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Periodical volume 1. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

N u n ,  meine H erren , ich sehe nicht so schwarz: und  daß  d as  Gebäude des Landgerichts nicht ganz 
ich h a l t e  e s  f ü r  a u s g e s c h l o s s e n ,  d a ß  d e r  H e r r  außerhalb  des Bezirks in  irgend einen anderen L and ­
J u s t i z m i n i s t e r  d e m  A n t r a g e  d e r  A n w a l t s ­ gerichtsbezirk verlegt wird. Wie kommen denn die 
k a m m e r  s t a t t g e b e n  w i r d ,  und  zw ar a u s  folgenden Herrcn B er l ine r  A nw älte  dazu, für Charlottenburg  
G ründen .  Ich  lese in  den Z eitungen  und  ich höre eine ganz andere N o rm  aufzustellen, a ls  sie sonst in 
von dem H errn  In te rpe l lan ten ,  daß die A nw alts -  ganz P re u ß e n  Regel ist?  Haben S i e  denn irgend­
kammer in  ihrem Bericht, den ich nicht kenne, ihre einen F a l l ,  meine Herren, wo ein Landgerichtsbäude 
F o rd e run g  hauptsächlich au f  die Einrichtung der in einem anderen Landgerichisbezirk steht? Also ich 
S im u l tan zu la ssu ng  gegründet ha t ,  d. h. auf  das meine, die S t a d t  Charlottenburg h a t  das  lebhafteste 
große Entgegenkommen, d a s  der S t a a t  meines Interesse daran , wie alle anderen S täd te ,  fü r  ihre 
Wissens der B er l ine r  Anwaltschaft allein in ganz Gerichtkcinqesessenen und  zur  wirksamen A usübung  
P re u ß e n  dadurch erwiesen hat, daß  er einem bei des Rechtsschutzes der Gerichtseingesessen d a rau f  zu 
e i n e m  Landgericht in  B e r l in  zugelassenen A n w al t  dringen, daß  das  Landgericht III in  Charlottenburg  
die B efugn is  zuerteilt, auch b e i  d e n  a n d e r e n  bleibt, und  ich glaube nicht, daß m an  in  der 
Landgerichten a ls  A n w al t  aufzutreten. Nach den Königlichen Justizverw altung  gegen diesen Grundsatz 
Zeitungsnachrichten soll der Bericht hierauf fußen verstoßen wird.
und  n u n  die ungeheuren Unzuträglichkeiten und  U n ­ N un, meine Herren, heißt es ja. daß  die Berliner  
bequemlichkeiten schildern, die den Rechtsanwälten Anwaltschaft au f  das  Landgericht III von Charlo tten ­
dadurch entstehen, daß  sie an  drei Landgerichten burg  nicht mit günstigen Augen sieht. D a s  w ar  
zugelassen sind und  in  der kurzen Zeit der schon der F a l l ,  a ls  die D ezentralisa tion  vorbereitet 
Terminstunden am V orm it tag  nicht in der Lage wurde, und  wie ich höre, soll diese Gegnerschaft 
sind, an  allen drei Landgerichten, wenn sie zufällig n iem als ganz verstummt sein. V on  einer Sei te ,  die 
a n  einem T age drei M a n d a te  an  allen drei L an d ­ es wissen m uß, habe ich erfahren, daß  m a n  a u s  den 
gerichten haben, zur  S te l le  zu sein. W enn das  so Kreisen der B erliner  Anwaltschaft vorausgesagt hat, 
ist, d ann  würde die B er l ine r  Anwaltschaft vollständig das  Landgericht III würde keine Beschäftigung haben; 
den S i n n  der S im u l ta n z u la s iu n g  verkennen. D ie  cs sei vollständig verfehlt, daß  es nach Charlottenburg 
S im u l ta n z u la f fu n g  hat -n ic h t  den S i n n ,  daß sie gesetzt sei, es würde dort  nicht reüssieren. M eine 
jedem Rechtsanw alt  Gelegenheit geben will, an  drei Herren, d a s  Landgericht steht noch nicht ein J a h r ,  
verschiedenen Gerichten, d. H. an  drei verschiedenen und die F ü l l e  der Arbeiten ist so kolossal innerhalb  
O r ien  zu gleicher Zeit zu sein; das  geht schon a u s  dieses J a h r e s  gewachsen, daß die Z ah l  der Richter 
der N a t u r  der Sache hervor. D ie  S im u ltan zu la ssu ng  bei dem Landgericht III innerhalb  dieses noch nicht 
ha t  einen anderen S i n n :  sie wollte den A nwälten  ganz abgelaufenen J a h r e s  nahezu verdoppelt ist. 
