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Periodical volume 18. Dezember 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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sichtig ausgedrückt hat. E s handelt sich eben Einsprüche gegen die W ahl in der I . A bteilung sind 
darum , daß B ew eis erhoben w erden m uß, w as nach nicht erhoben w orden, und ich könnte I h n e n  daher 
der S tim m abgabe geschehen ist. D er H err wird sich ganz kurz em pfehlen, die sämtlichen W ahlen für- 
dieses V organgs viel genauer erinnern  als der W ahl­ gültig zu erklären. Indessen  w ürde ich es doch für 
vorsteher, der an  dem Tage fast 1200 N am en hat unrecht halten , I h n e n  nicht von einer Überlegung 
entgegennehm en müssen. W ir w erden also doch, K enntn is zu geben, die den W ahlausschuß sehr ein­
glaube ich, durch die B ew eisaufnahm e zu einer gehend beschäftigt hat und die die W ahl des H errn 
K lärung der Sachlage kommen, und ich verstehe W agner betrifft. D ie Überlegung w urde durch eine 
es nicht, wie S ie  (zu den L iberalen) in einem  der­ B em erkung des M agistra ts hervorgerufen, die auch 
artigen F alle , wo es sich direkt um  eine S tim m e Ih n e n  vorliegt und in der m itgeteilt w ird : „V o r­
handelt, die den Ausschlag bei der W ahl gab, sich ausgesetzt, daß die Q u a litä t des H errn  W agner als 
dagegen w ehren können, in eine B ew eisaufnahm e Hausbesitzer anerkannt w ird". S ie  kennen die V er­
einzutreten . W ird die B ew eisaufnahm e in dem hältnisse au s  den Akten. D er Ausschuß hat sich auf 
S in n e  ausfallen , wie einige H erren  von Ih n e n  die den S tandpunk t gestellt, daß die Q u a litä t a ls  H aus­
Sache jetzt dargestellt haben, dann können w ir ja in  besitzer in diesem F alle  a ls nachgewiesen oder 
4 Wochen die W ahl fü r gültig erklären; fällt sie wenigstens a ls nachgeholt insofern zu betrachten ist, 
anders aus, dann w erden w ir zu einer U ngültig­ als H err W agner am  22. N ovem ber d. I .  grund- 
keitserklärung kommen müssen. buchlich eingetragener Hausbesitzer w ar und daß er 
durch notarielle Erklärung bereits Hausbesitzer bei 
(Die B era tu n g  wird geschlossen.) der V ornahm e der W ahl w ar. E s sind in  dieser 
B eziehung die Rechtsprechungen des O berver­
Berichterstatter S tab tb . Dr. Frentzel (Schluß­ w altungsgerichts nicht ganz eindeutig. I m  wesent­
w ort): M eine H erren, auf Punk t 1 und 3 gehe ich lichen haben w ir u n s auf den K om m entar von Leder­
nicht ein, zu Punk t 4 w ill ich m ir n u r wenige W orte m an n  gestützt, welcher es ausdrücklich fü r zulässig 
zusammenfassend gestatten. Ich  habe durch die V er­ erklärt, daß die H ausbesitzcrqualität nachgeholt 
handlungen noch m ehr die Überzeugung gew onnen, werden kann, und zw eitens auf den Gesichtspunkt 
daß der W ahlvorsteher absolut korrekt gehandelt des gesunden M enschenverstandes, der heut Abend 
hat und daß er fest der subjektiven Überzeugung schon einm al herangezogen w orden ist, nämlich den, 
w ar, daß der H err den K andidaten Jaco b i w ählen daß es im  wesentlichen darauf ankom m t, daß u n ter 
w ollte. Infolgedessen konnte er pflichtgemäß gar den S tad tvero rdne ten , w enn sie ihr A m t an tre ten  
nicht anders a ls  so protokollieren. I m  übrigen und als S tad tv ero rd n e te  zu fungieren  haben, die 
hat er nicht n u r protokolliert, sondern die p ro to ­ genügende Anzahl von Hausbesitzern sich befinden, 
kollierenden Beisitzer haben in der gleichen Weise w as in diesem F alle  unzw eifelhaft ist.
ihrer Überzeugung Ausdruck gegeben —  w ieder ein Ich  em pfehle Ih n e n , die Gültigkeit der säm t­
B ew eis dafür, daß diese Auffassung nicht allein lichen W ahlen für die I .  A bteilung auszusprechen.
