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Periodical volume 13. November 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

Darauf hat Herr S tad tv . Hirsch, von beut es richtiger ist, und daß unter den augenblicklichen Verhält 
gewesen wäre, wenn er sich vorher darüber in- nissen nicht mehr gemacht werden kann.
formiert hätte, zu welchem Zwecke diese Ausgaben 
notwendig seien, behauptet, diese Angabe wäre S tad tv . Hirsch: M eine Herren, ich möchte Herrn 
falsch; denn wenn neue Ausgaben gemacht werden, S tad tra t Cassirer bitten, sich das unkorrigierte 
so handelte es sich eben um  werbende Zwecke, und Stenogram m  seiner Rede nachzulesen; er wird 
diese werbenden Zwecke würden die Überschüsse dann finden, daß er folgendes gesagt hat: der 
wieder vergrößern. Nein, das ist eben nicht der Magistrat hat den besten Willen, allen denen, 
Fall, Herr S tad tv . Hirsch; ganz im Gegenteil! die wirklich in Not und Sorge sind, zu helfen; 
Ich habe darauf hingewiesen, daß wir jetzt gerade m an werde der Armendirektion Koks zur Ver­
eine Anzahl B auten auszuführen haben, die mit fügung stellen, um ihn denen, die in Not sind, 
werbenden Zwecken gar nichts zu tun haben, daß umsonst zu geben. Erst im Anschluß daran hat 
wir für etwa 3% Millionen Mark Terrains auf Herr S tad tra t Cassirer auf den Verein gegen Ver­
B orrat kaufen müssen, die auch zunächst noch nichts armung hingewiesen. Also meine Behauptung, 
mit werbenden Zwecken zu schaffen haben; im daß Herr S tad tra t Cassirer diejenigen, die nicht 
Gegenteil, es werden etwa 150 000 M mehr an in der Lage sind, die Kokspreise zu zahlen, an die 
Zinsen und Amortifatifation als bisher abgeschrieben Armendirektion verwiesen hat, halte ich voll auf­
werden müssen. Also das, was Herr S tadtv. recht.
Hirsch behauptet, ist von vornherein unrichtig. W as meine Bemerkung bezüglich der 100 % 
Welche Übertreibungen sich Herr S tadtv. betrifft, so kann ich nur erklären, daß m ir von einem 
Hirsch zu Schulden kommen läßt, ersieht man Kollegen hier in der Versammlung, kurz bevor 
daraus, daß er hier in voller Öffentlichkeit erklärt, ich sprach, mitgeteilt worden war, daß seitens 
daß die kleinen Leute 100 %  mehr für Koks zahlen der Gasanstaltsdeputation Abschlüsse zu 83 P f. 
müssen als die großen Abnehmer. D as ist eine gemacht worden sind. D arauf eben stützte sich 
tatsächliche Unrichtigkeit. Herr S tad tv . Hirsch meine Angabe.
