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Periodical volume 15. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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G a n z  gewiß teile ich den S ta n d p u n k t  des H e r rn  schaft durchaus  tüchtige und  fähige Leute, auch wenn 
Kollegen Hirsch insofern, daß  ich die erzählten sie nicht richtig orthographisch schreiben.
A m m enm ärchen nicht glaube, u n d  es ist ein ganz Auch d a s  B e tonen  des Um standes, d aß  dieser 
ungeheuerliches, juristisch ungeheuerliches V erlang en  H err  Gebert  ja  doch eben davon lebe, von den 
von dem H e rrn  O berbürgerm eis ter ,  sich hierher  zu Arbeitern  bezahlt sei, schien m ir  recht wenig ange­
stellen u n d  zu sagen: I c h  behaupte d as ,  u n d  wenn bracht seitens eines M a n n e s ,  der doch eben auch 
ihr  d as  bezweifelt, d a n n  beweist m i r  m al,  daß  es von  Verwaltungsgeschäften  lebt und in e tw as  besserer 
nicht vorgekommen ist! D a n n  w ürde m a n  al lerd ings , Weise lebt. W en n  der H e rr  O berbürgermeis ter  auch 
w enn  m a n  Recht zu sprechen hätte , sehr bequem und n u r  eine A h nu ng  davon  hätte, w a s  fü r  ein M a ß  
einfach Recht jprechen können, w enn  m a n  e tw as  v on  A ufopferung , von unbezahlter  Arbeits leistung 
behauptet  u n d  von dem, der die B e h a u p tu n g  nicht gerade diese bezahlten Gewerkschaftsbeamten leisten, 
g lauben  will, den G egenbeweis  erw arte t ,  _ daß  es w enn  er n u r  den hundertsten Te i l  von dem wüßte, 
ü berh au p t  nicht vorgekommen ist. Zunächst liegen w as  dort  a n  Arbeit  geleistet w ird  —  ich glaube, er 
h ier in  der  T a t  B e h a u p tu n g en  des H e r rn  O b e r ­ Halle diese Bem erkung sich e> spart .
bürgerm eisters  vor, die er von  einer bestimmten S o v ie l  also zu den D in gen ,  die hier eigentlich 
S e i t e  bekommen hat .  E s  ist u n s  auch versichert g a r  nicht zu r  Diskussion stehen sollten, und  die ich 
worden, daß  Anklagen, daß  S tr a fa n z e ig e »  ergangen auch, w enn ich etwa der erste R edn er  gewesen wäre , 
sind; es w ird  also zu einer gerichtlichen Klarste llung w enn ich die I n t e r p e l la t io n  zu bean tw orten  gehabt 
der  F ä l le  jedenfalls  noch kommen, u n d  der H e r r  hätte, auch vom S ta n d p u n k t  des M a g is t r a t s  a u s  
O berbürgerm eis ter  w ird  Gelegenheit  haben, zu zeigen, nicht vorgebracht hätte.
ob er d a n n  loyal  gegenüber den P e rso n e n  verfährt,  ( S e h r  richtig!)
die er h ier beschuldigt hat. J e d e n fa l l s  aber änder t  I c h  wende mich jetzt zu der I n te r p e l la t io n  
d a s  nichts an  der  Tatsache, daß  es ein juristisch selbst u nd  zu der A n tw or t ,  die der H e r r  O b erb ü rg e r ­
ganz ungeheuerliches V e rlang en  ist, d aß  w ir ,  H e rr meister gegeben hat. D e r  H e rr  Oberbürgermeister 
Kollege Hirsch oder ich, etwa den B e w e is  liefern fang u n s  ein Lied von  den schönen Lohnverhältnissen 
sollen, daß  e tw as  nicht vorgekommen ist. Beweise der Arbeiter,  und  wie zufrieden die Arbeiter w ären . 
