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Periodical volume 23. Januar 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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worden. A lsd ann  ist es mit Rücksicht darauf ,  daß a u s  geringfügiger ist. W ir  können m it 270  F a h r ­
infolge des häufigen E in -  und Ausschallens von F a h r ­ stühlen in C harlo ttenburg  rechnen. W enn w ir den 
stühlen S tö ru n g en  in  den benachbarten Lichtanlagen S tro m p re is  um  die H älfte  erm äßigen, w ürde sich 
vorgekommen find, notwendig geworden, daß  besondere die D ifferenz vielleicht im  ganzen, soweit ich in ­
Kabel für  die Fahrs tühle gelegt wurden. D adurch form iert bin, auf 12— 15 ooo  Jt belaufen. M i t  
h a t  m an  sich veran laß t  gesehen, eine Verzinsung und Rücksicht auf diese nicht erhebliche D ifferenz brauchen 
A m ortisation  der neuen Anlagen zu schaffen, indem w ir, glaube ich, in der B ürgerschaft keine M iß ­
m a n  eine G rundgebühr nach B erliner  M uster  von stim m ung aufkom m en zu lassen und  kein U rteil, 
25  J t  p ro  angeschlossenes Kilowatt, d. H. ungefähr welches sehr der V era llgem einerung  fähig ist und 
125 J t  pro F ah rs tuh l  jährlich eingeführt hat. A ußer­ dah in  füh rt, daß  unsere V erw a ltu n g  gegenüber der 
dem ist der T a r i f  auf 45 P f .  pro  Kilowattstunde V erw a ltu ng  derNachb.argcm einden in einem  schlechteren 
erhöht worden. Lichte erscheint.
I n  der T a t  ist mit dieser P re isn o rm ie ru ng  
C harlo ttenburg  in ganz ausfallender Weise über den S ta d t r a t  Dr. Fasse: I c h  möchte zunächst einige 
P r e i s  hinausgegangen, den alle Nachbargemeinden I r r t ü m e r  richtigstellen, die der H err  Fragesteller in  
G ro ß -B e r l in s  berechnen. A uf G ru n d  einer Auskunft, seinen Auseinandersetzungen hier begangen hat. Z u ­
die ich bei ersten Eleklrizitätsgesellschaften eingezogen nächst ist nicht in Rücksicht auf  die Kosten des K ra f t ­
habe, habe ich festgestellt, daß B er l in  außer  dem kabels die Grundtaxe eingeführt morden, sondern in 
G ru n d p re is  n u r  16 P f .proK ilow atts tunde  erhebt. Britz, Rücksicht au f  die M agnetisierungsverluste. W enn  
G r ü n a u .  Adlershof, R um m elsburg  erheben n u r  10 P f .  H e r r  S ta d tv .  D z ia loszynsk i  die Vorlage von dam als  
ohne einen G rundpre is ,  P ankow , Schöneweide 11 P f . ,  gelesen hätte, so würde er gefunden haben, daß n ur  
Rixdorf 13 P f . .  Lichtenberg 10 P f . ,  M ariendorf ,  dam it  die Erhebung der G rundtaxe von 25 M  pro 
Tempelhof, Lankwitz, G runew ald , Steglitz 15 P f . .  | angeschloffenes K ilow att motiviert worden ist. V e r ­
Groß-Lichterfelde, W ilm ersdorf . Schöneberg, Zehlen­ gessen S i e  nicht, meine Herren, daß, n u r  u m  den 
dorf 16 P f . ,  F riedenau  15. P f .  I n  einer ganzen ganz geringen Konsum der Aufzüge zu bestreiten, die 
Reihe von deutschen S tä d te n  —  ich habe hier die im Durchschnitt eine B e tr iebsdauer  von einigen 60 
Liste von ca. 30  S tä d te n  Deutschlands —  sind die S tu n d e n  Per J a h r  haben, 8760  S tu n d e n  im  J a h r  
P reise  erheblich niedriger a ls  in  C harlo ttenburg . der S t r o m  vorrätig  gehalten werden m uß. Dieses 
E s  ist nicht verwunderlich, wenn diejenigen V orrä tigha lten  des S t r o m s  in  den T ra n s fo rm a to re n  
Charlottenburger Hausbesitzer, welche in  anderen G e­ ist aber m it  Verlusten verbunden, die mindestens auf 
meinden G ro ß -B er l in s  auch Grundstücke haben, die 1 °/0 zu berechnen sind. W enn  S i e  das  umrechnen, 
F ra g e  auswerfen, wie es kommt, daß Dieser T a r i f  in so kommen S i e  auf einen Verlust von etwa 380  
C har lo l tenburg  so auffallend von den T ar ifen  der S tu n d e n  im J a h r  gegen 60 S tu n d e n ,  die abgenom men 
Nachbargemeiuden absticht. D a ß  das  nicht wünschens­ werden. D a s  w a r  seinerzeit der G ru nd ,  weshalb 
wert ist, meine Herren, d a r in  werden S ie  mit m ir  diese Grundtaxe, die von Lahmeyer in ähnlicher Weise, 
übereinstimmen. Freilich ist in  den Auskünften, die wie sie B erlin  schon hatte, in Vorschlag gebracht 
ich eingezogen habe, überall die I n f o r m a t io n  dahin worden ist. annehm bar erschien.
