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Periodical volume 15. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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und immer versuchen werden, sie bei Gelegenheit Vorsteher Rosenberg: Ich  schließe die Debatte. 
anzukaufen. Daß das natürlich nicht öffentlich (Es w ird ein Antrag des Stadtv. Schwarz 
geschieht und vorher ausposaunt wird, hat doch sehr überreicht) .
gute Gründe. Der Magistrat sucht in  der S tille  nach Hier liegt ein Antrag vor. — ---------
derartigen Plätzen, denn er trachtet danach, sie so 
b illig  wie möglich zu beschaffen. Das dürfte ein Stadtv. Gredr, (zur Geschäftsordnung): Herr 
zureichender Grund sein, nicht bei jeder Gelegenheit Vorsteher, ich glaube verstanden zu haben, daß die 
zu betonen: jetzt wollen w ir einen Spielplatz kaufen Debatte geschlossen war Ich  würde Einspruch da­
Aber wie gesagt, w ir sind darin wohl alle einig, daß gegen erheben, daß noch ein Antrag eingereicht w ird !
w ir unentwegt nach geeigneten Spielplätzen suchen 
und. sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet, Vorsteher Rosenberg: Gegen die Einreichung eines 
auch zugreifen sollen. Antrages können Sie nicht Einspruch erheben,
(Heiterkeit)
Stadtv. D r . Borchardt: Meine Herren, fürchten sondern doch m ir dagegen, daß der Antrag zur Debatte 
S ie nicht, daß ich noch einmal die Gründe für. gestellt wird. Haben Sie denn gehört, daß ich den 
eventuell auch contra  Spielplätze anführen werde. Antrag zur Debatte gestellt habe? Ich  wollte ihn 
Ich w ill bloß das eine bemerken. F a lls  Herr Kollege eben erst verlesen. Der Antrag lautet:
Stadthagen seine Resolution aufrecht erhalten sollte, Der Magistrat wird ersucht, die Beschaffung 
so werde ich fü r diese Resolution stimmen, trotzdem von Spielplätzen ständig im Auge zu behalten. 
daL W ort „ständige" darin steht- Ich lege aber Dieser Antrag ist in der Tat gestellt, nachdem die 
Wert darauf, festzustellen, daß ich damit keines­ Debatte geschlossen war; ich kann ihn daher nicht 
wegs dem Gedanken Ausdruck gebe, daß etwa das zulassen.
Terrain in  der Goethestraße, das gegenwärtig als Meine Herren, w ir kommen nunmehr zur Ab­
Spielplatz benutzt w ird, nun auch für alle Zeiten stimmung. indem ich annehme, daß der Herr Bericht­
dazu benutzt werden soll. Ich  nenne es einen erstatter das W ort nicht mehr wünscht. — Ich  lasse 
ständigen Spielplatz, wenn er dauernd und ständig zunächst abstimmen über die Anträge des Magistrats 
dazu benutzt wird, und sehe keinen Abbruch dieser m it dem Amendements des Ausschusses zugleich.
Ständigkeit darin, wenn wegen irgend welcher andern 
dringenden Bedürfnisse, die sich heute nicht übersehen (Die Versammlung beschließt nach dem Antrage 
lassen, in 5 oder 6 Jahren einmal das Terrain für des Ausschusses, wie fo lgt:
etwas anderes benutzt wird. t. Es ist eine neue Anleihe von 40 Millionen Mark 
(Sehr richtig!) durch Ausgabe von Jnhaberpapieren lSladt- 
anleihescheinen) aufzunehmen, die wie folgt zu 
Stadtv. Braune: Meine Herren, ich möchte den verwenden ist:
Herrn Kollegen D r. Stadthagen bitten, von seiner A . zur Ergänzung der M itte l fü r bereits in 
Resolution Abstand zu nehmen. Nicht allein, weil früheren Anleihen vorgesehene Zwecke und 
ich sie für überflüssig halte —  es ist ja nicht bloß zwar:
ein Appell an die sämtlichen M itglieder des Magistrats, a) den Bau eines Verwaltungsgebäudes auf 
von denen w ir wissen, daß sie einstimmig stets —  ich dem Rathausgrundstücke. 110600,—  M
habe das seit Jahrzehnten beobachtet —  fü r Errichtung L>) den Ban des Kranken­
von Spielplätzen eingetreten sind, sondern auch ein hauses ans Westend . . 207600,—  „ 
Appell an uns alle, mindestens an die M itglieder c) den Bau der Süd f euer« 
der Schuldeputation, die aus unseren Reihen hervor­ w a c h e ............................... 140000,—  „ 
gegangen sind, an die M itglieder der Grundeigen­ d) den Bau der I I I .  höheren 
tumsdeputation und auch an die M itglieder der Mädchenschule................ 230000,— „
Hochbaudeputation und Parkdeputalion. Meine e) den Bau eines Reformreal­
Herren, es ist bekannt, daß der langjährige frühere gymnasiums m it D irektor­
Borsitzende der Grnudeigentumsdepntation, der frühere wohnhaus ....................... 278000,—  „ 
Stadlbaurat für Hochbäu, bei jeder Gelegenheit ein f) denBau desSchillertheaters 333510,—  „
warmes Herz fü r die Entwicklung unserer Schul­ g) den Bau der höheren 
jugend gezeigt und Vorschläge nach allen Richtungen Mädchenschule I I  . . . 14904,—  „
hin gemacht hat. Das Eintreten unseres Herrn li) den Bau der Kaiser-
Bürgermeisters, des Vorsitzenden der Schuldeputation, Friedrichschule .................. 1 4 4 3 0 ,-  „
und des Herrn Stadtschulrats Neufert ist uns ja i)  den Bau des Wohnhauses 
allen bekannt. Ich möchte behaupten, daß keiner Wormser Straße 11 . . 17250,—  „
von unsern Kollegen auch nur einen Schatten von B. zur Ergänzung der M itte l 
Animosität gegen die Errichtung möglichst großer für den Ausbau und die 
Spielplätze jemals gezeigt hat. Idea l wäre es ja Erweiterung und Erneuerung 
allerdings, fü r die Zukunft die Anlage von Schulen bereits vorhandener E in ­
so einzurichten, daß 100 Quadratruten des Terrains richtungen:
extra fü r die Anlage größerer Schulhöfe und damit a) Straßen-, Brücken- und 
zu verbindender Spielplätze verwendet werden. Ich * U fe rb au te n ........................  4957100,— „
möchte dem Magistrat recht eindringlich empfehlen, b) den Ausbau der Kanali­
in Zukunft gütigst sein Augenmerk darauf zu richten. sation .................................  2106300,—  „
Ich  habe es bedauert, daß unser verehrter Kollege c) den Ausbau der Gasanstalt 4000000,—  „
Herr D r. Stadthagen nicht die Namen derjenigen d) den Ausbau des Elektri­
genannt hat, von denen ein Widerspruch gegen die zitätswerks ........................  7335000,—  „
Errichtung von Spielplätzen ausgegangen ist. Ich  e) den Ausbau der Wasser­
bitte S ie nochmals, von dieser Resolution abzustehen. werke .  ........................  2100000 ,—  „
        
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