Path:
Periodical volume 19. Juni 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

267
weiter. E s  handelt sich also um  ein dilatorisches —  also welchen Zweck hat eine Beichwerde über die 
V erfahren , und  ich glaube, daß m a u  über dasjenige, Regierung bei deor H errn  M inis ter?
w as  während dieses Aufschubes zu geschehen hat, eine ( S e h r  richtig!)
Verständigung mit der Regierung suchen sollte, sei es. F ü r  den Augenblick ist der einzig richtige Protes t 
daß m a n  sie. wie H err  Kollege Vogel meinte, um  gegen dieses Verfahren, der den städtische» Körper­
die Angabe näherer G ründe  ersucht, sei es, daß m an schaften möglich ist, so bedauerlich es ist, zu erklären: 
im Beschwerdewege bei der M inifterialinstauz v o n  wir können von unserem Rechtsstandpunlt nickt ab­
einer andern  In s ta n z  —  m an  könnte ja  auch an  den gehen; wir halten es für unser gut fundiertes Recht, 
L andtag  denken —  diese Sache vorbringt. I c h  meine, die Aussicht über die Jnsp iz ien t in  auszuüben , ebenso 
daß es mit der einfachen Nichtbesetzung dieser Jn sp i-  wie über die Rektoren; da u n s  das vorenthalten wird, 
zieutiustelle angesichts der Wichtigkeit der Angelegen­ müssen w ir  —  zum  Schaden der Sache —  leider 
heit nicht abgeben sollte, und  ich richte an  den auf  die Anstellung verzichten.
M agis tra t  d ie 'F rage . ob es nicht möglich ist. von der 
Regierung zu erfahren, w ann  und unter_ welchen Vorsteher Roseubcrg: H e r r  S ta d tv .  D r .  L a n d s ­
Umständen sie eventuell die S te l lun g  der Jnsp iz ien t in  berger. halten S i e  den vorhin angekündigten A n trag  
unter die Schuldeputa tion  genehmigen würde, oder aufrecht?
ob nicht eiu Beschwerdeweg gegen den Bescheid der 
Regierung zunächst an  die vorgesetzte I n s ta n z  a n ­ S tad tv .  D r .  Landsberger: I c h  will den A n trag  
gebracht ist. Eventuell würde ich den A ntrag  stellen, nicht aufrecht erhalten; aber ich möchte noch einm al 
der M agis tra t  wolle mit u n s  in gemischter D eputa t ion  die F rage  auswerfen, ob der Umstand, daß der ganze 
über diese F ra g e  noch einmal verhandeln. betreffende Unterricht so wesentlich geschädigt wird, doch 
nicht eine besondere Eingabe an  die vorgesetzte 
Bürgermeister M a t t iu g :  M eine Herren, ich bin den In s ta n z  wünschenswert mächt, ob nicht doch einiges 
beiden H erren  V orrednern  außerornentlich dankbar, daß davoir zu erwarten ist, und ob m an  nicht dadurch 
sie m ir  Gelegenheit gegeben haben, über diesen Gegen­ einem größeren Kreise, einer größeren Öffentlichkeit 
stand hier zu sprechen. I c h  m uß  sagen, ich würde es gegenüber den Schaden, den die Sache erleidet, betont 
geradezu a ls  eine Lücke empfunden haben, wenn über und die V eran tw ortung  dafür ausdrücklich der König­
diese wichtige F ra g e  hier ohne Diskussion hinweg­ lichen Regierung zuschiebt. Vielleicht lom m l dadurch 
gegangen worden wäre. die Rektorenfrage in s  Rollen  und  eine gewisse N e u ­
H err  S ta d tv .  Vogel hat nach den G rü n d e n  der o rdnung der D inge bei dieser Gelegenheit zustande. 
Königlichen Regierung gefragt. H err  S ta d rv .  D r .  Jed en fa l ls  glaube' ich. daß  das  doch ein G ru n d  ist. 
Landsberger hat, soweit die Akten Auskunft geben, eine Beschwerde einzubringen,
bereits mitgeteilt, wie der S tand pu nk t  der Königlichen ( S ta d tv .  Hirsch: Schade u m s  P a p ie r ! )  
Regierung ist; ich will ihn  noch einmal kurz reka­ in der mail die Schädigung einer Angelegenheit, zu 
pitulieren. deren F örd erun g  auch die S taatSregierlli ig  sich selbst 
E s  ist den Herren, die etwas länger in der bekennt, besonders hervorhebt.