gegangen, daß die Fahrstuhlbetriebe an  sich sehr u n ­ N u n  sagt der H e r r  S ta d tv .  D z ia loszynsk i:  Unser 
willkommene Konsumenten sind. E s  wird an diesen T a r i f  ist teurer a ls  der der Nachbarorte und  der von 
Fah rs tüb len  nichts verdient, und  auch in  C har lo t ten ­ B erlin .  Auch das  ist nicht richtig. E r  ist in gewissen 
burg  spinnen w ir  bei diesen Betr ieben  keine Seide .  Beziehungen teurer, in anderen Beziehungen billiger. 
A b e r  es ist davon auszugehen, daß  schließlich das B erlin  erhebt eine Mindestgebühr von  64 J t.  w ir  
E lektriz i tä tsunternehnren  ein großes industrielles erheben diese Mindestgebühr nicht. Ic h  möchte doch 
Unternehm en ist, und  wie in  jedem Unternehmen —  ich habe hier eine kleine S tichprobe machen lasten —  
lukrative und  weniger lukrative Geschäftszweige vor­ H errn  S ta d tv .  D zia loszynsk i d a rau f  aufmerksam 
handen  sind, so m u ß  m an  auch beim E lek tr iz i tä ts­ machen, daß  hier un ter  einem Dutzend Fahrs tüh len  
werk d am it  rechnen, daß ein T e i l  des Betriebes 4 sind, die weniger a ls  64 J t  zah len : d a run te r  ist 
weniger lukrativ ist a ls  die anderen, und  es ist nun  einer, der n u r  13 Jt zahlt. I c h  weiß nicht, wie 
e inm al  allgemein üblich, daß  m an  sich bei diesem sich d as  B ild  im  ganzen stellt, es ist n u r  eine S t ich ­
Teil ,  der eine größere Belas tung nickt verträgt,  m it  probe. 4 Abnehmer zahlen also un ter  64 Jt<, die 
e inem  geringeren Verdienst begnügt. D ie  H a u p t ­ w ürden in B erlin  64  J t zahlen müssen; fü r  diese 
sache ist n u r ,  daß d as  Werk im ganzen lukrativ ist also der hiesige T a r i f  nicht allein  nicht ungünstig, 
bleibt. E s  ist das  im kaufmännischen Leben kein sondern direkt vorteilhaft.
vereinzelter Vorgang. Ich  weise darauf  hin, daß W enn  n un  aber der H err  S ta d tv .  D z ia loszynsk i  
bekanntermaßen die Restaurateure  am  Essen nichts behauptet, daß  dadurch in  Interessentenkreisen das  
verdienen und  der H auptvei dienst in  den Getränken Urteil über unsere V erw a ltung  sich e twas ungünstig 
l iegt;  trotzdem fällt  es keinem vernünftigen  R es tau ­ gestalten sollte, so möchte ich ihm  erwidern, daß  im 
ra te u r  ein, die S pe isen  teurer  zu berechnen, etwa ganzen 270  Fahrs tüh le  in Charlotteiiburg  angeschlossen 
doppelt oder dreifach so hoch wie seine Nachbarn. sind, daß unter diesen 270  aber noch so und so viele 
Ebenso liegt es im  K vlonia lw arenhandel:  dort wird am  sind, die nach unserem T a r i f  günstiger arbeiten, a ls  
Zucker sehr wenig verdient, an  Delikatessen sehr viel. sie linier dem B erl ine r  arbeiten würden. F ü r  diese 
E s  kommt eben hauptsächlich darauf  an, daß  der 270  Fah rs tüh le  ist fü r  die Kabelverlegung —  einzig 
B e tr ieb  a ls  solcher lukrativ ist. D a s  ist auch und allein fü r  diese Fah is tüh le !  —  eine S u m m e  
zweifellos beim Elektrizitätswerk der F a l l . von 267 000  M  aufgewandt worden, d. H. p ro  F a h r ­
Ich  bin daher der M einu ng ,  daß es sich wohl stuhl rund  1000 Jt.. N u n  rechnen S i e  sich einm al 
empfehlen würde —  will Charlo ttenburg  nicht u n ­ au s ,  w a s  Lahmeyer an  diesen Fahrs tüh len  verdient! 
vorteilhaft von den Nachbargemeinden abstechen — , Diese 1000  Jt hat er mit 10 %  i 11 verzinsen, macht 
in  dieser Beziehung um so weniger einen großen 100 Jt,\ er hat die Magnetisierungsverluste, die sich 
Unterschied gegenüber den anderen G em einden ein­ auf ca. 60 J t  berechnen; der Durchschniltsbetrag pro 
treten  zu lassen, a ls  der finanzielle Effekt ein durch­ Fah rs tuh l  ist 230  J t\  also bleiben ihm  ca. 70 M
        
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