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Periodical volume 26. Februar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

Punkt 5 der Tagesordnung: , worden sind, und ich möchte darauf hinweisen, 
B orlage betr. Bereitstellung von M itteln zur daß auch eine so hervorragende A utorität wie 
Beschaffung von Spülwagen. — Drucksache 102. Jessen, soweit, wie ich Inform iert bin, in  seinem Schreiben an den M agistrat hier für uns einen 
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen Leiter und zwei Hilfskräfte für zweckmäßig ge­
Die Versammlung beschließt nach be’m Stnträfle halten hat. Ich hätte daher gewünscht, daß der 
des M agistrats, wie folgt: M agistrat unserm Beschlusse insofern beigetreten 
1 31. Oktober' wäre, als er sich damit einverstanden erklärt hätte, von vornherein ein dritte ärztliche Kraft anzu­
D .° d u - c h G - m ° u > d .b ° I « ,u t z - ° M E ^ b - r stellen und nicht erst das Bedürfnis abzuwarten. 
1907 zur Beschaffung von .14. neüey S p ü l­ Denn selbst wenn man wider Erwarten annehmen 
wagen bewilligten Kosten in Höhe von sollte, dast hei uns der Besuch unter dem Mindest­
43 640 M  sind den laufenden M itteln für.das besuch der Straßburger. Klinik zurückbleiben würde, 
Rechnungsjahr 1907 zu en tnehm en.), , was wir doch nicht wollen — wir wollen doch im 
Gegenteil erreichen, dqß eine möglichst große Zahl 
Punkt 6 der Tagesordnung : von Kindern sich behandeln läßt — , aberselbst wenn 
Vorlage betr. Verstärkung der Etatsnummer wider Erw arten der Besuch unter dem Mindesl- 
Ordin. K ap itell— 8— 1 für 1907. — Drucksache 103. besuch der S traßburger Klinik bleibt, so hätte 
meiner M einung nach diese dritte ärztliche Kraft 
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. von vornherein ein weites Feld der Tätigkeit, 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage nämlich in der M itarbeit bei der Organisation und 
des M agistrats, wie folgt: in der M ithilfe bei der Bem ühung, um  mich eines 
Die E tatsnum m er Ord. Kapitel I  Abschn. 8 früher gefallenen Ausdruckes zu bedienen, in den 
Nr. 1 für 1907 (Reisekosten, Tagegelder, jetzt ungeordneten zahnärztlichen Verhältnissen Ord­
Fuhrkosten usw.) wird um  2600 M aus nung zu schaffen. Ich hätte infolgedessen ge­
laufenden M itteln  verstärkt.) wünscht, daß der M agistrat von vornherein auch 
■ ■ \  ; , ! •  • . . i n der Anstellung einer dritten ärztlichen Kraft zu­
Punkt 7 der Tagesordnung: gestimmt hätte.
Was nun die Gehaltsfrage, des Leiters anbe­
M itteilung betr. Schulzahnklinik. — Drucksache 104 trifft, so hat ja der Magistrat dem Satze von 6000 M ,  
den der Ausschuß formuliert hat, zugestimmt, aber 
Berichterstatter Stabtb. Dr Nöthig: Meine nur nach Ablauf eines Probejahres, und in diesem 
Herren, wenn ich die Kenntnisnahme der M a­ Probejahr soll das Gehalt 4500 M  betragen. Auch 
gistratsmitteilung beantrage, so geschieht es ledig­ in der Festsetzung des Gehaltes hat meiner M ei­
lich aus folgender sachlichen Erwägung heraus, nung nach der Ausschuß, vollkommen entsprechend 
nämlich um  die Einrichtung der so unbedingt nöti­ den tatsächlichen Verhältnissen, das Richtige ge­
gen städtischen Schulzahnklinik nicht noch länger troffen.
zu verzögern, durchaus aber nicht aus dem Grunde, (S tadtv . Bollm ann: Sehr richtig!)
weil wir etwa die vom Magistrat vorgenommene Ich  mache S ie darauf aufmerksam, wie das auch 
Beschränkung unserer Beschlüsse für notwendig schon früher geschehen ist, daß den angeführten 
oder selbst zweckmäßig erachten können. I m  5000 M  in Ulm reichlich 6000 M  hier entsprechen, 
Gegenteil, nach den W orten des Magistrats, daß er und ich weiß ferner, daß die Ansichten zweier her­
m it uns bereit sei, unter allen Umständen etwas vorragender A utoritäten vorliegen, die für große 
Vorbildliches zu schaffen, habe ich eigentlich er­ S täd te das Gehalt eines Leiters von 5000 bis 
w artet, daß der Magistrat sich rückhaltlos unsern 8000 M  für zweckmäßig erachten und dabei sogar 
Beschlüssen anschließen würde, und dies um so noch die Pensionsberechtigung fordern. Und wenn 
mehr, weil wir irrt P lenum  seinerzeit den W ün­ S ie sich ferner vergegenwärtigen, daß die Landes­
schen des M agistrats in bezug der Assistentenge­ versicherungsanstalt B erlin ihren beiden ärztlichen 
hälter entgegengekommen sind. Leitern 7200 M  zahlt und dabei- von ihnen nur 
Der Ausschuß hatte seinerzeit auf Grund eine Tätigkeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags ver­
reiflicher Erwägungen und Erörterungen seine langt, ihnen also die Ausübung der P rivatpraxis 
Ansicht nicht nur über die Gehaltsfrage des Leiters gestattet, was bei uns bekanntermaßen fortfällt, 
und der Assistenten, sondern auch über die Zahl so war meiner Meinung nach die Form ulierung 
der in Betracht kommenden notwenigen ärzt­ des Ausschusses das mindeste, was bewilligt wer­
lichen Kräfte gefaßt, und nach meiner Ansicht muß den mußte, um  für uns etwas unter allen Um­
auch eine einfache Überlegung zu dem Beschlusse ständen Vorbildliches zu schaffen.
führen, daß wir vbn Anfang an tatsächlich drei Was nun das Probejahr anbetrifft, so kann 
ärztliche Kräfte brauchen. W enn m an sich nämlich ich die Ansicht des M agistrats in dieser Beziehung 
vergegenwärtigt, daß nach den statistischen Er­ für nicht ganz unbegründet halten; aber ich kann 
hebungen in S traßburg der Mindestbesuch der nicht verstehen, w arum  der M agistrat in diesem 
dortigen Klinik 15 %  der zur Behandlung berech­ Probejahr weniger Gehalt geben will als später. 
tigten Kinder betragen hat, und wenn m an dies Wir stehen vor einer neuen Einrichtung. D er be­
auf unsere Verhältnisse überträgt, so müssen wir treffende Leiter hat im ersten Jäh re  nicht allein 
bei unsern 23 500 Kindern m it einer Behandlung die Organisation der Klinik zu leiten, nicht allein 
von 3525 Kindern rechnen. Nach meiner festen die Einrichtung des Betriebes zu schaffen, er soll 
Überzeugung nun kann ein Arzt im Jah re  nur auch dafür sorgen, daß er sich selbst und daß seine 
1200 Kinder zahnärztlich gut versorgen. Wir Hilfskräfte^ sich in die neuen Verhältnisse einar­
kommen also tatsächlich dazu, von Anfang an beiten, daß die Bevölkerung V ertrauen und V er­
drei ärztliche Kräfte nötig zu haben. D as sind ständnis für diese neue Einrichtung gewinnt. Und 
die Zahlen, die damals irrt Ausschuß gegeben da halte ich es nicht für zweckmäßig, ihm für diese
        
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