ie  in der städtischen V er­
Überzeugung nach ist es der einzig richtige Weg. w altung mitarbeiten werden, um  so mehr Interesse 
Dieser Weg wird nach meiner Auffassung uns  zu werden S ie  an den Aufgaben finden, die u n s  
der Lösung der großen F r a g e  d e r  z w e c k  - gestellt sind: S ie  werden sich vertiefen in die Dinge 
m ä ß i g e n  G e st a l t u n g v o n  G r o ß -  undj durch die Arbeit m it ihnen vertraut,  m it F reude 
B e r l i n  f ü h r e n .  Diese F rage  kann meines I h r e  Kraft hergeben. D er H err  Oberbürgermeister 
Erachtens nicht gelöst werden durch theoretische wies auch darauf hin, daß die wirtschaftliche Krisis, 
O rdnung, durch den Zw ang  einer Gesetzgebung, un te r  der augenblicklich unser V aterland  leidet, ihre 
die, ivenn sie auf diesem Gebiete ergehen sollte, Schatten  auch auf die städtische V erw altung  werfen 
im m er e tw as Gewaltsames mit sich führen m uß; wird. Ich  bin der festen Überzeugung, daß S ie  
sie wird n u r  gelöst werden können auf dem Wege mit um  so größerer Hingabe sich I h r e m  Amte 
der praktischen Erfahrungen, auf dem Wege der widmen werden und vielleicht häufig genug 
freiwilligen Selbsthilfe, der jetzt beschritten werden Entsagung üben müssen, wo I h r  D rängen  nach 
soll, und der den sehr bedeutenden Vorteil hat, vo rw ärts  S ie  weiter führen möchte, als zeitweilig 
d a ß  e r  s ich  d e n  t a t s ä c h l i c h e n  L e b e n s ­ die Kräfte reichen.
v e r h ä l t n i s s e n  a n s c h l i e ß t ,  von denen 
er ausgeht, und die er berücksichtigt. Dieser Weg Ic h  heiße S ie  nun  herzlichst willkommen. Ich  
hat einen zweiten großen Vorteil: er ermöglicht wünsche, daß S ie  die Befriedigung in I h r e m  Amte 
den Zusammenschluß zu gemeinsamer, ersprießlicher, finden, die S ie  e rw arte t  haben, und hoffe, daß 
erfolgreicher Arbeit, ohne zu tasten an der S  e l b - S ie  mit un s  gemeinsam zum Wohle unserer S ta d t  
s t ä n d i g k e i t  d e r  G e m e i n d e n  —  d i e  arbeiten werden. Nochmals herzlich w illkom m en!
m e i n e s  E r a c h t e n s  u n b e d i n g t  a u f ­ (Lebhaftes Bravo.)
r e c h t  e r h a l t e n  w e r b e n  m u ß im I n t e r ­ Ich  lege nunm ehr mein Amt in die Hände der 
esse des Ganzen. G e t r e n n t  m a r s c h i e r e n ,  Versammlung zurück und bitte den Herrn Alters­
v e r e i n t  s c h l a g e n .  —  Dieser Grundsatz gilt vorsteher, H errn  S tad tv .  Barnewitz, die Wahl des 
auch gegenüber den Schwierigkeiten auf diesem Vorstehers zu leiten.
Gebiete. Lassen S ie  mich hoffen, meine geehrten Altcrsvorsteher Barncwitz (den Vorsitz über­
Herren, daß S ie  Ih re rse i ts  bereit sein werden, auf nehmend): M eine Herren, ehe wir zur W ahl des 
diesem Wege zu einem praktischen Erfolge zu ge­ Vorstandes schreiten, möchte ich den Herren des 
langen. Vorstandes im N am en  der Versam m lung den besten 
Es wäre erfreulich, wenn in dem J u b i lä u m s ­ Dank aussprechen für ihre M ühew altung  im letzten 
jahre der. S täd teordnung  eine praktische erfolgreiche J a h r e  und für die unparteiische Leitung.
Arbeit einsetzen würde, u m  a u f  d e m  W e g e  Wir kommen nunm ehr zu Punk t 2 der T ag es ­
d e r  S e l b  st V e r w a l t u n g  d u r c h  d i e  ordnung :
f r e i w i l l i g e  Z  u s a m m e n s ch l i e ß u n g 
d e r  s i ch i e I b ft h e l f e n d e n  G e m e i u d e n  W ahl der M itglieder des Vorstandes der 
eine F rage  zu lösen, die von weitgehender Bedeutung Stadtverordnctcn-Versammlung (Vorsteher, 
ist für die Reichshauptstadt unseres V aterlandes dessen Stellvertreter und 4  Beisitzer).
und für  die sie in einem Kranze umgebenden V or­
ortgemeinden. M eine  Herren, nach unserer S täd teo rdnung  von 1808 sind wir verpflichtet, alle J a h r e  den Vorstand 
Glück auf denn, meine Herren, zu der Arbeit neu zu wählen. Wir fangen an m it der 
der nächsten J a h r e ! M öge sie I h n e n  Freude W a h l  d e s  V o r  st e h e r  s.
bringen und unserer S ta d t  zum S egen  gereichen! Ich  bitte die Herren W öllmer und Klick, als 
Ich  begrüße Sie. im N am en der städtischen V er­ Wahlaufseher zu fungieren, und bemerke, daß nur  
waltung in I h r e m  Amt in diesem S a a le  und ver­ Zettel mit dem N am en  eines M itgliedes der V er­
pflichte S ie  durch Handschlag aus treue und ge­
wissenhafte F ührung  I h r e s  Amtes, sammlung Gültigkeit haben: weiße Zettel werden nicht mehr mitgezählt.
lLebhaftes Bravo. —  D er Handschlag «rfolgt.)
(Die S tim m zette l  werden vereiltt. Die Wahl 
Vorsteher Kaufmann: M eine  sehr geehrten erfolgt. D a s  Ergebnis wird ermittelt.)
Herren Kollegen, nachdem der Herr O berbürger­ M eine Herren, es sind 66 Zettel abgegeben. 
meister S ie  verpflichtet hat, liegt es m ir  ob, S ie  D a s  Ergebnis der Wahl ist folgendes: es sind u n ­
nam ens der S tadtverordnetenversam m lung herz­ beschrieben 14 Zettel, so daß 52 gültige S t im m e n  
lichst zu begrüßen und willkommen zu heißen. abgegeben sind. D avon haben erhalten Herr Kauf­
Diejenigen Herren Kollegen, die bereits der S t a d t ­ m ann  50 S t im m en , Herr Dr Hubatsch 1 S t im m e  und
        
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