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Periodical volume 26. Februar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

V erw altung der G em eindeaugelegenheiten M eine H erren, ich hatte bei der ersten B era tung und bei der A usführung der Beschlüsse in der Sache trotz des größten V ertrauens, das ich allen A ngelegenheiten entzogen ist. gewiß zu unserem gegenw ärtigen M agistrat habe, Es hat also die S tad tverordnetenversam m lung auch darauf hingewiesen, daß doch im m erhin die M ög­ nach der Ansicht des O berverw altungsgerichts eine lichkeit bestehen kann, daß späterhin einm al der Berechtigung, direkt oder indirekt bei allen H and­ M agistrat nicht aus solchen objektiven und gerechten lungen, also auch bei den F rag en der N aturalisation, E rw ägungen heraus, wie w ir sie im m er an ihm mitzuwirken. M eine Herren, von dieser Rechts­ gew ohnt w aren, seine Beschlüsse faßt. W arum auffassung ausgehend, bitte ich S ie , die Geschichte soll dann die S tad tvero rdnetenversam m lung au s­ zu verfolgen. geschaltet w erden? D azu liegt doch nicht die ge­ W ir haben eine Geschäftsordnung für die ringste V eranlassung vor. Und w enn in einer V er­ S tad tverordnetenversam m lung. Die Geschäftsord­ w altung wie B erlin , die viel um fangreicher ist als nung schreibt in § 30 vor: „D em W ahlausschuß sind die unsrige, es bei dem bestehenden Zustande be­ diejenigen B orlagen zur B orberatung und B egu t­ w endet, w enn die S tad tverordnetenversam m lung achtung zu übergeben, welche" — , und dann kommt nicht ausgeschaltet w orden ist, so w ürde ich b itten , u n te r C: „Gesuche von A usländern um A ufnahm e es auch bei u n s dabei bew enden zu lassen. in den preußischen S taa tsv erb an d m it B egründung I n der V orlage w ar a ls besonderer G rund her­ eines W ohnsitzes«!C harlottenburg (N aturalisation)." vorgehoben w orden, daß dadurch, daß die S ta d tv e r­ F ern e r ist in § l 0 der Geschäftsordnung noch ordnetenversam m lung in den F erien die A ngelegen­ einm al darauf verwiese», daß derartige V erhand­ heit nicht bera ten könnte, fü r den B etreffenden eine lungen in geheim er Sitzung stattzufinden haben. V erzögerung entstehen w ürde. M eine H erren, M eine Herren, es ist im Ausschusse, wie H err ich bin in der Lage, aus m einer P ra x is a ls Rechts­ Kollege C rüger hervorgehoben hat, von einem M it- anw alt Ih n e n m itzuteilen, daß diese B ehaup tung gliede, das seit J a h re n im Wahlausschüsse tätig ist, nicht zutrifft. Ich habe w iederholt bei N a tu ra li­ darauf hingewiesen worden, daß die Möglichkeit sationsgesuchen die E rfahrung gemacht, daß die nicht ausgeschlossen ist, daß der W ahlausschuß bzw. V erzögerung nicht bei der S tad tv e rw a ltu n g liegt, die S tad tverordnetenversam m lung, die h in ter ihm sondern bei der R egierung. Ich habe eben ein steht, auf eine N aturalisation w ohltätig einwirken N aturalisationsgesuch in B earbeitung von einem kann. D as M itglied hat einen F a ll speziell erw ähnt, sehr angesehenen, sehr hervorragenden G elehrten in welchem bei einer N aturalisation durch die E in­ sogar. Dieses Gesuch beschäftigt die B ehörde be­ wirkung des Wahlausschusses der M agistrat ver­ re its seit m indestens 9 M onaten . E s ist längst aus an laß t w orden ist, eine andere Erklärung abzugeben, der S ta d t B erlin heraus. W oran das liegt, weiß als er ursprünglich abgeben wollte. W enn eine ich nicht. Je d e n fa