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Periodical volume 13. Februar 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

Ich empfehle Ihnen, meine Herren, die Kenntnis­ Straßenkehrichts 82 000 verausgabt; in den Etat 
nahme und im Anschluß daran die Genehmigung der für 1906 dagegen sind nur 72000 M  eingestellt, trotz­
neuen Lehrerstellen, die in Verfolg dieses Beschlusses dem Charlottenburg bekanntlich jedes Jabr beinahe um 
uvlweudig werden. 60 000 qm Straßenland zunimmt. Es fragt sich: 
ist es denn möglich, im Straßenkehrungswesen für 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­ 72000 M  dasselbe zu leisten, was früher für 
lung nimmt von der Genehmigung der Pflichtstunden­ 82000 M  geleistet wurde?
ordnung für die Rektoren an den Gemeindeschulen Man muß aber noch einen anderen Vergleich 
und der Bürgermädchenschule, der Lehrer und ̂ Lehre- ziehen, nämlich mit Berlin. Wie ich aus dem letzten 
linnen an den Gemeindeschulen. den höheren Mädchen­ Bericht der Straßendeputation ersehen habe, sind in 
schulen und der Bürgermädchenschule Kenntnis und Berlin 1987 ständige Arbeiter angestellt. Nun kann 
beschließt mit großer Mehrheit nach dem Antrage des man annehmen, daß Charlottenburg, sowohl was die Be­
Magistrats wie folgt: völkerungszahl, als auch was den Flächeninhalt betrifft, 
In  Ergänzung des Gemeindebeschlufses vom ungefähr den achten Teil Berlins ausmacht. Nach 
25. Oktober / 31. Oktober 1906 wird die Er­ den statistischen Daten sind aber in Charlottenburg 
richtung von weiteren 5 Lehrer- und 2 Lehre- nur im ganzen 125 ständige Arbeiter angestellt, 
rinnenüellen an den Gemeindeschulen zum 1. April während es im Verhältnis zu Berlin 250 sein müßten. 
1907 genehmigt. Die Stellen sind in dem Wenn wir sehen, wieviel Quadratmeter Straßenfläche 
Stadthaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1907 auf einen ständigen Arbeiter in Charlottenburg und 
vorzusehen.) Berlin kommen, so stimmt diese Berechnung auch: 
es entfällt auf einen ständigen Arbeiter bei der 
Vorsteher Rosrnberg: Punkt 3 der Tagesordnung: Charlottenburger Straßenbereinigung beinahe doppelt 
Anfrage des Stadtv. Br. Rothholz und Gen. soviel Straßenfläche als in Berlin. Nach diesen Zahlen 
betr. Straßenreinigung. — Drucksache 18. müßte also anzunehmen sein, daß die Mittel für das 
Straßenbereinigswesen nicht in genügendem M>ße 
Die Anfrage lautet: vorhanden resp. die Arbeiter nicht in genügender 
Ist dem Magistrat bekannt, daß bei Eintritt Zahl angestellt worden sind, und deshalb habe ich 
des Tauwetters in der Neujahrswoche viele Stra­ die Frage an den Magistrat gerichtet, in welcher 
ßenübergänge unpassierbar blieben, und welche Weise den llbelständen abgeholfen werden kann, wie 
Maßregeln denkt in Zukunft der Magistrat zur sie in der ersten Neujahrswoche zutage getreten sind 
Verhinderung solcher Mißstände zu treffen? und in späterer Zeit, da die Frostperiode noch nicht 
abgeschlossen ist und sehr leicht wieder Tauwetter 
Fragesteller Stadtv. Dr. Rothholz: Meine Herren, eintreten kann, sich wiederholen können.
die Frage der Straßenreinigung ist in diesem Winter 
wieder aktuell geworden durch die vielen Schneefälle, Stadtrat Dr. Jebens: Meine Herren, es wird 
durch den.Frost und durch das Tauwetter, das sich Ihnen noch gegenwärtig sein, daß diese Anfrage 
dem Froste anschloß. Der letzte Schneefall hat schon auf der Tagesordnung vom 23. Januar stand. 
