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Periodical volume 13. Februar 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

solange durch dieses außerdienstliche V erh a l ten  der moralische Zuverlässigkeit des M a n n e s  außerordentl ich  
D ienst selbst in  keiner Weise leidet. D e r  M a n n  hat fraglich erscheinen l ießen, u n d  deshalb  ha t  der M a ­
w enigstens nach seinen A ng ab en ,  die ich a l le rd in g s  g is tra t  ihm  einen  bestimmten T e r m in  gesetzt un d  ge­
nicht nachprüfen  kann, u m  angestellt  zu  werden, eine sag t :  b is  zu diesem T e r m in  wollen w ir  dich noch 
sichere S te l lu n g  in  B e r l in  aufgegeben. A ls  er n u n  behalten, d a n n  hö r t  es auf ,  in der Zwischenzeit hast 
a u f  g rü n d  seines außerdienstlichen V e rh a l te n s  e n t­ du  d i r  eine neue S t e l l u n g  zu besorgen. D e n  T e rm in  
lassen w urde ,  kam er in  eine außerordentl ich  große h a t  er ohne Rücksicht auf  die D r o h u n g  der E n t la s su ng , 
N o t lag e ,  u n d  es  w ird  jetzt von  dem M a g is t r a t  abge­ oder w eil  er sich gedacht hat. es w ird  nicht so schlimm 
lehnt, ihn  irgendw ie  zu beschäftigen, obw ohl nach der w erden , vorübergehen  lassen, un d  da hat der M a g is t r a t  
E n t las sung  des  Betreffenden a u s  dem Dienste der ein E nde  gemacht u n d  ihn  entlassen. I c h  k ann  wohl 
B a d e a n s ta l t  der M a g is t r a t  es f ü r  d u rch aus  angemessen versichern, d aß  nach allem , w a s  der M a g is t r a t  üb er  
erachtete, ihn  a l s  H i l f sb o te n  weiter zu  beschäftigen. den M a n n  weiß, u n d  nach der Ü berzeugung, die sich 
D a ß  der M a n n  durch die W eiterbeschäftigung a ls  der M a g is t r a t  von  ih m  gebildet hat, er ih n  u n te r  
H l lf sbo te  schon in  eine finanziell  sehr zerrü t te te  Lage keinen U mständen wieder in  städtischen D ienst  nehm en 
kommen m ußte , liegt a u f  der H a n d .  w enn  m a n  be­ wird .
denkt, daß er in  seinen E inkünf ten  durch diese B e ­
schäftigung gegenüber der vorigen  doch a u ß e ro rd e n t ­ S ta d tv .  Hirsch: M e in e  H e rren ,  n u r  wenige
lich zmückging. E s  scheint m i r  also hier eine H ä r te  W orte .  W ir  haben  du rch aus  keine V eran las sung , 
vorzuliegen, zu  der ein A n l a ß  nicht geboten w ar.  eine geheime S i tz u n g  zu  b ean tragen ,  u m  d o r t  üb er  
F re ilich  w urde  h ier  v o n  dem H e r r n  Referenten  gesagt, die P e rso n a l ie n  des P e te n te n  N ä h e re s  zu  erfahren . 
d a s  außerdienstliche V erh a l ten  des Betreffenden  Habe E s  kommt u n s  auch nicht so sehr a u f  die P e r s o n  des 
auch zu gerichtlichem Einschreiten A n la ß  gegeben. Betreffenden an . sondern  a u s  die S ach e ,  u n d  da ist 
D a s  hö r t  sich so an ,  a l s  ob zu einem strafgericht- es auffa l lend , d aß  in dem Bescheide des M a g is t r a t s  
lichen Einschreiten A n la ß  geboten w ar .  S o w e i t  ich n u r  davo n  die Rede ist, d aß  d a s  a u ß e r d i e n s t l i c h e  
aber gehört habe. handelt  es sich hier lediglich u m  V e rh a l te n  — —
gerichtliche M a ß n a h m e n ,  die a u f  dem Gebiete des ( Z u r u f  vom  M ag is tra ts t isch)
P r iv a t r e c h t s  liegen, un d  derartige  M a ß n a h m e n  können —  in  der V or lage ,  die u n s  zugegangen ist, heißt 
doch die S te l lu n g  eines Angestellten, scheint m ir ,  in  e s :  „ D e r  M a g is t r a t  hat m itgeteilt ,  d a ß  Bitts te ller  a u s  
keiner Weise tangieren . den städtischen D iensten  entlassen w orden  ist. weil sein 
I c h  bin  d aher  —  u n d  ich g laube , auch ein T e i l  a u ß e r d i e s t l i c h e s  V e rh a l te n  wiederholt zu  K lag en  
m einer  F r e u n d e  —  nicht in  der Lage, dem A n tra g e  auf u n d  auch zu m  gerichtlichen E in g re i fe n  A n l a ß  gegeben 
l ibe rgan g  zu r  T a g e s o rd n u n g  zuzus tim m en, sondern es h a t ."  D a S  ist u n s  au ffa l lend .  W e n n  n u r  d a s  a u ß e r ­
scheint m i r  h ier  eine üb erm äß ig e  H ä r t e  in  dem V o r ­ dienstliche V e rh a l ten  i rgendeines  B e a m te n  —  es h a n ­