lls ist das aber ein B ew eis dafür, derartige Tatsache feststeht, w enn feststeht, daß die daß jedenfalls die Tätigkeit der S tad tv e ro rd n e ten ­ Tätigkeit der S tad tv e ro rd n e ten v ersam m lu n g -------- versam m lung gar nicht oder äußerst selten hem ­ (Unruhe. Glocke des P'orstehers.) m end wirken kann. N un w ill ich nicht so w eit gehen, etw a den Kon­ Borsteher Kaufmann: Ic h m uß die V ersam m ­ flik tparagraphen, § 36 der S täd teo rd n u n g , herau f­ lung wiederholt bitten, die Privatgesprüche außer­ zubeschwören. Ich stehe mich persönlich m it dem halb des Sitzungssaales zu halten. M agistrat so gu t, daß ich keine V eranlassung habe, hier von Konflikten zu reden. Aber wozu w ollen S t a d t v .Holz (fortfahrend): M eine H erren, ich w ir eine solche Sache übers Knie brechen? Ich sage, w enn feststeht, daß die Tätigkeit der S tad tv e ro rd ­ stelle daher den A ntrag , die V orlage in den A us­ netenversam m lung auch auf diesem Gebiete nur m ög­ schuß zurückzuverweisen. D er bisherige Ausschuß licherweise wohltuend wirken kann, so sehe ich bestand au s 9 M itg liedern , von denen n u r 6 zu­ nicht die geringste Veranlassung, weshalb w ir an letzt anw esend w aren . Ich weiß nicht, wie die Ab­ einem bestehenden Zustande rü tte ln sollen. W ir stim m ung ausgefallen ist; ich g laube, es w aren haben u n s nicht beschwert, und es kommt plötzlich 4 gegen 2 oder 3 gegen 3 S tim m e n . S o llen w ir die V orlage; der M agistrat will uns, wie u n s m it­ dem Beschlusse einer solchen Z u fa llsm ajo ritä t hier geteilt ist, von einer Last erleichtern. W enn wir fo lgen? erklären : w ir wollen diese Erleichterung nicht, so, (S ta d tv . Dr. C rü g e r: 5 gegen 1 S t im m e !) glaube ich, kann der M agistrat es ruhig bei dem O hne eine ausführliche R echtsbelehrung, ohne bestehenden Zustande bew enden lassen. M ateria l zu haben, wie ich es verlangt h ab e? Ich E s ist in der V orlage auf B erlin hingewiesen h atte den V ertre te r des M agistra ts ersucht, u n s w orden. D ie M itte ilung in der V orlage ist nicht M ate ria l zu verschaffen durch B efragung der e in ­ richtig; sie m uß auf falscher In fo rm a tio n beruhen. zelnen S tad tv e rw a ltu n g en , besonders von B erlin , M ir ist heute von einem angesehenen M itgliede um authentisch nachzuweisen, ob die Sache in der S tad tverordnetenversam m lung in B erlin ein B erlin so gehandhabt w ird , wie es die V orlage B rief zugestellt w orden, aus welchem hervorgeht, darstellt. Ich stelle deshalb form ell den A ntrag , daß die S tad tverordnetenversam m lung von An­ die Sache noch einm al in den Ausschuß zurückzu­ fang bis zu Ende bei jeder N aturalisation tä tig ist. verweisen, und ich m eine, w ir können u n s diesem Ich will den B rief nicht wörtlich verlesen; es heißt A ntrag fügen. an einer S te lle : (B rav o !) Die Naturalisationsgesuche w erden bei uns aus allgem einem Rechtssatz her a ls gem ein­ (Die B e ra tu n g wird geschlossen.) schaftliche V erw altungsangelegenheiten an ­ gesehen, welche die S tad tv ero rd n e ten v er­ Berichterstatter S tadtv . Dr Crüger (Schluß­ sam m lung dem M agistrat allein zu überlassen w ort) : Ich möchte n u r feststellen, meine Herren, im In teresse der Bürgerschaft nicht für zweck-, daß im Ausschusse nicht durch eine Z u fa l lsm eh r­ m äßig erachtet. heit dieser Beschluß gefaßt worden ist. W enn es
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