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Periodical volume 20. März 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

Vorsteher Nosenberg: Ehe ich die Versammlung „durch mündliche Umfrage in den betreffenden 
bitte, zu diesem Antrage des Herrn S tadtv. O tto Häusern weder bei den W irten, noch bei den M ietern, 
S tellung zu nehmen, gebe ich davon Kenntnis, daß soweit dieselben angetroffen werden konnten, Klagen 
ein Antrag des Herrn Stadtv. Hirsch vorliegt. in  dem Sinne der erfolgten M itte ilung  festgestellt 
Punkt 5 der Tagesordnung bis nach Erledigung des werden konnten". Meine Herren, ich verwahre mich 
Abschnittes 1 der Ausgaben des Kapitels I  des Etats —  nicht meiner Person wegen, sondern in meiner 
zurückzustellen. Eigenschaft als M itg lied  dieser Versammlung —  
Ich lasse zunächst über den Antrag des Herrn gegen eine derartige Behandlung der Angelegenheit. 
Stadtv. Hirsch abstimmen. Unsere Ansichten und die Gründe, die w ir fü r unsere 
(Der Antrag w ird abgelehnt). Ansichten anführen, sind jeder K ritik  unterworfen. 
Aber ich meine, ein jedes M itg lied  dieser Ver­
Nunmehr hat Herr Stadtv. Otto beantragt, die sammlung hat den Anspruch darauf, daß die tat­
N r. 20 der Tagesordnung unmittelbar nach N r. 5 sächlichen M itteilungen, die es macht, als wahr auf­
zu erledigen. gefaßt werden, und daß man nicht nachträglich prüft, 
(D ie Versammlung beschließt demgemäß). ob sie wahr sind. Was der Herr Dezernent zu 
prüfen chatte, war die Begründung der Klage, nicht 
W ir  kommen jetzt zu Punkt 5 der Tagesordnung: aber, ob Klagen erhoben worden sind.
W ahl eines besoldeten Stadtbaurats für den Der Herr Dezernent hat also der Wahrheit 
Hochbau für die Amtsdauer von 12 Jahren. meiner Äußerungen nachzuforschen gesucht durch Be­
fragen bei W irten und M ietern der betreffenden 
Ich ernenne zu Wahlaufsehern die Herren Häuser. Wenn diese Fragen sich etwa nur auf die 
Stadtv. Harns und Jander und bemerke, daß nach A r t der Klagen beziehen sollten, um darüber volle 
§ 31 der Städteordnung die Wahl der besoldeten Gewißheit zu bekommen, so wäre es wohl richtig 
Magistratsmitglieder auf 12 Jahre erfolgt, und daß gewesen, der Herr Dezernent hätte sich noch eine 
§ 32 der S tädtrv 'dnung bestimmt: Ergänzung meiner Liste in der A r t aus gebeten, daß 
F ü r jedes zu wählende M itg lied  des er mich gefragt hätte, welches die Kläger sind, nicht 
Magistrats w ird besonders abgestimmt. Die aber, daß er zu irgendwelchen beliebigen M ietern der 
Wahl erfolgt d.-rch Stimmzettel. W ird die Häuser schickte; oder es hätten sämtliche Bewohner 
absolute Stimmenmehrheit bei der ersten der betreffenden Häuser, die elektrischen S trom  ge­
Abstimmung nicht erreicht, so werden diejenigen brauchen, befragt werden müssen, und zwar zweck­
vier Personen, auf welche die meisten Stimmen mäßig schriftlich, weil sich bei mündlichen Befragungen 
gefallen sind, auf eine engere Wahl gebracht. sehr häufig Mißverständnisse und Ir r tü m e r ergeben, 
W ird  auch hierdurch die absolute Mehrheit wie das denn auch hier vorgekommen ist. Aus dem 
nicht erreicht, so findet unter denjenigen zwei W ortlaut der M agistratsm itteilung könnte man nun 
Personen, welche bei der ersten Abstimmung allerdings entnehmen, daß eine Befragung sämtlicher 
die meisten Stimmen erhalten haben, eine M ieter stattgefunden hat. Dies ist indessen, wie ich 
engere Wahl statt. Bei Stimmengleichheit aus den Anlagen ersehe, nicht der F a ll gewesen; 
entscheidet das Los. wenigstens sind hier immer nur einzelne W irte oder 
Ich  bitte nunmehr die beiden Herren Wahl- M ieter angeführt. Ich werde zunächst diese Be­
aufseher, die Zettel zu verteilen. hauptung im einzelnen begründen und werde hier 
(D ie Stimmzettel werden verteilt. D ie  Wahl auch gleich den Kommentar geben.