gehen des  M a g is t r a t s  zu liegen. delt sich. wie gesagt, nickst u m  die P e r s o n  des H e r rn  
Kirstene —  zu K lag en  A n la ß  gibt, so ist d a s  doch 
B ürgerm eister  M a t t i n g :  M e in e  H erren ,  wenn noch kein G r u n d ,  den M a n n  zu  entlassen, sofern er 
S i e  wünschen, üb er  die P e rso n a l ie n  dieses M a n n e s  sonst seine Pfl ich t  im  D ienste  e rfü ll t .  D e r  P e te n t  
nähere  A u s k u n f t  zu erha l ten ,  so w ürd e  ich n u r  bitten w a r  w iederholt  bei m ir  u n d  hat m i r  feine A ngelegen­
können, die S a c h e  in  eine geheime S i tzu n g  zu  ver­ heit vorgetragen .  I c h  kann na tü r lich  d as ,  w a s  er 
weisen; denn  sowohl der H e r r  R e fe ren t  wie ich m uffen m ir  angegeben hat,  nicht nachprüfen . I c h  habe ihm  
u n s  leider in  der öffentlichen S i tz u n g  Zurückhaltung  auch gesagt, d aß  er a u f  irgendwelches W oh lw o l le n  in  
auferlegen , die n u r  im  In te res se  des M a n n e s  liegt, der S ta d tv e ro rd n e te n v e rs a m m lu n g  w ohl kaum  zu 
wie der H e r r  R e fe re n t  ganz  richtig gesagt hat.  I c h  rechnen hat,  namentlich  nachdem er H e r r n  Gehlsen zu 
g laube a l le rd in g s  nicht, daß  die V e rsa m m lu n g  zu seinem Fürsprecher  gemacht hat. A ber  trotzdem halte  
diesem Beschlüsse kommen w ird ,  un d  deshalb  möchte ich mich fü r  verpflichtet, d a s  hier vo rzu b r ing en .  V ie l ­
ich m i r  doch noch einige B em erkungen  e r lauben . leicht ist der M a g is t r a t  so freundlich, u n s  d a rü b e r  
M e in e  H erren ,  es  ist ein I r r t u m ,  w enn  der H err  A u s k u n f t  zu  geben, ob der Bescheid, den w ir  bekommen 
S t a d t v .  D r .  B o rc h a rd t  zu  m einen  scheint, z u r  E n t ­ haben, der in  der gedruckten V o r la g e  steht, e tw a  ein 
lassung des  M a n n e s  a u s  seiner S t e l l u n g  a l s  B a d e ­ i r r tü m lich e r  ist. D e n n  sonst, w enn  n u r  d a s  a u ß e r ­
meister haben  n u r  außerdienstliche Vorkommnisse ge­ dienstliche V e rh a l ten  zu  K lagen  A n la ß  gegeben Hat, 
fü h r t ;  d a s  ist d u rch aus  nicht r ich tig ;  es sind auch sind w ir  nicht in  der Lage, dem A n tra g e  des A u s ­
dienstliche Verstöße gerügt  w orden . N ach  seiner E n t ­ schusses zuzus tim m en.
lassung w a r  er  a l le rd in g s  in  schwierige ökonomische 
V erhäl tn isse  gekommen, u n d  er ha t  vielfach u m  W ieder-  B ürgerm eister  M a t t i n g :  I c h  kann  n u r  m eine  
e instellung gebeten. D e r  M a g is t r a t  h a t  sich aber  in E rk lä ru n g  aufrecht e rha l ten ,  d a ß  auch die dienst­
w iederholten  sehr w ohlw ollenden  E r w ä g u n g e n  dah in  lichen V erstöße  des M a n n e s  g erüg t  w orden  sind.
schlüssig gemacht, in  der S te l l u n g  a l s  Badem eiste r 
den M a n n  w ieder zu  beschäftigen, sei nach den ganzen  ( D ie  B e r a t u n g  w ird  geschlossen. D ie  V e r ­
V orkom m nissen , die sich ereignet u n d  die zweifellos sa m m lu n g  beschließt nach dem A n t r a g e  des P e t i t i o n s ­
auch d a s  Ansehen der B ad e a n s ta l t  in  M it le idenschaft  ausschusses, ü b e r  die P e t i t i o n  V I  z u r  T a g e s o rd n u n g  
gezogen hatten , nicht m eh r  möglich; u m  ihn  aber überzugehen .)
nicht a u f  die S t r a ß e  zu werfen, wolle m a n  ihn  a l s  
H i lf sb o ten  beschäftigen. D a S  ist geschehen, u n d  ich Vorsteher R osenberg :  P u n k t  16 de r  T a g e s ­
persönlich habe mich eine Z e i t  l a n g  fü r  den M a n n  o rd n u n g  :
interessiert. E s  h a t  sich aber herausgestell t ,  d a ß  er 
auch diese W o h l ta t  nicht zu  schätzen w ußte , un d  Vorlage betr. Bew illigung einer Beihilfe an 
w ährend  dieser Z e i t  ist es  a l le rd in g s  zu gerichtlichen die Kolonie Hoffnungstal. —  Drucksache 61 .
—  u n d  z w a r  zu sirafgerichtlichen —  V o rg ä n g e n  gegen 
ihn  gekommen. I m  übrigen  sind auch noch weiterhin  Berichterstatter S ta d tv .  I ) r .  P e n z ig :  M e in e
S a ch e n  z u r  K e n n tn is  des M a g is t r a t s  ge lang t ,  die die H e r r e n ,  die K o lo n ie  H o f fn u n g s ta l ,  u m  die es  sichtHier
        
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