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Periodical volume 15. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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Ihnen über eine Vorlage des Magistrats zu berichten, worden, und es ist fü r das Wasserwerk insofern ge­
in  der fü r Erweiterung des Elektrizitätswerkes im sagt worden, als zum Ausdruck gebracht werden 
Jahre 1908 1324000 JC gefordert werden. Aus konnte: w ir haben gute Hoffnungen auf dieses Werk. 
den Akten ist aber zu ersehen, daß die Fortsetzung Und. meine Herren, daß diese Werke, namentlich die 
dieser Erweiterung im Jahre 1909 weiterhin die ersten beiden, sich in einer'vorzüglichen Verfassung 
Summe von 1200000 M  erfordern wird, so daß befinden und vor allen Dingen für die Zukunft sicht- 
allein nach dieser jetzt schon geplanten ersten Er- g ro ß e  Hoffnung erwecken, das sehen S ic  heute an 
Weiterung in  den Jahren 1908 und 1909 für die der Anleihevorlage Denn wenn nicht derartige 
Position 1 2524000 JC auszugeben wären, also Mehr-forderungen'fü r  diese Werke wiederum gemacht 
324000 Jt mehr, als hier vorgesehen sind. werden müßten, so würde das ein Zeichen dafür 
Woher sollen w ir das nehmen? Unter B d  sein, daß die Erweiterungen nicht so notwendig sind, 
findet sich als einzige weitere größere Position die wie es jetzt der F a ll ist.
fü r Erweiterung des Kabelnetzes, und diese scheint Ich möchte nun speziell ans zwei Punkte kommen; 
m ir sehr wenig geeignet zu Ersparnissen zugunsten über alle anderen Fragen glaube ich mich nicht weiter 
eines anderen Kapitels. Es ergibt sich somit die äußern zu brauchen, da der Ausschuß sie alle geprüft 
Notwendigkeit, die ganze Position B d  um den Be­ und zu jeden einzelnen gesagt hat: hier liegt ein 
trag von 324000 Je, rund 325000 M zu erhöhen, dringendes Bedürfnis vor. es kann nichts gestrichen 
also etwa auf 7 660000 M. werden, die Forderung des Magistrats ist berechtigt. 
D ie zweite Frage ist: wollen w ir infolgedessen Lediglich zu den zwei Punkten: Elektrizitätswerk 
die ganze Anleihe um diesen Betrag erhöhen, oder- und Spielplätze, möchte ich mich ganz kurz äußern.
wollen w ir das Auskunftsmittel wählen, wie es bei Meine Herren, der Herr Vorredner hat bean­
einer anderen Position, in  der es sich jedoch nur um tragt. fü r das Elektrizitätswerk eine höhere Summe 
eine kleinere Erhöhung handelt, vom Ausschusse vor­ einzusetzen. Namens des Magistrats möchte ich Sie 
geschlagen w ird, nämlich die Verstärkung des G rund­ bitten, davon Abstand zu nehmen, weil selbstver­
stückserwerbsfonds entsprechend ermäßigen? Ich halte ständlich dann nachher die ganze Anleihe wiederum 
dIcehn  letzteren Ausweg nicht gerade fü r sehr glücklich. 
