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Periodical volume 26. Februar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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merksam machen, daß d e r  A u s g l e i c h f o n d s  jetzt haben, ersparen. D a s  w ürde aber m ehr die 
e i g e n t l i c h  e i n e m  a n d e r n  Z w e c k e  Anleiheausgabe belasten.
g e w e i h t  w a r .  D ie B ildung des Ausgleichs­ D an n  kommt die Ausgabe, die u n s  aus der 
fonds w urde vor zwei J a h re n  dam it begründet, W o h n u n g s i n s p e k t i o n  entsteht, die ja 
daß m an  sagte: w ir wollen in Zukunft eine M illion doch hoffentlich nach unser aller Wunsch bald in 
des vorjährigen Überschusses in den E ta t ü b e r die Erscheinung tre ten  wird. D afü r ist in diesem 
nehm en; es kann aber m al eine Z eit kommen, wo E tat, w enn ich ihn recht durchstudiert habe, nichts 
diese M illion  a ls  Uberschuß gar nicht vorhanden ist, vorgesehen. Ich  hoffe aber, es wird nicht zu lange 
folglich müssen w ir au s  den jetzt über eine M illion dauern, bis auch diese Sache geregelt wird.
hinausgehenden Überschüssen einen A u s g l e i c h  W eiter möchte ich noch an einige kleinere 
f o n d s ansam m eln, d e r  f ü r  d i e  Z  e i t e Aufgaben, wie F e r i e n k o l o n i e n  i m  W i n- 
d i e n e n  s o l l ,  w o  w i r  n i c h t  m a l  e i n  t e T usw., erinnern  und vor allen D ingen an  die 
M i l l i o n  Ü b e r s c h u ß  a u s  d e m  v o r i g e  k u l t u r e l l e n  A u f g a b e n .  W ir w erden uns 
J a h r  z u r  V e r f ü g u n g  h a b e n .  M eine nicht lange m ehr davon zurückhalten können, die 
Herren, m it diesem F a ll müssen w ir doch ernstlich P  f l i ch t f o r  t b i l d u n g s s cki u 1 c s ü r M  ä di­
rechnen, nam entlich in  diesem M om ent, wo, wie ch e n einzuführen. E s ist ja sogar möglich, daß 
der H err K äm m erer uns deutlich auseinandergesetzt sie durch Gesetz von oben herab kommt. W ir werden 
hat, die E innahm en so hoch eingesetzt sind, daß d e aber vielleicht nicht so lange dam it w arten  können. 
Ü b e r s c h u ß  i m  n ä c h s t e n  J a h r e  v o r  W ir haben schon oft den Wunsch nach Einrichtung 
a u s s i c h t l i c h  w e i t  g e r i n g e r  s e i n  einer Pflichtfortbildungsschule für M ädchen au s­
w i r d  a l s  b i s h e r . gesprochen, haben aber bisher die Sache im m er 
E b e n s o w e n i g  k a n n  m a n  a n  d e m  vertagt, weil w ir nicht auf diesem Gebiete zu schnell 
S t r a ß e n b a u  s p a r e n .  I m  Gegenteil, vorgehen wollten. Jetzt haben w ir genügende 
wir haben u n s schon sehr nach der Decke strecken Erfahrungen gesammelt.
müssen, w enn w ir auch vielleicht vom vorjährigen Es ist ja sehr erfreulich, daß der M agistrat für 
Überschuß etw as übernehm en können. Ebenso S p i e l p l ä t z e  gesorgt hat, und ich kann der be­
wenig können wir an  den Schullasten sparen und sonderen F reude m einer Fraktion Ausdruck geben, 
auch nicht an  den Arm enlasten. daß unserm  langjährigen Wunsche in stärkerer 
Weise als bisher Rechnung getragen w orden ist. 
D an n  stehen u n s aber auch — daraus möchte Ich  glaube allerdings, daß auf diesem Gebiete 
ich hinweisen —  sehr viel n e u e  A u f g a b e n  noch manches für u n s zu tun  übrig bleibt.
bevor, die w ir im m er im  Auge behalten müssen. M eine Herren, bezüglich der Schulen möchte 
Ic h  nenne bei der vorgerückten Z eit n u r einige. 