V erw altung  sind, H errn  S ta d rv .  Vogel einbegriffen, 
j a  bekannt, daß w ir  am  24. Dezember 1902 mit der Bürgermeister M a t t iu g :  M eine  Herren, ich hätte 
neuen Dienstanweisung für  die Rektoren an  unseren meinen vorigen A usfüh rungen  vielleicht noch h inzu­
Gemeindeschulen überrascht und beglückt wurden, setzen können, daß wir sofort -  also in den nächsten 
in der d as  Aussichlsrecht der Schuldeputa tion  über Tagen bereits —  der Königlichen Regierung natürlich 
die Rektoren, das  sic —  formell wenigstens —  bisher berichten werden, daß  w ir  u n s  zum Verzicht auf  
ausgeübt hatte, unter den Tisch gefallen war. D a rü b e r  die Anstellung der Jnspizientiir  veran laß t  sehen, und 
haben ja lange Verhandlungen und D ebatten  statt­ nicht verschweigen werden, daß  die V eran tw ortung  
gefunden zwischen der S tadtverordnetenversam m lung für diese M aßre ge l  lediglich der Schulaufsichtsbehörde
und  dem Rragiftra t und  zwischen dem M agis tra t  und 
der Regierung bezw. dem H errn  M inis ter ,  und es 
ist eine A rt  K om prom iß  zustande gekommen, in dem 
vor allen D ingen , soweit es sich u m  die hier zu (D ie  B era tung  wird geschlossen. D ie  V er­
erörternde F rage  handelt, in Aussicht genommen sam m lung n im m t Kenntnis .)
worden war, die Dienstanweisung für  die Rektoren 
durch einen P a ra g ra p h e n  2 a  zu ergänzen, in dem in Vorsteher Roscnbcrg: P u n k t  16 der T a g e s ­
etwas verklausulierter Fassung —  dam it die Schul-  o rdnung:
deputation auch ja  nicht über die Zuständigkeit h in au s ­ Vorlage betr. Umgemeindungsentschädigunst 
gehen könnte —  doch die Unterordnung der Rektoren an den Kreis Teltow. —  Drucksache 286.
unter die Schuldeputa tion  zugestanden war. D a s  
w ar  ein Zugeständnis, das  die Königliche Regierung Berichterstatter S tad tv .  B ra u n e :  M eine  Herren, 
u n s  gemacht hatte oder doch machen zu wollen schien. in dieser V orlage beantragt der M ag is tra t  a l s  A us-  
Diese Vereinbarung ruht nun  jetzt seit J a h r e n  beim gemeindungsentschädigung an  den K reis  Teltow  den 
H errn  M inis ter ;  darüber istdasVolksschulunterhaltungs- Betrag  von 1 0 0 0 0 0  Jii zu bewilligen a ls  E n t ­
gcsctz gekommen, und c s -sieht so aus, a ls  ob der H e r r  schädigung zur Deckung des S te u c ra u s fa l l s  des 
Minister, mit den Erfolgen dieses Gesetzes zufrieden, Kreises.
keine Neigung mehr hätte, die Verhältnisse in  Char- D e r  K reis  hatte gegen den A n tra g  Charlotten- 
lottenburg auf G ru n d  dieses besonderen Abkonrmens burgs  Einspruch erhoben und  ist unterstützt worden 
zu regeln. N u n  hat sich die Schuldeputa tion  gesagt: vom Bezirksausschuß, der am  4. Sep tem ber 1906 
wir könnten u n s  zwar über die Königliche Regierung beschlossen hat. daß  der U m gem eindungsantrag  abzu­
jetzt beim H errn  M inister  beschweren; aber der Herr weisen fei, und  dabei ausführte.
M in is ter  ist ja  gerade derjenige, der den P a ra g ra p h e n  daß Rücksichten des i öffentlichen' In teresses , 
2a .  den uns  die Königliche Regierung bezüglich der welche eine A bänderung  der Grenzen durch 
Rektoren zugestehen wollte, anscheinend nicht gutheißt, Einbeziehung der S pa n d a u e rb e rg -B ra u e re i  i
n
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.