B e r l in s  die Möglichkeit gewähren, daß sich zwei, D e r  beste Beweis dafür , daß  ein ungeheuer großes 
drei, vier Anwälte zusammen zu einem gemeinschaft­ Interesse der Gerichtseingesessenen und  des Rechts­
lichen B ureau ,  zu einer gemeinsamen F i r m a  zu ­ schutzes, den sie beanspruchen können, a n  der jetzigen 
sammenschließen, so daß d ann  jeder einzelne von Lage des Landgerichts III in  Charlottenburg  vorliegt. 
ihnen bei einem von den Gerichten in  der Regel Und wenn m a n  bedenkt, daß dieses B ed ü rfn is  noch 
seine Prozesse führen  und die Vertretung der M a n ­ von J a h r  zu J a h r  ständig dadurch steigt, daß die 
danten der gemeinschaftlichen F i r m a  ve> sehen kann. Bezirke, welche zu dem Landgerichtsbezirk gehören, 
S o  ist es auch gewesen, a ls  n u r  d a s  Landgericht I die Gemeinden Charlottenburg , Schm argendorf, 
und  II bestand. E s  w ürden  also m it  einem Schlage W ilm ersdorf , in einer ungeheuer großen Entwicklung 
die Unzuträglichkeiten, über die die B erliner  A n ­ begriffen sind, d ann  wird es von vornherein klar, 
wälte klagen, verschwinden, wenn sie den wirklichen das? die Ju stizverw altung  dieses B ed ürfn is  nicht einfach 
S i n n  der S im ultan zu la ssu ng  erfassen und  für  die übersehen kann, sondern daß sie sich sagen m u ß :  wir 
einzelnen Landgerichte immer die betreffenden M i t ­ haben richtig gehandelt, a ls  w ir  das  Landgericht III 
kompagnons beauftragen. Natürlich  ist es unmöglich, hierher nach C harlo ttenburg  legten, und w ir  würden 
meine Herren, daß ein A n w al t  bei drei Landgerichten falsch handeln, wenn w ir  diese Einrichtung w v der  
zu gleicher Zeit terminieren  kann. D a s  wird auch aufhöben. Namentlich wenn ich m ir  überlege, daß 
ausgeschlossen sein, wenn die Gerichte in  einem au f  der einen S e i te  die Interessen  des A nw altsstandes 
Gebäude vereinigt sind. I c h  habe also das  Vertrauen , und au f  der anderen S e i te  die In teressen  der ganzen 
daß  der H e r r  M inister  den S i n n  der S i m u l t a n ­ gerichtseingesessenen Bevölkerung geltend gemacht 
zulassung nicht so verkennen wird, wie es meiner sind, d a n n  sc h e in t  e s  m i r  u n m ö g l i c h  z u  f e i n ,  
Ansicht nach bei den B er l ine r  A nw älten  der F a l l  ist. d a ß  d e r  H e r r  J u s t i z m i n i s t e r  d ie  g r o ß e » ,  
D a n n  ein anderer G ru n d ,  der mich dazu bringt, w e i t t r a g e n d e n  I n t e r e s s e n  d e r  g e r i c h t s e i n g e ­
zu hoffen, daß der A ntrag  der Berliner  Anwaltschaft s e s s e n e n  B e v ö l k e r u n g  z u g u n s t e n  d e s  g e r i n g e n  
abgewiesen wird. M e ine s  Erachtens ist der A ntrag  T e i l e s  d e r  B e r l i n e r  A n w ä l t e  a u ß e r  ach t  
hauptsächlich doch a n s  dem Interesse der Anwaltschaft l a s s e n  w i r d .
entsprossen, und  zw ar will es m ir  scheinen, daß er M eine  H erren , es kommt noch ein dri t ter  P u n k t  
in  erster Linie a u s  dem finanziellen In teresse  der hinzu, der mich eigenartig berührt  hat, a l s  ich von 
Anwaltschaft entsprossen ist. I c h  kaun aber nicht dem A ntrage  las . D ie  B er l ine r  Anwaltschaft stellt 
anerkennen, und  ich glaube, das  m u ß  jeder m it  mir. ihre In te re ssen  in  den V orderg rund ,  und  sogar die 
der nicht B erliner  A nw alt  ist, zugeben, daß dieses A nw altskam m er stellt d as  In teresse  der B er l ine r  
Interesse bei dieser F ra g e  nicht in erster Reihe steht. Anwaltschaft allein in  den V orderg rund  u nd  will 
I n  erster Reihe steht meines Erachtens das  Interesse eine Ä nderung  der bestehenden Verhältnisse, ohne zu 
der Gerichtseingesessenen und  das  Interesse des berücksichtigen, daß  die 30 in  C harlo ttenburg  ja 
Rechtsschutzes, und  hier ist es doch klar, daß die bereits ansässigen Rechtsanwälte dadurch in  ihrer 
Gerichtseingesessenen einen Anspruch d a rau f  haben, Existenz vernichtet würden. Ich  m u ß  sagen, daß  
daß ih r  Landgericht im  Bezirk des Landgerichts steht. mich das  ungeheuer befremdlich angem utet  Hai, a ls  ich 
gesehen habe, daß  m a n  so über die In te re ssen  von 
( S e h r  richtig I) Kollegen ginweggeht, u m  seine eigenen In te re ssen  zu
        
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