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Periodical volume 4. Dezember 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

auf dem Laufenden erhalten, daß sie neuere Ar- auf unserer Gasanstalt aus unserer Mitte den Wunsch 
beitey^feien es pädagogische, seien es andere wissen­ äußerten, daß bei neu projektierten Bauten und 
schaftlichen Inhalts  studieren und verfolgen. Ja , auch bei alten Bauten auf die größte Feuersicherheit 
meine Herren, in solche Bücher muß man sich Wert gelegt werden soll. Deswegen ist es dem 
hineindenken und hineinlesen, und die Zeit während damals geäußerten Wunsche entsprechend und 
des Unterrichts ist zumeist zu knapp bemessen, um nur folgerichtig, wenn wir dem Antrage des Magi­
schwierigen Darstellungen in tiefgründig gehaltenen strats entgegenkommen und die Vorlage, so wie er 
Werken so folgen zu können, als nötig. Das ist nicht sie uns bekannt gegeben hat, annehmen.
möglich, wenn man fortwährend zu einer Unter­
brechung genötigt ist. Auch gibt es viele Lehrer (Die Beratung wirb geschlossen. Die Ver­
— und wir begrüßen das sehr —, welche schrift­ sammlung beschließt nach dem Antrage des Magi­
stellerisch tätig sind oder pädagogisch selber mit strats, wie folgt:
Veröffentlichungen hervortreten. J a , dazu brauchen a) Das Dach des auf Gasanstalt II zu erbauenden 
sie doch auch Zeit. Solche Arbeiten bedürfen einer Regenerierschuppens ist in allen Teilen in 
gewissen Vorarbeit, und die ist verloren, wenn es Eisenkonstruktion und Falzziegeleindeckung 
dann plötzlich wieder einmal heißt: nun geht die auszuführen.
Schule wieder los, nun ist für das alles keine Zeit; b) Die gegen den unterm 17. April d. J s .  
es muß ad  ac ta  gelegt werden, bis neue Ferien genehmigten Entwurf entstehenden Mehr­
kommen. Inzwischen ist die Frage oft veraltet und kosten in Höhe von 6500 M  werden aus 
verjährt, und es ist ein guter wissenschaftlicher Bei­ Anleihemitteln bewilligt.)
trag ungeschrieben geblieben.
Ich zweifle nicht, daß auch die andern vorge­ Vorsteher Kaufmann: Punkt 13 der Tages­
brachten Gründe schon genügen, um der Petition ordnung:
des Lehrervereins das allerwärmste Interesse ent­
gegenzutragen, und auch an den Magistrat richte V orlage betr. schenkweife Überlassung eines 
ich die dringende Bitte, der drohenden Verkürzung städtischen Grundstücks an den Verein  
der Ferien entgegenzutreten. Jugendheim . — Drucksache 487.
Stabtb. Rosenberg: Meine Herren, auch ich Berichterstatter Stabtb. Dr. Spiegel: Meine 
halte die beiden Erlasse des Herrn Ministers und Herren, seit etwa 25 Jahren besteht der Verein 
der Königlichen Regierung zu Potsdam für Groß- „Jugendheim", der es sich zur Aufgabe gesetzt hat, 
Berlin nicht für gerechtfertigt. Ich bebaute herzlich, Kinder, deren häusliche Verhältnisse eine besondere 
nach der langen Debatte nicht noch neue Gesichts­ Beaufsichtigung während der schulfreien Stunden 
punkte für meinen Standpunkt anführen zu können; erfordern, täglich in besonderen Räumen zu ver­
höchstens könnte ich darauf hinweisen, daß die Stadt sammeln und teilweise nach den Methoden der 
Charlottenburg beabsichtigt, allmählich die Vor­ Kindergärten, teilweise nach eigenen Methoden 
schulen eingehen zu lassen, was mir auch ein Grund zu beschäftigen. Dieser Verein hat bisher für seine 
zu sein scheint, die verschiedene Bemessung der segensreiche Tätigkeit von unserer S tadt außer 
Ferien für die beiden in Betracht kommenden einem jährlichen Beitrage von 4000 M  die unent­
Schularten für nicht zweckdienlich zu erachten. geltliche Benutzung verschiedener Schulräume ge­
Ich begrüße auch, daß der Magistrat den Weg habt. Die von ihm bisher innegehabten Räume 
eines gemeinsamen Vorgehens mit den Nachbar­ können ihm nun nicht weiter überlassen werben, 
gemeinden beschreiten will. Und wenn Herr weil sie von der Schulverwaltung gebraucht werden, 
Kollege Otto den Magistrat gebeten hat, diesen Weg und der Verein ist deshalb an den Magistrat mit 
recht schleunig zu betreten, so will ich ihm nicht dem Ersuchen herangetreten, ihm durch Überlassung 
entgegenreden; aber ich möchte doch bitten, unter eines Grundstücks die Errichtung eines eigenen, 
dieser Beschleunigung die Gründlichkeit nicht leiden dauernden Heims zu ermöglichen. Wettn ihm ein 
zu lassen. Denn der Erfolg ist nur dann wahr­ solches Grundstück überlassen wird, so macht er sich 
scheinlich, wenn eine tief und gut vorbereitete anheischig, die Baukosten aufzubringen, wenigstens 
Denkschrift den Behörden überreicht wird. zur Hälfte die Mittel beizusteuern und die andere 
Hälfte im Anleihewege zu beschaffen. Der Magistrat 
Vorsteher Kaufmann: Es ist niemand mehr schlägt Ihnen  nunmehr vor, diesem Ersuchen statt­
zum Worte gemeldet. Wir verlassen diesen Gegen­ zugeben und das städtische Grundstück Goethe­
stand. straße 22 in seinem vorderen Teile dem Verein 
„Jugendheim" zu diesem Zwecke zu Eigentum zu 
Punkt 12 der Tagesordnung: übergeben unter der Bedingung, daß dauernd in 
dem zu errichtenden Gebäude genügende Durch­
B orlage betr. B ew illigung von Mehrkosten gänge zu dem dahinter liegenden Schulgrundstücke 
für den Neuban eines Regenerierschuppens — und, wie ich mir zu bemerken erlaube, Spiel­
auf G asanstalt I I . — Drucksache 485. platz — aufrecht erhalten bleiben, und daß ein 
Rückfallsrecht für die S tadt vorbehalten bleibt für 
Berichterstatter Stabtb. Dr. Frentzel: Meine den Fall, daß der Verein das Grundstück nicht mehr 
Herren, ich kann Sie nur bitten, die Vorlage des zu Vereinszwecken benutzt. Dann sind ferner dem 
Magistrats, so wie sie Ihnen  in der Drucksache zu­ Verein die Verpflichtungen auferlegt, daß er sich 
gegangen ist, anzunehmen. Es handelt sich, wie als eingetragener Verein zu konstituieren habe, und 
Sie aus der Vorlage ersehen haben, um eine Mehr­ daß ein Magistratsmitglied dauernd dem Vorstande 
bewilligung von nur 6500 M,  und zwar deswegen, des Vereins angehören solle.
um dem neuen Regenerierschuppen eine erhöhte Soweit, meine Herren, die Vorlage des Magi­
Feuersicherheit zu geben. Sie werden sich erinnern, strats. Ich habe dazu zu bemerken, daß die Nütz­
daß wir bei Besprechung des letzten Brandunglücks lichkeit des Vereins in der T at in höchstem Grade
        
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