W ir haben s o z i a l e  A u f g a b e n  von Wichtig­ ich noch eine Bemerkung m ehr etatstechnischer 
keit i m  I n t e r e s s e  d e s  M i t t e l s t a n d e s  N a tu r machen, die aber auch ein allgem eines I n ­teresse hat. Es ist m ir sehr zweifelhaft, ob die 
zu erfüllen, und da möchte ich einen Punk t vorweg 
s K jetzige T rennung  der höheren Schulen in zwei n eh m en : das ist die G r  ü n d u  n g e i n e r a n E ta ts  noch lange zweckmäßig sein wird. D ie Sach­
k e n h a u s e s  e r s t e r  u n d  z w e i t e r  K l a s lage im Königreich P reußen  zwingt, glaube ich, 
s e , natürlich auf dem G elände unseres großen 
s u n s  nicht, die höheren Mädchenschulen m it den Krankenhauses. E s besteht eine N o t d e M  i t 
s Gemeindeschulen zusammen zu führen. Ic h  weiß t e l st a  n  d e in  dieser Beziehung, der entschieden nicht, ob bei u n s irgendwelche Schwierigkeiten vor­
abgeholfen w erden m uß. D as  nächste Krankenhaus liegen, davon abzuweichen. Ich  glaube, w ir w erden 
das erste und zweite Klasse hat, befindet sich, glaube es u n s wohl überlegen können, ob wir nicht d i e 
ich, in B erlin  in der Lützowstraße. W ir geben in ö h e r  e n M  ä d ch e n s ch u l e n i n  d e n  
unserer großen S ta d t dem M ittelstände nicht die E t a t  d e r  h ö h e r e n  S c h u l e n  ü b e r ­
Gelegenheit, zu einem  m äßigen Preise unterzu­ n e h m e n .  Es ist das ja m ehr eine äußere F rage, 
kommen. W ir wissen, wie die P rivatsanato rien  die aber doch ihre innere und ideale B edeutung  hat.
emporschießen in unserer S tad t, wissen aber auch, W eiter, m eine Herren, w ird auch für den 
welche enorm en Preise dort genom m en werden. Verkehr noch in stärkerem M aße gesorgt werden 
Unser M ittelstand kann nicht dort pro T ag  15 müssen —  das wird uns auch noch Geld kosten — , 
zahlen und das, w as in den P riva tsana to rien  noch um  die Wünsche, die in der Bürgerschaft bestehen, 
d rum und  dran häng t und hängen muß denn dieLeute befriedigen zu können. E s sind m ir von m ehreren 
wollen verdienen. W ir müssen nach dieser Richtung S e iten  — das ist ein kleinerer Punkt, der aber die 
hin e tw as tun . D ie schwachen Versuche, die bisher Öffentlichkeit interessiert —  Wünsche bezüglich der 
gemacht w orden sind, indem m an einige Z im m er in Schaffung von R a d f a h r w e g e n  m itgeteilt 
dem Krankenhause —  im E ta t sind sie als „erste" worden. Ich  bin selbst nicht R adfah rer; aber ich 
und „zweite Klasse" bezeichnet —  zur V erfügung m uß sagen: w enn wir Wege für R eiter haben, so 
gestellt hat, sind nicht ausreichend. W ir müssen 
eine A bteilung erster und zw eiter Klasse schaffen, können auch die R adfahrer, die in viel größerer 
und das m uß in  der ganzen S ta d t  bekannt sein, Zahl als die R eiter vorhanden sind, einen gewissen 
dam it die Ärzte den w eniger bem ittelten  P a tien ten  Anspruch auf besondere Wege erheben, wenigstens 
sagen können: geht dorth in! Ich  halte das für an einigen S te llen , wie das auch in anderen Kom ­m unen der F a ll ist.
eine sehr wichtige Forderung , die w ir natürlich 
bei diesem E ta t nicht erfüllen können, aber im (Z uruf:  Asphalt!)
Auge behalten müssen. D arum  handelt es sich hier nicht, daß S ie  Asphalt 
als P flaster wünschen, sondern darum , daß, ähnlich 
Ebenso ist n u r eine F rage  der Z eit d i e G r ü n- wie in der K om m une F riedenau , glaube ich, und 
d u n g  e i n e s  T u b e r k u l o s e k r a n k e n -  m ehreren anderen K om m unen, auf einzelnen 
H a u s e s ,  die allerdings auf einem anderen Hauptchausseen neben dem übrigen F ah rd am m  
B rette  steht. Durch einen solchen B au  w ürden wir geradeso wie für die R eiter ein besonderer Weg 
vielleicht sogar e tw as an den A usgaben, die wir fü r R adfahrer angelegt wird, auf dem sie, unge
        
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