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Periodical volume 20. März 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

Der Herr Dezernent hat hinzugefügt, die I n ­ einen Zweck gehabt? Der Herr Dezernent ist von 
genieure könnien doch nicht zu alten Mietern geben. dem Ergebnis der Nachforschungen durchaus befriedigt; 
In  der Mitteilung des Magistrats aber ist ein Satz er erklärt ja Kurven, die, wie ich Ihnen nachgewiesen 
enthalten, aus dem mau schließen mußte, daß die habe, unzulässige Schwankungen ausweisen, als 
Ingenieure wenigstens versucht hätten, alle Mieter tadellos! Es würde also alles beim alten bleiben, 
anzutreffen; denn es steht da: „soweit sie anzutreffen und unsere Mitbürger würden daran verzweifeln, 
waren". daß es jemals besser werde.
Der Herr Dezernent hob daun die Kleinheit I n  einer Beziehung kann ich übrigens, indem 
meiner Liste von nur fünf Häusern hervor und ich auf die vierte Frage zurückkomme, die ich Herrn 
fragte nachher, wo denn die übrige Liste geblieben D r Kallmann vorgelegt habe, unsere Mitbürger 
wäre. Ja. meine Herren, das will ich Ihnen beruhigen. Diese Frage lautete dahin: ist bei dem 
sagen: in dem Moment, als ich borte, wie bei in Chärlottenburg im Gebrauch befindlichen Dreh­
Herr Dezernent meine Angaben behandelt, wie er strom die Regulierung schwieriger zu erreichen als 
erst nachforscht, ob ich die Wahrheit ge>agt habe. — bei Gleichstrom? Herr Dr. Kallmann teilt mir mit, 
und das habe ich in einem sehr fiühen Stadium daß das Gegenteil der Fall ist, daß der Drehstrom 
erfahren — da verging mir, was Sie mir wohl unter gewissen Voraussetzungen sogar eine noch 
nicht verdenken werden, die Lust, diesem Herrn bessere Regulierung ermögliche. Unsere Mitbürger 
Dezernenten mit weiterem Material an die Hand zu können also getrost in die Zukunft blicken: wenn 
gehen. die Beschwerden, denen wir Ausdruck gegeben haben, 
(Bewegung.) nur die nötige Berücksichtigung finden, können sie 
Der Herr Dezernent hat uns dann eine kleine auch einmal guten Strom erlangen. Daß der Strom 
Vorlesung gehalün, welcher Weg vorgeshrieben wäre, jetzt nicht so gut ist, wie man verlangen kann, habe 
wenn uns Klagen aus der Bürgerschaft zugehen. ich Ihnen nachgewiesen.
Ich halle den Herrn Dezernenten' nicht für befugt, Wenn nun der Herr Dezernent und der Herr 
uns irgend welche Vorschriften darüber zu machen, Bürgermeister sagen: „so gefährlich sind die Sachen 
und ich werde, wenn ich sehe, daß die Unzufrieden­ nicht," so müssen sie doch zugeben, daß die zulässige 
heit weiter um sich greift, und daß trotz gelegent­ Spannung, die Grenze, die der Herr Dezernent «elbst 
licher Hinweise, die ich mir schon öfter gestaltet habe, als die zulässige bezeichnet, unter- bezw. über­
die Klagen nicht verstummen, auch in Zukunft mich schritten ist, und daß infolgedessen die Behauptung 
nicht genieren, die Dinge hier zur Sprache zu brince». des Magistrats unrichtig ist. Denn sobald diese Grenze überschritten ist, ist die Überschreitung eben 
Der Herr Dezernent kann für das Elektrizitäis- deshalb unzulässig, weil sie sich in einer Änderung 
wcrk als solches gar kein größeres Interesse hoben als der Lichtstärke bezw. stärkerer Beanspruchung der 
ich. Ich bin ein überzeugter Anhänger der Theorie, Lampen bemerkbar macht.
