Stadtrat I>i Jaffe: Geflissentlich hat Herr so lauge muß ich derartige M itteilungen ignorieren,
D r. Spiegel das Haus Bahreutherstraße 38 aus- es sei 'denn, daß m ir gesagt w ird : der und der hat
das behauptet.
( ito b tu ' D i. Spiegel: Ich habe gar nichts aus (Sehr richtig!)
gelassen!)
Gewiß, S ie haben eben die Häuser genannt, Bürgermeister M atting: Ich möchte Herrn
aber nicht das Haus Bahreutherstraße! S ie haben Stadtv. D r. Spiegel noch entgegenhalten, daß er
vorhin in Ih rem Referat zugegeben, daß hier die insofern sich entschieden ir r t und die S itua tion fasich
Kurve tadellos ist. daß die W ir tin also hier richtig auffaßt, wenn er die Sache so darstellt, als ob seine
ihr U rteil abgegeben hat, daß S ie also fü r dieses Wahrheitsliebe qeivissermaßeu habe angezweifelt
Haus Ih re Behauptung nicht auirechterhalten. Also werden sollen und seine Angaben auf ihre tastachliche
wenn nun vom Magistrat gesagt w ird : die BReic htigkeit haben geprüft werden sollen. So kann
hauptungen des Herrn D r. Spiegel sind nicht zu sich die Sache ja gar uicht abgespielt haben, und ich
treffend, so geben S ic es wenigstens in dem einen habe ja schon erklärt, wie sie aller Wahrscheinlichkeit
Punkte, fü r dieses Haus, zu nach vor sich gegangen ist. Herr Stadtv. D r. Spiegel
(Stadtv. D r. Spiegel: F ü r den Augenblick, fü r die hat jetzt eben — und das nehme ich auch als den Grund
Messung gebe ich das unumwunden zu!) an. weshalb er sich verletzt füh lt — gesagt: „Dem
Aber wenn nun von Spanuungsschivankungen M agistrat stelle ich gegenüber meine Erfahrung, die
hier gesprochen wird, so müssen S ie sich das nicht ich aus eigener Beobachtung in der Sitzung am
so vorstellen, daß die Spannung dauernd hinauf und 23. Januar mitgeteilt habe". I n seiner Rede hat
hinunter geht, sondern cs ist eine Schwankung, die Herr Stadtv. D r. Spiegel auf seine eigenen Be
im Laufe von 24 Stunden stattfindet. Auch die obachtungen, soviel ich weiß, nicht hingewiesen,
Spannung in der Nacht, welche fü r den Konsumenten sondern hat allgemeine Bemerkungen über Klagen
von keinem Interesse ist. ist hierbei mitberücksichtigt. gemacht, die ihm zu Ohren gekommen feiern Ich
Es gehört aber wirklich ein sehr empfindliches Auge habe, als Herr Stadtv. D r. Spiegel sagte: „ Ich selbst
dazu, um überhaupt derartige unbedeutende habe in dem Hause gewohnt, und ich selbst habe die
Schwankungen wahrzunehmen. Beobachtungen gemacht" — sofort gesagt: selbst
Nun ist Herr Stadtv. D r. Spiegel sehr aus verständlich' gegen dieses Argument können w ir m it
führlich auf das Haus 'Kielganstraßc 2 eingegangen. den Berichten und m it den Protokollen unserer Be
Ich fühle mich doch veranlaßt, Ihnen das Protokoll, amten absolut gar nichts machen; denn w ir können
das Herr Ingenieur Könitz als der Wahrheit ent unter keinen Umständen Herrn Stadtv. D r. Spiegel
sprechend hier niedergelegt hat, wenigstens in einigen gegenübertreten und sagen: das ist nicht wahr, oder:
Punkten noch vorzulesen. Herr Könitz ist dreimal das glauben w ir nicht. Und ebenso ist selbstver
in dem Hause gewesen; zweimal hat er den Besitzer stündlich, wenn heute noch die Herren Stadtv. D r. de
des Hauses nicht angetroffen. Bei seinem dritten G> uyter und Paetel als klassische Zeugen angeführt
Besuche w ird er empfangen, und zwar zuerst allein werden, daß das tatsächlich wahr ist. was hier von
von dem Herrn, den Herren gesagt w ird. Aber, meine Herren, _ das
der auf meine bestimmte Frage, ob er Zuckungen ist erst heute zutage gefördert worden, wenigstens
oder Unruhe in der elektrischen Anlage seiner nicht in der öffentlichen Sitzung von neulich. Ich
Räume bemerkt habe, ebenso bestimmt erwiderte, glaube nicht, daß es in irgend einer Form zum
daß das nicht der F a ll sei. Ausdruck gelangt ist.