vom Vorsteher, sondern vom ganzen W ahlbureau 
geteilt w urde. D ie B ew eiserhebung hat gar keinen Stabtb . Hirsch: M eine H erren, der H err
Zweck, denn ein B ew eis ist nicht m ehr zu erheben. B erichterstatter hat w ieder vom gesunden Menschen­
D ie Aussage, die der H err später gemacht hat, er verstände gesprochen. E s ist bereits im  Ausschuß 
habe Jach m an n  w ählen wollen, beweist gar nichts. d arauf hingewiesen w orden, daß, w enn m an  ledig­
Ich  könnte m ehrere F ä lle  nennen, wo W ähler, lich vom gesunden Menschenverstand au s u rte ilt, 
welche unsere K andidaten haben w ählen wollen, m an  dazu kommen m uß, diese W ahlen fü r gültig 
tatsächlich die K andidaten der anderen P a r te i  ge­ zu erklären. Aber w ir haben es hier nicht m it dem 
w ählt haben gesunden Menschenverstand zu tu n , sondern m it 
(sehr richtig!) der Entscheidung des O berverw altungsgerichts, und 
und nachher sehr erstaunt w aren, zu hören, w en sie es frag t sich, ob w ir u n s über die Entscheidungen des 
gew ählt ha tten . Also das beweist nicht das geringste. höchsten G erichtshofes hinwegsetzen wollen. M eine 
D a s  ist nicht n u r bei dieser W ahl vorgekommen, H erren, das kann ich Ih n e n  nicht zum uten. D as  
wo ich es weiß, auch bei anderen  W ahlen schon. D ie O berverw altungsgericht ha t w iederholt entschieden 
H erren hatten  sich eben Nicht so genügend dafür —  das sind Entscheidungen au s der neueren Z eit ■—, 
interessiert, daß ihnen die N am en  der K andidaten daß, w enn in  einem  Bezirk ein Hausbesitzer zu 
geläufig w aren . Ic h  bitte S ie  noch einm al, gem äß w ählen ist, die S tim m en , die auf jem and entfallen, 
den A nträgen  des Ausschusses sich zu entscheiden der die Hausbesitzereigenschaft nicht hat, ungültig  
und die W ahl fü r gültig zu erklären. sind. Ic h  erinnere S ie  an  den F a ll Fink, der u n s 
hier in der S tad tvero rdnetenversam m lung  be­
(D er A ntrag  des S ta d tv . Dr S tad th ag en , die schäftigt hat. I n  diesem E rkenntnis ha t das O ber­
W ahl der H erren Dunck und Jaco b i zu beanstanden, verw altungsgericht noch einm al seinen S tandpunk t 
w ird abgelehnt. D ie V ersam m lung erklärt nach vertreten . Ich  erinnere S ie  ferner an die V orgänge, 
dem  A ntrage des Ausschusses die W ahlen im  4. B e ­ die sich in anderen  S tä d te n  abgespielt haben, wo 
zirk der ü .  W ählerabteilung für gültig.) alle die S tim m en , die auf Nichthausbesitzer en t­
fielen, rundw eg fü r ungültig  erklärt w orden sind. 
Vorsteher K aufm ann: D am it ist der P rotest Auf dem S tan d p u n k t des O berverw altungsgerichts 
des H errn  O berstleutnant S te in  erledigt. steht ganz zweifellos auch der M agistra t von C har­
W ir kommen zu den W a h l e n  d e r  I.  A b ­ lo ttenburg , wie au s  seinen A nw eisungen fü r die 
t e i l u n g . W ahlvorsteher hervorgeht. I n  den Anw eisungen 
w ird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß, wo ein 
Berichterstatter S tab tb . Dr. Frentzel: M eine Hausbesitzer zu w ählen ist, die S tim m en , die auf 
H erren, an  S te lle  des heute am  Erscheinen ver­ einen Nichthausbesitzer entfallen, ungültig  sind, und 
hinderten B erichterstatters H errn  Rackwitz habe ich daß die W ahlvorsteher sich beim W ahlbureau  
Ih n e n  über die W ahlen d e r! . A bteilung zu berichten. erkundigen müssen, ob der B etreffende Hausbesitzer
        
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