daß alle derartigen Unternehmungen in städtischer 
Verwaltung sein müsse». Ich habe eine ga»z Der Herr Bürgermeister wirst nun allerdings 
besondere Freude gehabt, als Charlottenburg von die Frage auf, ob diese Spannungsdifferenz auch wahrgenommen worben ist als Schwankung der Licht­
vornherein sein Elektrizitätswerk als städtisches Werk stärke, weil vielleicht die Leute in dem Moment 
begründete. Nun liegt mir aber auch ganz besonders gerade schliefen. Wenn wir so argumentieren wollen, 
viel daran, daß wir nicht den Leuten recht geben, welchen Wert haben denn dann überhaupt die 
die sagen: die städtische Verwaltung bewährt sich Kurven? Die sollen doch zeigen, daß unabhängig 
nicht so gut wie die Privatverwaltung. Deshalb ist 
es mir besonders schmerzlich, wenn ich aus dem von jedem subjektiven Empfinden die Spannung so und so sich in dem Stromkreise verhält, und da 
Gebiete unseres Elektrizitätswerkes derartige M iß ­ habe ich nachgewiesen, daß, entgegen dem Texte der 
stände antreffe, und ich werde mich immer wieder Mitteilung, die Schwankungen so groß sind, daß sie 
bemühen, für Abstellung derartiger Mißstände zu Schwankungen der Lichtstärke nicht nur herbeifühien 
sorgen. können, sondern müssen.
Der Herr Dezernent meinte, ich hätte das Werk Ich kann daher nur wiederholen, daß nicht 
geschädigt dadurch, daß ich diese Mißstände öffentlich meine Angaben sich als unrichtig herausgestellt 
zur Sprache brachte. Nein, meine Herren, das haben, sondern die Angaben des Magistrats. Daß 
Werk wird geschädigt durch das Herumsprechen von der Magistrat an sich, wenn er von der Richtigkeit 
Bewohner zu Bewohner in Charlottenburg. Dies der Angaben überzeugt war, zu der Mitteilung 
geht von Mund zu Mund, so daß es vorkam, daß berechtig! ist, das will ich in keiner Weise bestreiten. 
jemand, der eben eine Wohnung in Charlottenburg Was ich als unberechtigt empfunden habe, dos war, 
gemietet hatte, von bereits hier wohnenden Freunden daß der Herr Dezernent meine positiven Angaben: 
darauf aufmerksam gemacht wurde, wie schlecht der „in  dem und dem Hause sind Klagen erhoben" erst 
Strom wäre. Für diese Dinge kann ich, wenn es aus ihre Wahrheit prüfen ließ. Wenn das jetzt dem 
sein muß, Beweise bringen. Die Tatsache, daß die Beamten, dem Ingenieur, in die Schuhe geschoben 
Klagen sehr verbreitet sind, wird vielleicht mancher wird, so würde ja natürlich der Herr Dezernent 
der Herren im Saale auch kennen; nur der Magistat entlastet werden.
scheint hier nicht die Allwissenheit zu besitzen, die Im  übrigen muß der Herr Bürgermeister 
ihm Herr Stadtrat Jebens neulich in seiner humor­ zugebe n. daß die in der Mitteilung enthaltene 
vollen Weise nachgerühmt hat. Also ich protestiere Angabe, daß keinerlei Klagen aus den Häusern fest­
gegen die Behauptung, daß ich das Werk geschädigt gestellt werden konnten, unrichtig ist, Nachdem am 
habe durch meine Mitteilungen. Ich glaube mir im 23. Januar Mitglieder dieser Versammlung für ihre 
Gegenteil ein Verdienst dadurch erworben zu haben, eigene Person für die Häuser Schlüterstraße 24, 
daß ich die Sache hier anregte. Kursürstendamm 36 und Kurfürstendamm 45 positive 
Allerdings sagte der Herr Dezernent: wenn ich Angaben gemacht haben. Der Magistiat hat also 
die Sache privatim mitgeteilt hätte, wäre die Unter­ zum mindesten das ihm vorliegende Material nicht 
suchung ebenso erfolgt. Was hätte denn das für genügend berücksichtigt.
        
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