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Periodical volume 23. Januar 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

Punkt 5 der Tagesordnung: wegen des Strompreise«, der erheblich höher ist als 
der in den Nachbargemeinden, besonders in Berlin, 
Vorlage bett. Bestreitung der Kosten fiit zu zahlende. Dazu kommt, daß man mit der £»a 
Aufnahme einer Anleihe. — Drucksache 16. lität des gelieferten Stromes auch nicht sonderlich zufrieden ist, sondern sich vielfach über die Ungleich­
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. Die mäßigkeit desselben beschwert. Ich möchte deshalb 
Versammlung beschließt nach dem Antrage des Ma­ die Gelegenheit benutzen, an den Herrn Dezernenten die Anfrage zu richten, ob eine Ermäßigung des 
gistrats. wie folgt:
Zur Bestreitung der durch die Aufnahme Strompreises für die Allgemeinheit in absehbarer Zeit 
einer Anleihe für den Erwerb der Wasserwerke erfolgen kann.
entstehenden Kosten für Stempel und Druck der 
Anleihe- und Zinsscheine pp. werden 46 ooo M  Stadtrat Dr. Jaffa: Wir haben bei der letzten 
aus laufenden Mitteln des Rechnungsjahres Revision des Tarifes es für richtig gehalten, uns nicht blind dem Berliner Tarif anzuschließen; wir 
1906 bewilligt.) sind selbständig vorgegangen und haben Ihnen einen 
Tarif in Vorschlag gebracht, den Sie ja angenommen 
Punkt 6 der Tagesordnung: haben, der von dem Berliner Tarif dadurch abweicht, 
daß der Grundpreis nickt 40, sondern 45 ^  pro 
Vorlage bIIe.tr . Bewilligung eines Beitrages Kilowattstunde beträgt. Dafür enthält der Tarif aber für den Internationalen Kongreß für eine große Anzahl von Vergünstigungen, die der Ber­
Schulhygiene. — Drucksache 12. liner Tarif nicht hat: er gewährt bei einer Brenn- 
stundenzah! von mehr als 400 Stunden für den 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. Strom, der über 400 Stunden hinaus entnommen 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage deS wird, den Preis von 30 . Das tut der Berliner
Magistrats, wie folgt: Tarif nicht. Es ist Ihnen seinerzeit in der Vorlage 
Zn den Vorbereitungskosten für den II. nachgewiesen worden, daß gerade diese Bestimmung 
Internationalen Kongreß für Schulhygiene in den Konsumenten zugute kommt, die auf den Strom­
London wird ein einmaliger Beitrag von 150 bezug durch ihr Gewerbe angewiesen sind, also den 
M  aus laufenden Mitteln bewilligt.) Ladeninhabern und den Restaurationen, während für 
Luxuskonsum der Tarif bei uns eine Kleinigkeit höher 
Punkt 7 der Tagesordnung: ist als in Berlin. Für die meisten der Konsumenten 
macht das wenige Mark aus; das ist seinerzeit in der 
Vorlage betr. Nachbewilligung von M itteln  Vorlage ziffermäßig dargelegt worden. Daß natür­
für den Kindergarten. — Drucksache 24. lich die Konsumenten, die große Wohnungen luxuriös beleuchten, entsprechend mehr zahlen, liegt auf der 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. Hand.
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des Im  übrigen empfiehlt es sich aber aus den ver­
Magistrats, wie folgt: schiedensten Gründen nicht, daß wir uns dem Ber­
Zur Beschaffung der inneren Einrichtung liner Tarif anschließen, einmal weil wir nicht mechanisch 
und verschiedener kleiner Anlagen für den Kinder­ dem folgen wollen, was Berlin uns durch Änderung 
garten auf dem Grundstück Nehringsiraße 10 der Tarife vorschreiben würde, andererseits weil wir 
werden 700 M  aus laufenden Mitteln be­ eine andere Art von Strom haben; Berlin versorgt 
willigt.) sein Gebiet mit Gleichstrom, wir mit Drehstrom. Aus allen diesen Gründen ist der Tarif gutgeheißen 
Punkt 8 der Tagesordnung: worden, den wir in Vorschlag gebracht haben, der von dem Berliner Tarif in verschiedenen Punkten ab­
Vorlage betr. Festsetzung eines besonderen weicht, aber im großen ganzen nicht höher ist als 
Strompreises für Theater. — Drucksache 11. dieser. Unser Tarif kennt keine Minimalabgabe, wie sie der Berliner Tarif kennt, und unser Tarif gewährt 
den Großkonsumenten erhebliche Vorteile.
An Stelle des verhinderten Herrn Berichterstatters Wenn nun Herr Stadtv. Dr. Spiegel auch davon 
ist Berichterstatter Herr Stadlv. Dr. Ricl. gesprochen hat, daß der Strom in der'Oualität nicht 
dem anderswo gelieferten entspreche, so möchte ich 
Berichterstatter Stadtv. Dr. Riel: Meine Herren, bitten, sich näher darüber auszulassen. Ich wüßte 
diese Vorlage bezweckt im wesentlichen nichts anderes, nicht, in welcher Weise die Qualität unseres Stromes 
als daß wir großen Theaterunternehmungen Gelegen­ von dem in anderen Städten, in den Nachbarstädten 
heit geben wollen, von unserm Elektrizitätswerke Elek­ gelieferten abweicht. Gewiß liefern wir eine andere Art 
trizität zu beziehen, um dadurch zu verhindern, daß Strom; aber berechtigte Klagen über das Brennen 
sie etwa, wie das das Theater des Westens tut, eigene der Lampen sind bei uns seit langer Zeit nicht ein­
Kraftanlagen sich schaffen und ihren Bedarf auf diese gegangen. Eingehende Klagen beruhen gewöhnlich 
Weise selber decken. Irgend welche Bedenken find darauf, daß die Leute ihre Birnen nicht rechtzeitig 
meines Erachtens gegen diese Vorlage nicht zu er­ auswechseln, daß sie Birnen verwenden, die nicht 
heben. Ich bitte Sie deshalb, sie anzunehmen. mehr die ursprüngliche Leuchtkraft haben, daß die 
Hüllen der Birnen beschlagen sind, daß sie grauen 
Stadtv. Dr. Spiegel: Meine Herren, ich habe oder schwarzen Anflug haben und dann natürlich das 
nicht die Absicht, Bedenken gegen die Vorlage selbst Licht nicht mehr durch lassen. Daß aber die Leucht­
beizubringen. Ich möchte aber bei dieser Gelegenheit kraft unserer Lampen geringer sein sollte, als sie sein 
darauf hinweisen, daß allgemeine Unzufriedenheit bei muß. d. h. daß die normalen Lampen weniger als 
den Benutzern unseres elektrischen Stromes besteht 16 Kerzen Leuchtkraft haben, muß ich entschieden 
(Sehr richtig!) bestreiten.
        
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