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Periodical volume 11. März 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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S te u e r  getroffen werden, daß von nicht physischen '»ukN un - 'w ird  im m er dem gegenüber be ton t: 
Personen 32 %  Gesellschaften sind und diese G e­ m it diesem Rechte hat es ja  nichts auf-sich , : 
sellschaften p m  größten T eil ihren Sitz in B erlin  die R egierung wird doch nicht den ganzen E ta t 
haben. V on den in Privathciuden befindlichen u n ­ durchsehen usw. usw. J a ,  in ruhigen Z eiten  m ag 
bebauten Grundstücken entfallen  auf hier wohnende das so gehen, aber Konfliktsstofs ist doch' o h n e r 
physische Personen 486 Grundstücke m it einer w eiteres gegeben. B ei den vielen R ealsteuern, die 
Fläche von 314 h a  und einem  gem einen W ert von w ir haben, halte ich es gar nicht für ausgeschlossen-1 
64 M illionen gleich 45 % ,.m if au sw ärts  wohnende- da-ß Zeiten kommen können, wo die R egierung er­
physische Personen sowie Gesellschaften 5 5  klärt: w ir wünschen iw  diesem oder jenem  P u n k te  
D a s  ist der Extrakt aus diesen Zahlen, die der- eine Ä nderung, sonst genehm igen w ir die Sache1 
M agistrat sich als G rundlage fü r diese S te u e r­ nich t D aß solche Fälle  vorgekommen sind, scheint 
ordnung zusammengestellt hat. m ir aus-einem  K om m entar, den ich nachgeschlagen 
D es w eiteren finden S ie  noch auf Ih re n  habe, hervorzugehen. I n  dem K om m entar von- 
Plätzen eine P e titio n  des H aus- und Grundbesitzer- Schaff ist ziemlich genau  auseinandergesetzt, w as  
vereins C harlo ttenburg  „Nordwest". Diese Pe-> die R egierung alles machen kann. Also, wie gesagt- 
tition  hat den Ausschuß nicht beschäftigt, und ich ich komme ü b e r  diesen Punk t nicht hinweg uNist 
kann desw egen auch als R eferen t zu derselben nichts m uß diese Erklärung abgeben- so sehr ich es auch 
bemerken. Persönlich möchte ich m einen, daß das bedauere, da ich der neuen S teu ero rd n u n g  an  sich 
P e titu m  genau dasselbe ist wie das u n te r gern zustimmen w ürde.
N r. b der P e titio n  des H aus- und Grundbesitzer- 
vereins von 1895, und daß es deshalb n u r logisch Stad tv . Zietsch: M eine H erren, d i e 'S te u e r­
w äre, auch über diese P e titio n  zur T agesordnung vorlage des M agistrats ist u n s äußerst sympathisch. 
überzugehen. W ir sehen in  dieser E rhöhung der Abgaben für den 
Ic h  fasse m eine A usführungen dahin zusam m en, unbebauten  B oden eine ganz kleine Abschlags­
daß ich S ie  bitte, die V orlage des M agistrats u n ­ zahlung für die W ertzuwachssteuer. D am it soll 
verändert anzunehm en. selbstverständlich nicht gesagt sein, daß w ir nun  m it 
dieser Abschlagszahlung so weit zufrieden sein w er­
S tad tv . D r. Stadthagen: M eine H erren, die den, daß w ir überhaup t auf die W ertzuwachssteuer 
V orlage berührt nach den verschiedensten Richtungen verzichten, sondern um  dem M agistrat G elegenheit zu 
sympathisch. Ich  glaube, der M agistrat hat hier geben, die von ihm im Ausschuß abgegebene 
alles getan, um  soziale und hygienische Gesichts­ und von dem H errn R eferenten  hier niedergelegte 
punkte bei der S teuero rd n u n g  nach K räften zu Erklärung, daß der M agistrat sich alle Hände frei 
berücksichtigen. Ich  kann mich fü r m eine Person halten will fü r eine eventuelle E inführung  der 
in  d i e s e r  Beziehung m it der V orlage durchaus W ertzuwachssteuer, recht bald in die Wirklichkeit 
einverstanden erklären, —  w enn n u r der Haken übersetzen zu können, w erden w ir in allernächster 
nicht w äre, daß wir, wie Ih n e n  von dem H errn Z eit einen dementsprechenden A ntrag  einbringen.