sollte doch, bevor er eine derartige Erklärung in S ta d tv . De B orchardt: M eine Herren, nach­
der Öffentlichkeit abgibt, sich darüber informieren. dem Herr S tad tra t Cassirer auf meine Tätigkeit 
E r hat doch auch Freunde in der Gasdeputation; in der Gasdeputation und meine Anerkennung 
die mögen ihm darüber Aufklärung geben, wenn des Standpunktes der Deputation, daß in Sachen 
er sie sich nicht selbst bei mir holen will. der Ermäßigung des Kokspreises seitens der G as­
Ebenso übertrieben ist die Behauptung des anstalt alles geschehen ist, was überhaupt geschehen 
Herrn S tad tv . Hirsch, wonach ich gesagt haben konnte, hingewiesen hat, sehe ich mich doch ge­
solle — selbstverständlich nur als Vertreter des drungen, meinen Standpunkt in dieser Sache 
M agistrats; ich vertrete hier nur dasjenige, was etwas zu präzisieren. Ich möchte zum Ausdruck 
Beschluß des M agistrats und der Gasdeputation bringen, daß ich innerhalb der G asdeputation 
ist, in welch letzterer Ih re  Freunde mitgewirkt durchaus den Standpunkt geteilt habe, daß die 
haben — : ein Überschuß muß aus der Verwaltung Gasanstalt nach kaufmännischen Grundsätzen ver­
der Gasanstalt herausgeholt werden, und wei­ waltet werden muß, und daß über die Überschüsse 
tster den Koks nicht bezahlen kann, der möge sich der Gasanstalt, die bei dieser Verwaltung nach 
an die Armenverwaltung wenden. Nicht mit einem kaufmännischen Grundsätzen herausspringen, die 
Worte habe ich das gesagt! Ich habe darauf hin­ Stadtverordnetenversam mlung, die städtischen 
gewiesen, daß der M ehrpreis, um den es sich handelt, Körperschaften zu entscheiden haben. Ich  habe mich 
im ganzen eine Ausgabe von 6 M pro J a h r  be­ nun nicht den Schwierigkeiten verschließen können, 
deutet, und habe fernerhin gesagt, daß, wenn die es haben würde, wenn der Kokspreis ganz 
tatsächlich die Verhältnisse so liegen, daß diese allgemein herabgesetzt werden würde. W as der 
M ehrausgabe bei den heutigen Arbeiterlöhnen von Herr Kollege Dzialoszynski ausführte, kam 
den Betreffenden nicht getragen werden könne, nicht auf das hinaus, was die In terpellan ten  mit 
ich glaube, daß dann die Not so groß sei, daß der ihrer Anfrage bezweckten — eine Herabsetzung des 
Betreffende sich hilfesuchend an den Magistrat Kokspreises lediglich für die M inderbemittelten —, 
wenden möge, und daß der Magistrat ihm zur sondern das kam eingestandenermaßen hinaus 
Seite stehen wird. auf eine Herabsetzung des Kokspreises überhaupt. 
(S ehr richtig!) Herr Kollege Dzialoszynski suchte zwar eine Ver­
Auf die Armendirektion ist dabei gar nicht hinge­ bindung zwischen der Herabsetzung des Kokspreises 
wiesen worden, sondern ausdrücklich auf den Verein überhaupt und den Erleichterungen für die M inder­
gegen Verarm ung, der ja Arme unterstützt, die bemittelten zu konstruieren, indem er hervorhob: 
vielleicht noch viel ärm er und bedürftiger sind als wenn der Kokspreis herabgesetzt wird, dann werden 
die Personen, die die Armendirektion in Anspruch die Hausbesitzer in der Lage sein — nicht gerade 
nehmen; ich habe gesagt, daß diese Bedürftigen die M ieten herabzusetzen — , das tun sie ja nicht — 
sich dahin wenden mögen, und daß von da aus aber mit den M ieten nicht weiter hinaufzugehen. 
in der diskretesten Weise ihnen Hilfe kommen Diese Verbindung zwischen der Lage der M inder­
wird. bemittelten und der Herabsetzung des Kokspreises 
Die ganze Angelegenheit ist, wie ich Ih n en  überhaupt war allerdings in der Rede des Herrn 
vorhin schon gesagt habe, im M agistrat eingehend Dzialoszynski enthalten, eine Verbindung, die 
erörtert worden. S ie  ist wiederholentlich in der in Wirklichkeit keineswegs zutrifft.
Gasdeputation zur Sprache gekommen, und gerade Ob aber diese Verbindung zutrifft oder nicht: 
dasjenige Mitglied der D eputation, das dem Herrn für die Gasanstalt kann es sich natürlich nicht 
In terpellan ten  sehr nahe steht, war mit uns voll­ darum handeln, den Kvkspreis überhaupt herab­
kommen der M einung, daß alles dasjenige, was zusetzen unter den jetzigen P reis, welcher ihr seitens 
nach Lage der Dinge geschehen kann, geschehen der großen Abnehmer, auf die sie angewiesen ist,
        
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