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Periodical volume 1. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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hat sich sehr eingehend damit befaßt. Unser H err  in  dem Telegraphenzimmer, wo diese Haupluhren- 
Kollege D öbler  speziell hat immer wieder das  weitere werke aufgestellt werden sollen, die Uhren zu be­
Anwachsen der B ausum m e sehr scharf kritisiert —  obachten. zu kontrollieren und  zu regulieren, wie 
eigentlich auch mit einer gewissen Berechtigung. W ir  auch d a s  geeignete P ersonal ,  u m  etwaige Verände­
haben unsere Wünsche vorgetragen, den Wünschen ist rungen  und  Kabelverlegungen vorzunehmen. D ie  
Folge gegeben worden, und  w ir  haben u n s  schließlich Kosten für  die Hauptuhrenwerke werden nach dem 
sagen müssen: es ist nicht möglich, die S u m m e  weiter Kostenanschläge auf 230 00  M  geschätzt. D ie  Kosten 
herabzudrücken. D e r  Hochbaudeputalion gehören fast für die KabelnetzcrWeiterungen auf  3 0 8 0 0  M  und 
alle Bausachverständigen M itglieder an. D er  P l a n  die Kosten für  die eigentlichen öffentlichen Uhren auf 
ist auch genügend in der Schnldeputation  erörtert 12 200 M\  es ergibt sich also zusammen die in  der 
worden. Ich  möchte I h n e n  daher empfehlen, die Drucksache angegebene S u m m e  von 66 ooo  Jl.  A ls  
M agis tra tsvorlage so, wie sie I h n e n  vorliegt, an zu ­ jährliche Betriebskosten fü r  eine Uhr sind 260  M 
nehmen. veranschlagt worden.
E s  ist noch zu bemerken, daß  eine E rw eiterung  
(D ie  B era tu ng  wird geschlossen. D ie  V ersam m ­ des Uhrenuetzes, w enn ich mich so ausdrücken darf, 
lung  beschließt nach dem A ntrage  des M agis tra ts ,  in s  Auge gefaßt ist, u m  eine A nbringung  von solchen 
wie folgt: elektrisch betriebenen Uhren auch in öffentlichen G e­
a )  A uf  dem städtischen Grundstück an  der S t r a ß e  26 bäuden, in Schulen , in  Geschäftshäusern und P r i v a t ­
(Westend) ist ein R eform realgym nasium  nebst häusern zu ermöglichen. D e r  P l a n  ist so ausge­
D irek torw ohnhaus nach dem E n tw u rf  und  dem staltet. und. wie es in  der Drucksache heißt, das  
Kostenanschlag des Hochbauamtes vom 26. M ä rz  Kabelnetz und die Z en tra le  fü r  die öffentliche U hren­
1907 zu errichten. anlage sind so angelegt, daß auch dem B ed ürfn is  
b) D ie  anschlagmäßigen Kosten fü r  das  S ch u lha us  zum Anschluß anderer Uhren in  öffentlichen und 
einschließlich D irek torw ohnhaus in  Höhe von P r iva th äuse rn  jederzeit durch weiteren A u sba u  des 
insgesamt 1 083 ooo  M sind a u s  Anleihemitteln  Kabelnetzes entsprochen werden kann.-
zu bestreiten.) S o w e i t  der E n tw u rf .
W a s  n u n  das  System  anlangt, so will sich der 
Borsteher-Stellv. K aufm ann: W ir  kommen zu M agis tra t  auf  ein bestimmtes Uhrensystem nicht fest­
P u n k t  13 der T ag eso rd nu ng : legen. E r  erwähnt, daß es sich um  zwei Uhren- 
fl)[lerne handeln kann, das  sogenannte R egu lie rungs­
Vorlage betr. Aufstellung von öffentlichen system und  das Sympathiesystem. E r  legt al lerd ings 
Uhren nebst Zubehör. —  Drucksache 189. dem ausführlichen Erläuterungsbericht und  dem E n t ­
wurf doch das  Sympathiesystem zugrunde, w a h r ­
Berichterstatter S tad tv .  W öllmcr: M eine  Herren, scheinlich weil es ihm a ls  d as  geeignete erscheint. 
