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Periodical volume 20. März 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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Stabtu. Holz: Meine Herren, gegenüber den Stadtv. Hirsch nicht zu beschäftigen, wohl aber noch 
Erklärungen meines freundes Otto und gegenüber m it denen des Herrn Professors Frank. Herr 
der wohlwollenden Haltung des Herrn Bürgermeisters Professor Frank meint,
würde ich keine Veranlassung genommen haben, jetzt (Vorsteher Rosenberg: S ta d tv e ro rd n e te r Frank!)
noch das Wort zu ergreifen, wenn nicht Herr Kollege —  Herr Stadtv. Frank — Pardon! — meint, daß der­
Hirsch die Sache in einer eigentümlichen Beleuchtung artige Schwankungen überall vorkämen. Das steht 
gezeigt hätte — ich meine nicht die elektrische im Widerspruch zu den Äußerungen des Sachver­
Beleuchtung. Herr .Kollege Hirsch hat sich nämlich ständigen, die ich Ihnen verlesen habe, und Kollege 
heute gewissermaßen als freiwilliger Regierungs­ Dr. Frank möge es m ir nicht übel nehmen, wenn 
kommissar für den Magistrat aufgeworfen. ich ihn. den ich sonst außerordentlich hoch schätze, in 
(Heiterkeit.) dieser Frage nicht als sachverständig betrachten kann. 
Ich meine, diese Erfahrung ist für den Magistrat Z. B. meinte der Kollege auch, daß die neuen 
und für Herrn Kollegen Hirsch ja sehr schön; aber Lampen, wie die Wolfram-. Osram-, Tantallampen, 
ich glaube. Herr Kollege Hirsch hat doch nicht das vielleicht die Schwankungen d utlicher erkennen ließen. 
zutreffende Moment hervorgehoben. Ich kaun zunächst sagen, daß in allen Fällen, die ich 
(Stadtv. Hirsch: Das tun Regierungskornmisscire nicht!) zitiert habe, es sich um Kohlenfadenlampen handelte. 
Es kommt bei der uns beschäftigenden Frage Ich kann aber auch noch hinzufügen, daß gerade der 
nicht allein auf die Sache selbst an, in der vielleicht Herr Sachverständige angibt, daß diese neuen Lampen, 
viele von uns technisch nicht zuständig sind; w ir wie die Wolfram-, Osram- und Tantallampen, von 
können uns hierüber auf das zurückziehen, was Herr der Lampenspannung weniger abhängig sind. Der
Professor Frank ausgeführt hat. und das reicht ja ; hochverehrte Kollege wird sich also überzeugen, daß 
schon aus. meine Herren, um nachzuweisen, daß die 1( er in dieser Frage nicht ganz sachverständig ist und. 
Ausführung des Magistrats in der vorliegenden j  wenn er wirklich mitreden will, sich auch erst in­
M itteilung nicht ganz zutreffend ist, um mich milde formieren muß.
auszudrücken. Meine Herren, gegen die sachlichen Ausführungen 
(Stadtv. Dr. Borchardt: Im  Gegenteil!) I bezüglich des Hauses Kielganstraße 2, die ich gegeben, 
Meine Herren, worüber sich Heir Kollege Spiegel und aus positive Angaben gestützt habe, hat der Herr 
und m it ihm natürlich der größte Teil der Stadt­ Dezernent die gegenüberstehende Aussage des Beamten 
verordnetenversammlung beschwert fühlen mußte, das angeführt. Die hatte ich selbst zitiert, und ich hatte 
ist. wie gegenüber seinen sachlichen Ausführungen darauf hingewiesen, daß ich. um den hier bestehenden 
verfahren worden ist. Meine Herren, ich hatte das Widerspruch aufzuklären, den Herrn Oberbürgermeister 
Gefühl, als ich die M itteilung gelesen hatte, als ob ersucht hatte, bei dem betreffenden Hausbesitzer 
vom Magistrat ein unzulässiges Jnquisitionsverfahren schriftlich anzufragen. Wenn also die Aufklärung 
gegenüber Herrn Kollegen Spiegel vorgenommen nicht in vollem Maße erfolgt ist, so ist das nicht 
worden ist, um seine sachlichen Ausführungen ins meine Schuld.