Charlottenburg mit einer ganz hohen Schneedecke Damals indessen waren Sie durch eine so wichtige 
bedeckt, und es war nicht zu verlangen, daß die intime oder doch interne Angelegenheit in  Anspruch 
Straßenreinigung den Schnee sofort wegschaffte. Das genommen, daß Sie bis an die unpassierbaren 
war für Berlin auch nicht möglich. Die Folge davon Straßenübergänge nicht mehr herankamen und ich 
war, daß große Verkehrsstörungen eintraten. Noch nach etwa drei Stunden Wartens unverrichteter 
heute, 14 Tage nach dem großen Schneefall, sieht Sache mit dem Projekt meiner Erwiderung heim­
man in den Straßen, die nicht von der Straßen­ kehren mußte Demnächst erst haben sich zwischen 
bahn berührt werden, hohe Schneeberge zur großen Himmel und Erde von Charlotten bürg Ereignisse ab­
Freude unserer Jugend, aber zu geringerer Freude gespielt, wie wir sie in Jahrzehnten kaum erlebt, und 
des Verkehrs. Es ist anzunehmen, daß noch Wochen diesen Ereignissen gegenüber wurde ich zweifelhaft, 
vergehen werden, bevor der ganze Schnee aus den ob ich Ihnen auch jetzt noch eben das erwidern sollte, 
Straßen Charlottenburgs weggeschafft sein wird, und was ich damals erwidern wollte. Jetzt aber, nament­
wir müssen damit rechnen, daß die Sonne uns mit­ lich nach der Begründung, die ich soeben gehört 
hilft. Wenn aber ein Tauwetter eintritt, dann haben habe, bin ich doch wieder der Meinung: ich tue am 
wir mit einem Matsch zu rechnen, wie er in der besten, zu dem Programm vom 23. Januar zurück­
ersten Neujahrswoche eingetreten ist, namentlich in zukehren. Der Herr Vorredner hat nämlich jetzt 
den ersten Tagen des Jahres. Am Stuttgarter Platz auch noch diese Ereignisse der jüngeren Zeit hinein­
z. B. und in den angrenzenden Straßen, wo kein gezogen, während die Anfrage in einer viel früheren 
gutes Pflaster liegt, hinterließ das Tauwetter solche gestellt worden ist, .in einer Zeit, da der Himmel 
Spuren, daß nicht zu verwundern ist, wenn die An­ seine Schneeschleusen noch gar nicht in dem Maße 
wohner dieser Stadtteile sich beschwerdesührend an über uns eröffnet hatte, wie das später geschehen ist.
den Magistrat gewandt haben. Aber wie ich höre, Ich muß einigen Wert darauf legen, daß wir 
waren diese Zustände in der ersten Neujahrswoche in der Erwartung wie in der Erwiderung uns auf 
nicht bloß am Stuttgarter Platz zu bemerken; ganz jene Vergangenheit zurückschrauben, da der Antrag 
dasselbe wurde mir von den Straßen am Zoologi­ gestellt wurde, auf die er sich bezieht. Was 
schen Garten mitgeteilt, vom Steinplatz und den später vorgegangen ist, wird ja ohnehin seine volle 
lebhaftesten Gegenden von Charioltenburg. Man Berücksichtigung und Erledigung bei einem späteren 
fragt sich deshalb: genügt nicht die Disposition, oder Gegenstand der heutigen Tagesordnung finden.
genügen nicht die Mittel, die für die Straßenreinigung Meine Herren, die Anfrage ist in erster Reihe 
ausgeworfen worden sind? von dem ,Herrn gestellt worden, der sie soeben hier 
Die erste Frage möchte ich nicht beantworten; begründet hat, von Herrn Dr. Rothbolz. Außerdem 
aber auf die zweite muß doch hingewiesen werden. ist sie noch von etwa 10 Herren unterzeichnet worden, 
Für das Jahr 1904 wurden für die Abfuhr des deren Namen Ihnen ja vorliegen, aber hier kaum
        
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