es ist I h n e n  bekannt, daß  in  den E ta t  70 ooo M N u n  handelt es sich darum , daß in diesen F e u e r ­
zur  Anlage von öffentlichen Uhren eingesetzt worden wachen je ein H anpluhrcnw erk  aufgestellt wird, von 
sind. E s  wurde dam als  a l lerdings h ie ran  die B e ­ welchem a u s  die einzelnen Uhren durch elektrische 
dingung geknüpft, der M a g is tra t  möge eine besondere Kabelverbindung gelenkt werden. I n  der Drucksache 
Vorlage machen, und  zw ar  deshalb, weil der P l a n  heißt es:
bestand, die öffentlichen Uhren m it  Zeitungskiosken D a  beide Systeme mindestens ein H aup luhren -  
in  Verb indung zu bringen, und  weil zur  Zeit  der werk, das  m it  den besten Uhren ausgerüstet 
E ta tsve rhan d lu ng en  ein Beschluß über diese Z e i tu n g s ­ und  m i t  d e r  S t e r n w a r t e  e l e k t r i s c h  v e r ­
kioske noch nicht gefaßt werden konnte. Inzwischen b u n d e n  s e i n m u ß  usw.
haben S i e  die Kioske bewilligt, und  der M ag is tra t  I c h  habe in  dem Erläuterungsbericht al lerd ings nicht 
b ringt n u n  diese Vorlage ein. E s  handelt  sich gesunden, daß  dieses H auptuhrenw erk  m it  der S t e r n ­
darum , daß  au  elf Kiosken N o rm alu h ren  angebracht warte  elektrisch zu verbinden sei. E s  w äre m ir  a n ­
werden sollen. Am Schluffe der I h n e n  vorliegenden genehm, w enn w ir  hierüber von der V erw a ltung  
Drucksache bemerkt der M agis tra t ,  daß  er m it  der einige E rk lärungen  Bekommen könnten. I c h  habe 
Herstellung des Kabelnetzes und  der Uhrenzentrale vielmehr gefunden, daß  es sich da rum  handelt, selbst­
für  die öffentliche Uhrenanlage vorzugehen beabsichtigt, ständig gehende Uhren in  der Feuerwache aufzustellen, 
sobald der V ertrag  m it  der Deutschen Kioskgescll- und  zw ar sogenannte S te rn w a r te u h re n ,  welche von 
schaft wegen Aufstellung der Kioske abgeschlossen vorzüglicher Q u a l i t ä t  und  großer Akkuratesse sind, 
sein wird. H ie rau s  geht ja n u n  allerdings hervor, und  deren Differenz n u r  zwei Sekunden  pro  T ag  
daß  der V ertrag  noch nicht abgeschlossen ist. D a  höchstens betragen soll. I m m e r h i n  steht dies in  einem 
aber die Drucksache vom 24. A p r il  datiert, so möchte gewissen Widerspruch zu den Bemerkungen in der 
ich bei dieser Gelegenheit den M ag is tra t  fragen, ob Drucksache, wo es heißt, daß  die Hauptuhrenw erke 
vielleicht in  den letzten Tagen  dieser V er trag  abge­ m it  der S te rn w a r te  elektrisch verbunden  sein müssen. 
schlossen worden ist, eventuell w an n  er abgeschlossen Ich  weiß ja  nicht, ob eine direkte V erb indung  m it  
werden soll, oder ob etiva bereits mündlich feste V e r ­ der S te rn w a r te  durch Kabel überhaup t  tunlieh und  
einbarungen  m it  der Gesellschaft getroffen worden sind. zweckmäßig ist. M e in e s  Wissens existiert in  B e r l in  
W a s  n u n  den E n tw u rf  an langt, so ist beabsich­ n u r  noch eine einzige Uhr, welche wirklich direkt 
tigt, in  zwei Feuerwachen, nämlich in der Ost- elektrisch m it  der S te r n w a r te  verbunden ist. D a s  
Feuerwache in  der Rankestraßc und in der S ü d -  ist die sogenannte N o rm a lu h r  vor dem Kammergericht. 
Feuerwache in der Suarezstraße, zwei H au p tu h ren ­ F rü h e r  waren sechs solcher Uhren in  B e r l in  vor­
werke aufzustellen. V on  diesen sollen Kabel nach handen ; indessen besteht nach meinen In fo rm a t io n e n ,  
den einzelnen öffentlichen Uhren unter Benutzung der die ich a u s  der Deutschen Uhrenzeitung habe, jetzt 
vorhandenen Kabel der Feuerw ehr geführt werden, n u r  noch eine;  die anderen Uhren sollten nicht m ehr 
um  diese öffentlichen Uhren, welche n u r  a ls  Zeiger­ m it  der S te r n w a r te  in V erb indung  gebracht werden, 
werke gedacht sind, in Betrieb zu setzen. E s  befindet da d as  Kabelnetz in  U nordnung  geraten w a r  und  
sich in der Feuerwache das  geeignete Personal, um allzu große Kosten befürchtet wurden . Ich  glaube,
        
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