Unrecht zu setzen, und wenn wir uns vergegen­ Dann habe ich noch zu einer kleinen Bemerkung 
wärtigen. was Herr Kollege Spiegel heute sacvlich mich zu äußern. Der Herr Dezernent meinte, ich 
vorgetragen hat. und was der Magistrat geantwortet hätte das Haus Bapreutherstraße 38 ausgelassen. 
hat, und wenn man zugeben muß, daß Herr Kollege Das ist aber nicht der Fall. Ich habe in meinen 
Spiegel recht hatte, indem er hervorgehoben hat: es ersten Ausführungen dieses Haus auch ganz aus­
sind Erkundigungen nur bei Dienstmädchen eingezogen, führlich behandelt, und ich habe es nur nicht in 
so wird man zu dem Schluß kommen müssen, daß meiner letzten Bemerkung erwähnt, wo ich die Häuser 
Herr Kollege Spiegel im Recht ist, und daß der anführte, aus denen Klagen von in diesen Häusern 
Satz der Magistratsmitteilung: gut bekannten Stadtverordneten vorgebracht waren. 
Hieraus er ibt sich, daß die in jicr Siadt- Das waren von meiner Seite das Haus Schlüter­
verordnetenversammlung gemachten Äußerungen straße 24 und von seiten des Kollegen Paelel 
tatsächlich nicht zutreffen Kurfürstendamm 36 und 45 . Der Herr Bürger­
— daß dieser Satz mindestens sehr nnvoisichtig ist meister hat sich inzwischen ans dem stenographischen 
gegenüber einem Stadtverordneten. Herrn Kollegen Bericht überzeugt, daß diese Angaben in der Tat 
Spiegel ist cs nicht daraus angekommen, sich als hier gemacht waren. Dam it aber der Herr Dezernent 
iiisallibel zu bezeichnen, sondern er war sich wohl nichts vermißt, bin ich in der Lage, ihm hier die 
bewußt, daß, wenn er eine Ausführung machte, der schriftliche Bestätigung zu überreichen, daß im Hause 
Magistrat berechtigt und verpflichtet war. dieser Aus­ Bayreutherstraße 38 „häufiger Störungen im elektrischen 
führung nachzugehen. Aber er kann verlangen in Licht beobachtet worden sind".
seiner Eigenschaft als Stadtverordneter, daß die (Überreicht das Schriftstück.)
Untersuchung so vor sich geht, wie sie vorgenommen 
werden muß, d. h. durch unanfechtbare Erkundigungen Stadtv. Dr. R ie l: Meine Herren, als der An­
an richtiger Stelle. Deshalb stimme ich Herrn trag gestellt wurde, über diese M itteilung vor unfern 
Kollegen Lpiegel zu, daß der Magistrat in-zukünftigen ©tat zu veth ndeln, habe ich zugestimmt, weil ich als 
Fällen, wenn wieder eine solche Unbrsuchung statt­ 1 ganz selbstverständlich angenommen habe, daß hier eine 
findet. sich an die maßgebenden Personen offiziell äußeist wichtige Angelegenheit behandelt werden solle
wendet, nicht an Hausmädchen, sondern an die Haus­ — eine Sacke, welche' von großer Bedeutung für 
wirte selbst. unsere Stadtverwaltung wäre. Ich muß zu meinem 
Bedauern gestehen, daß ich, ebenso wie der Kollege 
Stadtv Dr. Spiegel: Meine Herren, wenn dem Hit sch, recht enttäuscht worden bin. Ich habe pflicht­
Stadtv. Hirsch soviel an unserer kostbaren Zeit lag, gemäß die Mitteilung des Magistrats durchgeleseu, 
dann hätte er sich eigentlich seine Ausführungen, die und ich habe nichts darin gesunden, was mir irgend­
zur Sache gar mchts brachten, ersparen können. wie Veranlassung hätte geben können, aufmerksam zu 
(Sehr richtig! —  Oho!) werden. Ich habe diese M itteilung heute, wo ich 
Ich habe mich also mit den Ausführungen des Herrn immer wieder dazu aufgefordert wurde, erneut durch-
        
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