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Periodical volume 16. Oktober 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

bringen, es w ar  ihnen aber  nicht möglich. F ü r  alle '-Bürgermeister M atting; M eine Herren, ge­
m uß in gleicher Weise gesargt werden. D em  statten S ie  mir die Bemerkung, daß ich fürchte, die 
Magistrat steht in dieser Hinsicht der kleine S ex taner  Sache wird mit e tw as Übereifer hier behandelt. Es 
ebenso nahe wie der Obersekundaner. Es muß ist ohne weiteres zuzugeben, daß un te r  Umständen 
also ernstlich geprüft werden, ob nicht gleich eine heute schon Veranlassung vorliegt, in die P rü fu n g  
neue Schule errichtet werden muß. der F rage  einzutreten, w as  zu Ostern nächsten J a h r e s  
zu geschehen hat. Aber so dringlich, daß, wenn heute 
Vorsteher Rosenderg: M eine Herren, ich nicht sofort Beschluß gefaßt wird, e tw as  versäumt 
bitte S ie ,  eine Vorstellung entgegen zu nehm en: würde, wie es nach den W orten des Herrn S tad tv .  
Herr Assessor Dr Eckhardt, der in unserer V erw altung  Schwarz scheinen könnte, ist die Sache nicht. Und 
informatorisch beschäftigt wird. ich glaube, so sind die A usführungen, vor allen 
Dingen die ersten A usführungen des Herrn S t a d t ­
Stadtv. Schwarz: D er Herr Stadtschulrat schulrats zu verstehen.
hat sich auf Herrn Direktor Gropp als seinen Zeugen Auch die Bemerkungen, die Herr S tad tv .  
berufen. Ich  erkenne gerne die B edeutung dieser Dr B au e r  in  seiner E rw iderung den Ausführungen 
Zeugenschaft an, aber ich m uß konstatieren: „Ajax des Herrn Stadtschulrats gegenüberstellte, sind 
fällt durch Ajax' K r a f t !" denn ich habe mich bei zwar sehr beachtenswert, können aber ebenfalls 
H errn  Direktor Gropp erkundigt, heute seine A nt­ heute noch nicht dazu führen, den Beschluß zu 
w ort  em pfangen, und in dem Briefe hier steht: fassen, den Herr S tad tv .  Schwarz, wie es scheint, 
„ I n  O I I 0 sind jetzt 32 Schüler, in O I I M 27." gern gefaßt sehen mochte. Zugegeben kann werden 
und wird werden müssen, daß zu den Zahlen, die 
Ich  gebe zu, daß bei fluktuierender Schüler­ der Herr Stadtschulrat hier mitgeteilt hat, sicher­
zahl sich die Zahlen von einem Tage zum andern  lich noch ein Prozentsatz solcher Schüler zugezählt 
ändern  können. D a s  kann in jeder V erw altung  werden kann, deren Eltern durch Zuzug zu Ostern 
passieren. Ich  bin nu r  eben in der glücklichen Lage, nächsten J a h r e s  hierher kommen w ürden für den 
aus  frischer Quelle geschöpft zu haben. Fall,  daß ihnen die Möglichkeit eröffnet würde , 
D er  Herr Stadtschulrat hat gesagt: wenn aus ihre Kinder hier unterzubringen. Aber es handelt 
der Realschule eine Oberrealschule gemacht werden sich im m er erst um  den Zuzug zu Ostern nächsten 
sollte, das  wird nichts Ordentliches. J a ,  dann wäre J a h re s ,  und die F rage  dieses Zuzuges wird im 
unsere Oberrealschule nichts Ordentliches; denn die nächsten Vierteljahre akut werden, ist aber sicher­
ist ja aus  der Realschule hervorgegangen. Ich  lich in diesem J a h r e  noch nicht von einer solchen 
glaube, wir haben alle Ursache, mit unserer O ber­ Dringlichkeit, daß m an  heute schon dam it rechnen 
realschule zufrieden zu sein. müßte. Ich  glaube, S ie  können, ohne sich und der 
W enn der Herr Stadtschulrat ferner sagt: Sache e tw as zu vergeben, dem M agistrat ruhig die 
ein S ex tane r  sei ihm ebenso lieb wie ein Ober­ Zeit lassen, die der Herr Stadtschulrat nach seinen 
sekundaner, —  ja, meine Herren, der Sex taner  ist A usführungen noch für nötig hält, um  eine sorg­
auch m ir  ebenso lieb. Aber bei dem Obersekundaner fältige P rü fu n g  der Angelegenheit zu veranlassen.