erfolgt. Das Ergebnis w ird erm ittelt). I n  dem Hause Schlüterstraße 24 hat laut 
den Anlagen der Hausbesitzer sich über dunkles 
Meine Herren, das Ergebnis der W ahl ist Brennen der Treppenbeleuchtung beklagt. Das w ird 
folgendes: es sind auf Herrn Baurat Seeling 42, schlankweg erklärt, was ja auch möglich ist, dadurch, 
auf Herrn Bauinipektor Winterstein 14 Stimmen daß zu wenig und zu alte Lampen auf der Treppe 
entfallen: unbeschrieben waren 3 Zettel. Herr Baurat angebracht wären. E in M ieter in  dem Hause hat 
Seeling, M itg lied  der Akademie der Künste, zu erklärt, oder vielmehr seine F rau  hat erklärt, daß sie 
Nenbabelsberg, ist somit zum Stadtbaurat fü r den keine Klagen habe. Nun hat bereits irgend ein 
Hochbau gewählt. Nachbearbeiter des Protokolls — wenigstens ist eine 
(B ravo !) andere Handschrift da —  hierbei bemerkt: „früher 
W ir  kommen nunmehr zu Punkt 20 der Tages­ Wohnhaus des Herrn D r. Spiegel". Das „früher" 
ordnung ; ist unterstrichen. Ich bemerke aber, daß dieses „früher" 
nicht etwa weit zurückliegt, sondern daß ich bis zum 
Mitteilung betr. Prüfung elektrischer An  10. Januar, also noch 14 Tage vor meiner Äußerung 
lagen — Drucksache 120. in  dieser Versammlung, in dem Hause gewohnt und 
elektrische Lampen benutzt habe. Ich habe nun in  
Stadtv. D r. Spiegel: Meine Herren, die M it ­ der Sitzung am 23 Januar ausgeführt:
teilung des Magistrats, die in  ihrem Inha lte  und Ich  habe selbst früher in meiner Wohnung die 
in ihrer Form  wohl über den Kreis der Versammlung Erfahrung gemacht —  zurzeit habe ich keinen 
hinaus einiges Aufsehen erregt haben dürfte, kann S trom  mehr von der Stadt, sondern beziehe 
ich zerlegen in  zwei Teile: einen subjektiven und ihn von wo anders her — , und ich höre von 
einen objektiven. Der subjektive befaßt sich m it den vielen Bekannten, daß sie über die Unregel­
Äußerungen, die ich seinerzeit, in  der Sitzung vom mäßigkeit des Lichtes klagen.
23. Januar, hier getan habe, und m it der Angabe, Also ein Kläger aus diesem Hause ist bereits vor­
daß ich zur Ergänzung und zur Begründung meiner handen. Daß der andere Benutzer des elektrischen 
Äußerungen dem Herrn Dezernenten eine Liste von Lichtes die Unregelmäßigkeit nicht empfunden hat, ja. 
5 Häusern übergeben habe, aus denen m ir Klagen meine Herren, so etwas kommt vor; erstens sind die 
über die schlechte Q ualitä t des elektrischen Stromes Augen aller Menschen nicht gleich empfindlich für 
zugegangen seien; und sie gipfelt in  dem Satze, daß Lichtschwankungen, und zweitens kommt auch sehr
        
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