R eferenten  auch näher beschrieben w orden ist, m it W enn w ir fü r diese S te u e r  stimmen, so haben 
dieser V orlage den Schritt tun , den w ir seit J a h re n  w ir absolut kein Bedenken, daß dadurch das Selbst­
verm ieden sehen wollten, nämlich u n s e r n E t a t  verw altungsrecht der Gem einde tang iert werden 
d e r  R e g i e r u n g  v o r l e g e n z u  m ü s s e n .  könnte. D enn es ist ein sehr problem atisches Recht, 
Ich  fü r m eine Person  kann n u r erklären, in  Über­ das die G em einden besitzen, wie ich schon im A us­
einstimmung m it m einen früheren Erklärungen, schuß sagte. Ich  m eine auch, w ir in C harlo ttenburg  
die ich in dieser V ersam m lung abgegeben habe, daß haben u n s gar keinen Illu sio n en  hinzugeben, daß 
ich über diesen Punkt nicht hinwegkomme. Es durch die Erschließung w eiterer E innahm equellen 
m üßte erst bewiesen w erden, daß keine anderen für u n s das Selbstverw altungsrecht irgendw ie ein­
S teuerquellen  auffindbar w ären, um  diesen Schritt geschränkt w erden könnte. S ie  w erden nachher 
zu rechtfertigen. W ir haben es im m er vermieden, in der Übersicht der F ragen , die der M agistrat 
die Einkom m ensteuer über 100%  zu erhöhen. b ean tw orte t hat, finden, daß S ie  nicht m al einen 
F ü r  mich w ar dabei im m er der Ge­ Gem eindefriedhof aus eigener K raft schaffen können. 
sichtspunkt wesentlich, daß w ir das S e l b s t v e r ­ S ie  w erden in der nächsten Z eit in C harlo ttenbürg  
w a l t u n g s r e c h t  d e r  K o m m u n e  aufrecht­ dieselben E rfahrungen  m it der Besetzung der Schul- 
erhalten w ollten. E s kam auch fü r andere Herren depu tation  machen, wie sie in B erlin  gemacht w or­
wie für mich noch der Gesichtspunkt hinzu, daß w ir den sind. Also wie gesagt, w enn w ir auf der einen 
m it W ilm ersdorf und Schöneberg gewissermaßen S e ite  e tw as bekommen können, ohne daß w ir 
in  einem  T em po n u r vorgehen w ollten. Aber wie Rechte dadurch verlieren, so gehen w ir ruhig darauf 
liegt die Sache denn h ie r?  W ilm ersdorf und ein. —  S ie  bezweifeln es. H err Kollege O tto, daß 
Schöneberg haben es ja verm ieden, diesen Schritt w ir m it der S chuldeputation  solche E rfahrungen  
zu tun , den w ir jetzt tu n  sollen, wohlverstanden machen w erden?
doch n u r aus dem G runde, weil sie das Selbstver­ (S tad tv . O tto : I m  Ernst nicht!)
w altungsrecht nicht ohne w eiteres aufgeben w o llten ! —  W ir bezweifeln es nicht einm al im  Scherz.
Ob sie einen rechtlich richtigen Weg gew ählt haben, E s kommt aber hier noch e tw as anderes in 
steht dahin; nach den ausführlichen Erklärungen, F rage . E s ist im  Ausschusse von m ir betont w or­
die w ir vom M agistrat in der Kommission gehört den, daß die A usnahm estellung, die die G arten ­
haben, scheint es nicht der F a ll zu sein. Aber die grundstücksbesitzer auf G ru n d  dieser V orlage haben, 
Absicht besteht doch, so vorzugehen. Ich  kann, nicht gerechtfertigt ist und nicht stichhaltig be­
allerdings n u r fü r m eine Person, sagen: ich kann gründet w erden kann. Ich  führte schon im  A us­
mich nicht entschließen, wo w ir so häufig davon schüsse an, es könnte die F rag e  ein tre ten , daß B e­
reden, daß m an  u n s Selbstverw altungsrechte n im m t, sitzer von großen Gartengrundstücken event, diese 
in diesem M om ent ein Recht, das w ir besitzen, Fläche nachher der B ebauung erschließen und da­
aufzugeben. durch tatsächlich um  die E rlegung dieser durch das
        
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