Path:
Periodical volume 18. Dezember 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

399
die ich Ih n e n  für meine Person zum Schluß hinter „Realschulklassen" einzuschalten: „eventuell 
vortragen will. Doppelklassen", so daß der Satz heißen würde: 
Zunächst den pädagogischen Gesichtspunkt, Bis zur Fertigstellung des neuen Ober­
der für mich als Schulmann der wichtigste ist. realschulgebäudes werden die erforderlichen 
Ich habe in der vorigen Sitzung die Schaffung Realschulklassen, e v e n t u e l l  D o p p e l ­
einer Anstalt, bestehend aus Sexta, Quinta, Q uarta k l a s s e n ,  in M ietsräum en untergebracht. 
und Obersekunda, aus pädagogischen Gründen be­ M it diesem Vorschlage habe ich mich des Auf­
kämpft, und ich freue mich, daß sich der Ausschuß, trags meiner Freunde entledigt.
besonders auf den Antrag des verehrten Kollegen Ich gehe nun auf zwei Gesichtspunkte ein, 
Herrn Direktor Hubatsch hin, dazu hat bestimmen einen finanziellen, den ich nicht ganz mit meinen 
lassen, die Obersekunda auf eine feste Grundlage Freunden besprochen habe, und einen sozialen, 
zu stellen und in die Realschule in der Guericke­ den ich mit meinen Freunden zu besprechen noch 
straße zu verlegen. Also in pädagogischer Be­ keine Gelegenheit gehabt habe. Der Herr D i­
ziehung stimme ich vollständig m it dem Ausschuß­ rektor Hubatsch hat gesagt, die Baufrage sei im 
antrag überein. Ausschuß eingehend erörtert worden. Er sagte 
I n  bezug auf einen andern Gesichtspunkt — ich ferner, der Abriß des Direktorwohnhauses in der 
könnte ihn vielleicht auch pädag ogisch, besser sozial Realschule in der Guerickestraße würde Physik- 
nennen — stimmen meine Freunde und ich mit dem und Chemieräume doch nicht schaffen. Ich habe 
Antrage nicht überein. Ich rede jetzt also im Namen bei seinen Ausführungen Zahlen vermißt. Wenn 
meiner Freunde. Der Herr Stadtschulrat hat uns die er gesagt hat, es sei zweifelhaft, auf welches G rund­
langersehnte Statistik in der letzten Ausschuß­ stück die neu zu erbauende Schule käme, es kämen 
sitzung zugehen lassen, und zwar ist die Statistik, eventuell auch die Niebuhr- und Mommsenstraße 
die er uns bot — mit M ängeln behaftet, wie ja in Frage, so glaube ich gehört zu haben, daß für 
Statistiken häufig sind —, unter zwei Gesichts­ die Oberrealschule in der Niebuhr- resp. Mommsen­
punkten aufgestellt.w orden: einmal ist der jähr­ straße kein Platz vorhanden sei. Ich halte mich 
liche Zuwachs an Schülern der höheren Lehr­ für verpflichtet, da wir für die Gelder, die die 
anstalten in den letzten 10 Jah ren  errechnet worden, S tad t hergibt, verantwortlich sind, die finanziellen 
das waren 155 pro J a h r  mehr; dann hat der Herr Bedenken nicht zu unterdrücken.