ein anderes Gesicht erhält, und weil w ir im  M a ­
würde viel eher dafür sein, daß nur diesen gistrat wie im Ausschuß der Meinung gewesen sind, 
Grundstückscrwerbssonds noch um so viel erhöhen, über den Betrag von 40 M illionen  sollten w ir  nicht 
daß insgesamt eine Erhöhung der Anleihe um hinausgehen. Diese Summe hatten w ir  uns gesteckt, 
1 M illio n  herauskommt; das wäre also eine Ver­ und ich glaube, man soll auch daran festhalten. Ich 
stärkung des Grundstückserwerbsfonds noch uni möchte auch nicht irgendwelche Kürzungen an anderer 
675 000 M. Stelle eintreten sehen. D ie  Bewilligungen, die für 
das Elektrizitätswerk gefordert werden, beruhen auf 
Stadtrat und Kümmeret Scholtz: Meine Herren, eingehenden Erwägungen der Deputation fü r das 
der Magistrat hätte ja ebenso wie die Herren V o r­ Elektrizitätswerk. ' Es läßt sich nicht übersehen —  
redner gewünscht, daß er in der Lage gewesen wäre, das ist ein D ing  der Unmöglichkeit — , ob in  den 
Ihnen  gleichzeitig m it der Aufnahme der Anleihe drei Jahren nun wirklich diese 325 ooo M mehr- 
von 40 M illionen  sagen zu können: w ir haben be­ verbraucht werden, ob all das, was gebaut werden 
reits die Deckung fü r Verzinsung und Amortisation still, alle die Kabelnetzerweiterungen' vorgenommen 
in der Tasche. Aber das ist ein Wunsch und ivird werden müssen und infolge davon eine Überschreitung 
ein Wunsch so lange bleiben, bis >vir erst mal drei bei der betreffenden Position eintreten w ird, oder ob 
Jahre älter geworden sind und gesehen haben, wie man noch nicht einmal die eingesetzte Summe voll 
sich die Verhältnisse in, der S tad t entwickelt haben. verbrauchen w ird. Ich meine, mehr als die Depu­
Ich kann deshalb die Äußerung des Herrn Stadtv. tation, die das berufendste Organ dafür ist. fordert, 
Stadthagen, welcher vorhin ganz allgemein sagte, er wollen w ir doch auch nicht fordern, selbst wenn der 
hätte gewünscht, daß die Vorbereitung der Deckung F a ll eintreten sollte, daß ein etwas höherer Betrag 
weiter vorgeschritten wäre, offengestanden nicht gebraucht w ird, der sich bei einer der anderen Posi­
verstehen, tionen ausgleichsweise nicht schaffen läßt, so würde 
(sehr richtig!) es kein Unglück sein, und w ir würden auch seitens 
denn, meine Herren, es ist ein D ing der Unmöglich­ der Aufsichtsbehörde die Genehmigung erhalten, wenn 
keit. wie der Herr Referent meines Erachtens völlig w ir außerhalb der Anleihe einen besonderen Kredit 
zutreffend ausgeführt hat, heute hier zu sagen: w ir fü r die Erweiterung des Elektrizitätswerkes auf­
werden diese 1200000 M aus Steuern decken, ober nähmen. Denn, meine Herren, wenn ein Werk sich 
w ir werden sie aus irgendwelchen Erträgnissen unserer in so erfreulicher Weise entwickelt, daß w ir  alle diese 
Werke decken. Das ist eine Hoffnung, und w ir Summen gebrauchen, und dann noch nachher mehr 
können wohl sagen: wenn nicht abnorme Verhältnisse als 300 000 JC hineinstecken müssen, dann w ird cs 
nicht bloß in  der S tadt Charlottcnburg, sondern wahrlich nicht schwer halten, die betreffenden Summen 
überhaupt in  der wirtschaftlichen Konjunktur und auch außerhalb einer Anleihe später zu bekommen, 
im  Städteleben eintreten, so ist m it Gewißheit an­ bis w ir in  der Lage sind, durch eine Anleihe die 
zunehmen. daß w ir aus den Steuern und aus dem Kosten zu decken.
Emporblühen unserer Werke größere Summen in  D am it komme ich auf einen Punkt, den der 
den nächsten Jahren zu crwaricn haben. Es ist auch Herr Referent so scharf betont hat. E r sagte: w ir 
im Ausschuß —  das eine hat der Herr Referent bei sind uns im  Ausschuß darüber klar gewesen, daß 
dem Referat, welches sonst alles, was im Ausschuß w ir nicht etwa überhaupt keine Schulden mehr 
besprochen worden ist, wiedergegeben hat. noch zu machen werden, sondern —  so führte er ungefähr 
sagen übersehen —  es ist im  Ausschuß von den aus —  w ir werden sehr b a l d  weitere Schulden 
Dezernenten fü r die einzelnen Werke hervorgehoben machen. Meine Herren, in gewisser Hinsicht hat er 
worden, daß die Werke sich in  der erfreulichsten E n t­ Recht, aber zum größten T e il möchte ich ihm doch 
wickelung befinden. Das ist sowohl fü r das Gaswerk, Unrecht geben. Das Eine muß man doch sagen: 
als auch besonders fü r  das Elektrizitätswerk gesagt Charlottenburg ist eine Stadt, die sich einer , ungemein
        
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