— Ja. meine Herren, das ist eine klipp und klare (Zurufe bei den Liberalen.)
Aussage! — Jedenfalls muß ich sagen: nach meiner persönlichen
Der Sohn tra t dann, nachdem er diese Erklärung Erinnerung ist m ir absolut unbekannt, daß Herr
abgegeben hat. auch in das Zimmer und be Stadtv. D r Spiegel gesagt hätte: „ Ic h selbst habe
stätigte auf die ausdrückliche Erklärung seines in dem Hause, in dem ich gewohnt habe, diese Be
Vaters, daß er ebenfalls Zuckungen nicht bemerkt obachtung gemacht."
habe. Ich fragte nochmals die Herren, ob das Nun. aber, meine Herren, selbst zugegeben, daß
Licht in seiner Helligkeit nachgelassen habe, unsere Darstellung, daß die Spannungsschwankungen,
worauf beide Herren erwiderten, daß ein solcher die beobachtet worden sind, nicht so erheblich gewesen
Nachlaß gelegentlich von ihnen bemerkt worden sei. sind, daß eine Ungleichmäßigkeit des Lichts dadurch
Ja, wer viel fragt, bekommt viel A n tw ort; wenn herbeigeführt worden sei, ein wenig optimistisch auf
man die Leute fragt: haben S ic denn gar nichts gefaßt wäre, so, glaube ich doch, w ird tatsächlich auch
auszusetzen? denken S ie mal nach, ob S ie nichts Herr Stadtv. D r. Spiegel zugeben können, daß nach
bemerkt haben! — dann w ird doch wohl etwas den Feststellungen, die gemacht worben sind, so
herauskommen. schwere gravarnina gegen das Elektrizitätswerk, wie
H err D r. Spiegel hat ferner erklärt: unser Werk iv ir es wenigstens nach seiner neulichen Darstellung
wäre so diskreditiert, daß die Leute nicht nach auffassen mußten, jedenfalls auch heute nicht haben
Charlottenburg ziehen, weil das elektrische Licht nichts festgestellt werden können, und ich glaube, man w ird
tauge. Solange diese Anklagen nicht an mich heran sich hier wohl auf einen Ausgleich verständigen
getreten s ind ,' so lange muß ich diese Angaben be können: w ir werden zugeben können, daß nach beiden
zweifeln. Ich komme m it ebensoviel Leuten in Seiten ein Gränchen Wahrheit und Unwahrheit,
Berührung wie. Herr D r. Spiegel, und jedermann, Richtigkeit und Unrichtigkeit liegt, und damit w ird,
der weiß, daß, wenn Klagen über das elektrische glaube ich, die Sache wohl fü r heute als erledigt
Licht anzubringen sind, ich der erste bin, der sie erachtet werden können.
hören muß, der wendet sich an mich, und solange
ich derartige Klagen noch nicht zu Ohren bekommen Stadtv. Otto: Meine Herren, meine Zreunde
habe und ich noch nicht gehört habe, daß die Leute fühlen sich m it dem Herrn Bürgermeister durchaus
unser elektüsches Licht als minderwertig gegenüber einig in dem Wunsche, die Angelegenheit m it größter
dem Berliner betrachten und es anderem hintanstellen, Ruhe, sine ira et Studio, zu behandeln, und ich