Stadtschulrat eine Umfrage bei den verschiedenen Der M agistrat hatte den Anbau der Real­
Realanstalten gehalten und als Zahl der Ab­ schule in der Guerickestraße ursprünglich m it300 000.4t 
weisungen die Zahl 133 erfahren. Diese Zahl ist in die Anleihe eingesetzt. I n  der vorigen Sitzung 
natürlich ohne weiteres nicht richtig; es ist durch­ sagte der Herr Bürgermeister M atting, nach Rück­
aus denkbar, daß die Eltern an drei verschiedenen sprache mit dem Herrn B aurat hätte er zu 
Anstalten gewesen und an drei verschiedenen An­ erklären, daß bei Kassierung des Direktor­
stalten abgewiesen worden sind. Ich will also wohnhauses die Umbausumme sich auf 450 000 
die Zahl von vornherein auf ein Drittel ermäßigen bis 500 000 J t  steigern würde. Herr B ürger­
und statt 133 die Zahl 40 einsetzen. Außerdem meister M atting gab ferner an, daß eine neue 
führte der Herr Stadtschulrat aus, daß m an ja Realschule 1 200 000 M  kosten würde. D as würden 
gar nicht wisse, wieviele Eltern sich durch die zusammen im Höchstfälle 1 700 000 M  sein. Der 
Schuldiener haben abweisen lassen, sich also gar Herr Bürgermeister gab ferner in der vorigen 
nicht bei den Herren Direktoren gemeldet haben. Sitzung an, daß eine neue O b e r  realschule 
Dadurch würde die Zahl höher werden. Ich 1 500 000 M  kosten würde. Dabei haben wir aber 
will sie aber nicht höher setzen und will die un­ noch kein Grundstück. Ein solches Grundstück — 
bekannte Größe nicht einstellen. Nun geht an der ich will die Zahl mal so greifen — würde ungefähr 
Realschule in der Guerickestraße zu Ostern eine 150 000 M  kosten. D as würde zu 1 500 000 M  
Sexta ein, die zu Oktober durch den Michaelis« hinzuzurechnen sein, würde also den B etrag er­
Cötus ersetzt werden soll. Dadurch geht der heblich steigern. W enn nun auch die finanziellen 
Platz für 40 Schüler verloren. Rechnen S ie zu Bedenken nicht durchaus ausschlaggebend sein 
zu den vorigen 40 diese 40 hinzu, so haben Sie müssen, so muß ich doch sagen, daß ich in dem Falle, 
eine Zahl von 80 Schülern. Es ist in der B or­ wo eine Reihe von Projekten vorlagen, gewünscht 
lage vorgeschlagen, Räume für je eine zu eröff­ hätte, daß der Herr S tad tbaura t uns eine zahlen­
nende Sexta-0 ., Q uin ta-0 ., Q uarta-0 . anzumieten; mäßige und zeichnerische Unterlage gegeben hätte. 
drei Einzelklassen sind vorgeschlagen worden. Da Den Wunsch hatte ich bereits in der D eputation ! 
natürlich die Räume auf drei Jah re  gemietet für die höheren Lehranstalten gemeinsam mit !
werden, und da sich inzwischen die Anstalt um drei anderen Herren ausgesprochen. Der Herr S tad t- 1 
Klassen weiter entwickeln wird, so werden zu­ schultet hatte neulich angenommen, ich hätte 
nächst sicher sechs Klassen notwendig werden. geschwiegen. Gewiß, ich hatte geschwiegen zu . 
Aber bei 80 Schülern werden zwei Oster-Cöten den Ausführungen des Herrn S tad tbaurats, 
mindestens notwendig werden, vielleicht zwei daß ein Ausbau der Realschule, wie sie jetzt ,
Quinta-, vielleicht zwei Quarta-Cöten. ist, nicht gut möglich wäre. D as kann ich
M eine Freunde verkennen nicht die Bedeutung als Laie auch nicht beurteilen. Ich  hatte (
dieser Sache. Die Statistik des Herrn S tad t­ darauf den Antrag gestellt, uns P läne vorzulegen \ \ 
schulrats hat ihnen völlig eingeleuchtet, und so unter Kassierung des Direktorwohnhauses. D as V 
haben sie sich auf eine Fassung geeinigt, die zu­ ist nicht geschehen. Ich bebaute das. M eine 
gleich bestrebt gewesen ist, dem Magistrat Spiel­ Herren, wenn S ie jetzt beschließen, wie vorgeschlagen 
raum  zu lassen. M eine Freunde schlagen Ih n en  ist, daß eine neue Oberrealschule gebaut wird, 
deswegen vor, in Nr. 4, wo es heißt: so erhalten wir auch naturgem äß keine P läne, i, 
Bis zur Fertigstellung des neuen Oberreal­ die den Ausbau der Realschule in der Guericke- 1 
schulgebäudes werden die erforderlichen Real­ straße zur Oberrealschule darstellen. Ich kann t 
schulklassen in M ietsräum en untergebracht mich nicht mit einer allgemeinen Kalkulation,
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.