kann m a n  d afü r  liefern, daß  e tw as  vorgekommen J a ,  g laub t  denn der H e r r  Oberbürgermeister ,  daß  
ist. u n d  w enn  m a n  behauptet, daß  e tw as  vorgekommen diese zufriedenen Arbeiter eine Lohnaufbesserung 
ist, ist m a n  auch den B ew e is  d a fü r  schuldig. zurückgewiesen h ä t te n ?  E s  geschieht auch in  anderen  
W en n  ü br igens  Ä uße ru ng en  des M iß fa l le n s ,  S te l lu ng en , daß  m a n ,  w enn m a n  1 2 0 0 0  oder 
Ä u ßeru ng en  der E rreg un g  vorgekommen sind —  fre i­ 15000 J t  G e ha lt  hat und  durch irgendwelche U m ­
lich nicht D in ge ,  die zum Totschlag führen  — , so stände. die seitens eines D r i t t e n  hineingebracht 
ist d a s  n u r  außermdemlich  begreiflich. D e n n  für  werden, eine G ehaltsaufbesserung von einigen Tausend  
einen organisierten Arbeiter gibt cs g a r  nichts M a r k  bekommt, sie nicht zurückiveist, obwohl m a n  
schlimmeres a l s  S treikbruch  oder den Kollegen in nicht zu den Hetzern und u n ru h ig en  E lem enten  ge­
den Rücken zu  fallen, a l s  einzutreten an  einer hört. I c h  g laube also auch nicht,' daß  diese A rbeiter  
Arbeitsstelle, wo eine A ussperrung  verhängt ist. W er eine Lohnaufbesserung, w enn sie ihnen bewilligt 
d as  tut, handelt  vom S ta n d p u n k t  des organisierten worden  wäre, etwa m it  der B e g rü n d u n g  zurück­
A rbe ite rs  a u s  in fam , und  wenn organisierte Arbeiter gewiesen h ä t te n :  da w ir  ja  schon so reichlich bezahlt 
darüber  in  eine starke E rreg un g  geraten und  dieser werden, daß w ir  vollkommen zufrieden sind. Diese 
in  einer Weise Ausdruck geben, wie es eben unge­ F ra g e ,  ob die Löhne ausreichend w aren  oder nicht, 
bildeten Leuten eigen ist, so kann m a n  sich darüber und ob die Löhne ausreichend sind oder nicht, steht 
in  keiner Weise w u nd ern  und  kann nicht sofort Zeter  hier nicht zu r  Diskussion, u n d  die wage ich auch 
u nd  M o rd io  über jede harte  Ä u ß e ru n g  schreien, ja g a r  nicht zu entscheiden, weil ich über die L o h n v e r ­
auch nicht gleich Zeter und  M o rd io  darüb er  schreien, hältnisse in dem T ran spo rtgew erb e  viel zu wenig 
wenn wirklich m a l  ein S ch lag  vorgekommen ist. unterrichtet bin, weil ich viel zu wenig davon  weiß, 
( Z u r n f  vom M a g i s t r a t :  Aber Totschlag!) w a s  fü r  ein L o hn  dieser A rbe it  im  al lgem einen  e n t ­
—  Totschlag kommt n u r  vor  bei den A rbe itsw il l igen ;  spricht. I c h  entnehme n u r  dem Umstande, daß  fü r  
die haben j a  auch g e ä u ß e r t : w ir  Arbeitswilligen ähnliche Arbeit  in B e r l in  39,50 M  gezahlt werden, 
können ruhig  einen totschlagen. W ir  haben es ja fü r  die hier 37,50 J t  oder m i t  Anrechnung des 
auch erlebt, daß  ein solcher Totschläger nicht gefunden Kranken- u nd  Jnv a t id i tä lS g e ld e s  38,50 J t  gezahlt 
worden ist, oder vielmehr, daß  er in  d a s  Ä u s la n d  wird, die V erm utun g ,  d aß  diese Löhne doch nicht 
verschwinden konnte! g ar  so außerordentlich hoch sind.
D e r  H e rr  Oberbürgermeister  schien m it  einem D e r  H e r r  O berbürgermeis ter  sagt n u n  a l le rd in gs :  
gewissen Behagen die orthographischen Feh le r  in dem die Leute w aren  ja zufrieden u n d  sind n u r  durch die 
B rie fe  des H e rrn  G ebert  m it vorzulesen, dadurch D ro h u n g ,  daß  sie m it  K nüppeln  v erhauen  werden 
vielleicht andeutend, daß  der M a n n  doch eigentlich sollen, v e ran la ß t  worden, nicht m itanzu tre ten .  J a ,  
g a r  nicht berufen sei, in derartigen  Angelegenheiten wie ist m i r  d en n ?  I c h  habe in den A u s fü h ru n g e n  
sich a n  die D irektion  zu wenden. N u n ,  w enn der des H e r rn  O berbürgerm eis ters  gehört, daß  120 A rbe ite r  
M a n n  nicht orthographisch richtig schreiben kann, so in dem Betriebe w aren  und  von diesen 75 u n te r ­
ist d as  noch keine Sache, die a n  sich gegen den M a n n  schrieben haben, daß  sie weiter arbeiten wollten, d as  
spricht. E s  ist bedauerlich, daß  in unserer Volks­ heißt alio, daß  45 fehlten. 45 also w a r  die Höchst­
schule nicht m ehr geleistet wird —  es ist d a s  kein zahl dieser bösen Hetzer, die m it  K nüppe ln  die an de rn  
Hieb auf  unsere Charlo t tenburger  Volksschule; ich verhauen wollten, u n d  von diesen 45 w urde in der 
g laube auch nicht, daß  H e rr  G ebert  durch die C h a r ­ V ersam m lung  den 75 A rbeite rn  gesag t: w enn ih r  
lo t tenburger Volksschule gegangen ist; es ist das  nicht mitmacht, sollt ih r  m a l  sehen! H e r r  O b e r ­
n u r  eine I l lu s t r a t io n  des allgemeinen B i ld u n g s ­ bürgermeister. w enn S i e  sich d a s  ruh ig  überlegen, 
ganges  bei u n s  in P re u ß e n  u n d  dafür ,  w a s  auf werden S i e  d a s  in der F o r m  doch wohl nicht fü r  
der preußischen Volksschule gelernt wird. Aber wirklich annehm en. Diese 75 w ürden , wenn ihnen 
unabhäng ig  davon  sind diese B eam ten  der A rbe i te r­ die 45 in der Weise in der V ersam m lung  gekommen
        
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