liegt ein dringenderes B edürfn is  der Unterbringung Ich  kann im übrigen verraten  —  ich glaube, ich 
vor. Wenn der S ex tane r  ein Semester w artet ,  so spreche nicht gegen die In te n t io n  des Herrn S t a d t ­
schadet das nicht viel; aber wenn einem Sekundaner schulrats — , daß im Magistrat eine durchaus wohl­
der in dem Alter der P u b e r tä t  steht, Gelegenheit wollende S t im m u n g  besteht gegenüber den vorlie­
gegeben wird, ein Semester zu bum m eln, so kann genden Bestrebungen. I m m e rh in  wird m an  dem 
daraus  ein großer Schaden erwachsen. W enn ich Magistrat zugeben müssen, daß die Sache nicht 
eine Privatansta lt  leitete, für die zu Ostern voraus­ übereilt werden kann, und  daß sie heute noch nicht 
sichtlich ein großer Schülerandrang zu erw arten  so dringlich ist.
wäre, dann würde ich un ter  allen Umständen N un  eine Bemerkung noch zu den letzten A us­
eine Klasse schaffen, um  nicht vielleicht in die Lage führungen des Herrn S tad tv .  Schwarz. W as das 
zu kommen, Schüler zurückweisen zu müssen; W ort Flickwerk betrifft, welches der Herr S t a d t ­
denn sonst würde daß Renom m ee meiner P r iv a t ­ schulrat auf den Fall angewendet hat, daß aus  einer 
schule geschädigt werden. Ich  täte das deshalb Realschule eine Oberrealschule gemacht wird, so 
selbst auf die Gefahr hin, daß nicht ein Schüler hat es damit folgende B ew andtn is .  Gewiß ist in 
erschiene, und selbst un te r  den größten materiellen der Schloßstraße aus  der Realschule eine O berreal­
Schwierigkeiten. Hier handelt es sich aber um  die schule gemacht worden. D a s  ist aber n u r  möglich 
vornehme S ta d t  Charlottenburg. M a n  könnte gewesen dadurch, daß wir dort —  ich weiß nicht, ob 
uns  sagen: ihr habt so schöne, blumengeschmückte es Herrn  S tad tv .  Schwarz noch bekannt ist ^  ein 
S t raß en ,  so herrliche Häuser, aber eure Schüler Grundstück haben zukaufen können, daß wir das uns  
könnt ihr nicht un te rbringen! Und doch handelt zur V erfügung stehende Grundstück haben a u s ­
cs sich um  ein so ganz geringes Mietsobjekt, und dehnen und auf diese Weise das Schulhaus haben 
selbst w i m  der zu beschaffende Schulraum  wider vergrößern können. D a s  ist in der Guerickestraße 
alle Wahrscheinlichkeit nicht gebraucht werden nicht der Fall.  D er  Magistrat hat sich schon mehrfach 
sollte, so darf eine S ta d t  wie Charlottenburg es mit der F rage  beschäftigt, ob und un te r  welchen 
nicht darauf ankommen lassen, daß man ihr mit Möglichkeiten in der Guerickestraße aus der R ea l­
Recht vorwerfen könnte, sie habe nicht rechtzeitig schule eine Oberrealschule gemacht werden könne, 
für die S öhne  ihrer B ürge r  gesorgt. Ich  glaube, wir und da kann ich allerdings verraten, daß diese U m ­
haben die soziale Pflicht, hier vorzubeugen. wandlung, w enn  nicht ganz außergewöhnliche 
(S e h r  richtig!) Umstände uns  noch zu Hilfe kommen, un te r  allen 
Unter allen Umständen muß nach meiner A n­ Umständen Flickwerk werden würde. Deshalb ist 
sicht der R a u m  für diese Obersekunda vor Ostern der Magistrat geneigt, zu erwägen, ob nicht an 
beschafft werden. D a  gibts für mich kein Paktieren, einer anderen geeigneten S telle  gleich ex fun- 
nach keiner S e i t e ! dam en to  eine neue Oberrealschule gegründet
        
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