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Periodical volume 1. Mai 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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das Kapital, das zunächst noch nicht gebraucht wird, 1125 700 M  entsprechen, so daß. auch wenn Sie diese 
hinzugerechnet, sich immer noch ein bei weitem vor­ Zahl hinzurechnen, immer noch die vom Magistrat 
teilhafteres wirtschaftlicheres Resultat ergibt. im Einverständnis mit der Gasdeputation vorge­
Nicht in diese Rechnung mit einbezogen sind schlagene Ausführung als die billigste und als die­
die Kosten des Grund und Bodens, aus' welcher jenige Ausführung sich herausstellt, welche sich am 
die Reservoire zu stehen kommen werden. Selbst­ besten und in der kürzesten Zeit bewerkstelligen läßt.
verständlich erfordern mehrere Reservoire für Aus den Zahlen, die ich Ihnen anfangs mit­
100 000 cbm einen größeren Flächenraum als solche geteilt habe, werden Sie ersehen, daß hier Eile not­
für 100 ooo cbm. Denn es würde sich int Laufe tut. W ir müssen unverzüglich an die Ausführung 
der Zeit die Notwendigkeit ergeben, nach der Höchst­ dieses Reservoirs gehen, wenn nicht das Verhältnis 
produktion, die unsere' Gasanstalt in dem Rahmen, zwischen dein Borratsraum und der Gasproduktion 
in den sie nun einmal gespannt ist, erreichen kann, ein derartig ungünstiges werden soll, daß bei irgend 
drei Reservoire für l  oo ooo cbm zu bauen, während welchen Störungen eine Kalamität für die Stadt 
auf der anderen Seite nur zwei Reservoire für entstehen könnte. Ich möchte Sie also bitten, die 
160 ooo cbm zu errichten sein würden. Der Raum Vorlage des Magistrats ohne Ausschußberatung so, 
für diese drei Reservoire wird erheblich viel größer wie sie Ihnen in der Drucksache bekannt gegeben 
als der für die zwei Reservoire, selbst wenn diese worden ist, anzunehmen.
auch größer dimensioniert sind. Es versteht sich 
das auch schon deswegen von selbst, weil ja diese (Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­
Reservoire in einem bestimmten, nicht zu klein lung beschließt nach dem Antrage des Magistrats, 
bemessenen Abstand von einander gebracht werden wie folgt:
müssen. a) Der Neubau eines freistehenden Gasbehälters 
Ich gehe also mit dem Magistratsvorschlage mit schmiedeeisernem Bassin von 160000 cbm 
konform tmd empfehle den Bau eines Reservoirs für nutzbaren Inhalts auf dem neu erworbenen 
ICO 000 cbm statt des kleineren in der Voraussicht, Gelände westlich der Gasanstalt I I  wird ge­
daß auf diese Weise später die Kosten für neuanzu­ nehmigt.
legende Reservoire sich ermäßigen werden. b) Die auf 1365 000 M  veranschlagten Kosten 
Endlich die dritte Frage: wie soll gebaut werden? werden aus Anleihemitteln bewilligt.)
Auch diese Frage hat den Ausschuß der Deputation 
sehr lange und eingehend beschäftigt, und zwar sind Vorsteher Rosenberg: Punkt 11 der Tages­
es im wesentlichen drei Punkte, welche da in Betracht ordnung :
zu ziehen sind. Soll man wie bisher die Reservoire 
ummauern, das heißt eine solide Mauer herstellen, in Anfrage der Stabtu. Dr. Riet und Gen 
der das eine Reservoir drinsteht? — soll man eventuell betr. Landgericht I I I  — Drucksache 187.
statt dieser soliden Mauer eine Betonkonstruktion 
nehmen? — oder soll man endlich — und das Die Anfrage lerntet:
schlägt der Magistrat Ihnen vor — ein freistehendes 
Reservoir wählen? Nach den Erfahrungen, die man Is t dem Magistrat bekannt, daß eine- Ver­
in der letzten Zeit gemacht Hat, und über die auch legung des Landgerichts I I I  nach den Geschäfts­
in den Akten sich Notizen auf Grund von Anfragen räumen des Landgerichts I  in der Gruner- 
bei anderen größeren und besonders gut geleiteten straße zu Berlin angestrebt wird, und welche 
Gasanstalten finden, steht dem nichts mehr entgegen, Schritte gedenkt der Magistrat dagegen zu tun?
solche freistehenden Reservoire auch in der großen 
Konstruktion zu bauen. Selbstverständlich wird die Ich erlaube mir die Anfrage an den Herrn 
notwendige Heizung dieser Reservoire etwas teurer, Oberbürgermeister, ob und wann der Magistrat diese 
als wenn sie ummauert werden; aber diese Kosten Interpellation zu beantworten gedenkt.
verschwinden im Vergleich zu dem, was das Meuter- 
iverk verschlingen würde. Ein anderer Vorschlag, Oberbürgermeister Schustehrus: Ich bin bereit, 
statt des Mauerwerks eine Betonkonstruktinon zu die Anfrage sofort zu beantworten.
machen, hat sich als gänzlich undurchführbar des­
wegen erwiesen, weil die Konstruktion noch teurer Fragesteller Stadtv. Dr. Riel: Meine Herren, 
ist als die Konstruktion eines soliden Mauerwerks. es ist Ihnen bekannt, daß seit dem l.  Juni v. I .  
Es war noch eine Unterfrage zu entscheiden: das Landgericht I I I  Berlin-Charlottenbnrg, wenn ich 
soll man, wie ebenfalls der Magistrat Ihnen hier so sagen darf, in Betrieb gesetzt worden ist. Indessen 
vorschlägt, ein einfaches schmiedeeisernes Bassin ist dieses Landgericht von' vornherein ein Torso in­
wählen, in dem das Wasser sich befindet, oder soll sofern gewesen,' als seine Strafkammern von Anfang 
man dieses Bassin aus Mauerwerk herstellen? Auch an in Berlin-Moabit geblieben und nur die Z iv il­
hier entscheiden die Zahlen zugunsten des Magistrats­ kammern nach Charlottenburg verlegt worden sind. 
vorschlages. Ein freistehendes Reservoir mit schmiede­ Nach Ansicht weiter Juristenkreise haben sich aus der 
eisernem Bassin kostet 1 365 000 M, während die­ Dreiteilung der Landgerichte schwere Übelstände er­
selbe Konstruktion mit gemauertem Bassin 1450000,# geben, insbesondere auch für die Rechtspflege. Ich 
kosten würde, und es würde endlich ein vollkommen meine, daß wir hier nicht zu untersuchen haben, 
ummauertes Reservoir 1 760 000 J( an Kosten worauf diese Mißstände zurückzuführen sind — sei 
erfordern. Diese Zahlen beruhen auf Voranschlägen, es z. B. auf räumliche Entfernung, wie die einen 
die mit großer Sorgfalt ausgeführt sind, werden meinen, sei es vielleicht auf die Simultanzulassung 
aber natürlich auf Heller und Pfennig nachher nicht einer großen Anzahl von Anwälten, wie, glaube ich, 
ganz zutreffen. W ir haben noch, wie bereits gesagt, die meisten meinen. Lassen wir die Ursache ganz 
zu den Kosten hinzuzuzählen die Kosten der ver­ dahingestellt sein und sehen wir uns die Folge'an: 
mehrten Heizung. Diese betragen aber pro Jahr der Vorstand der Anwaltskammer zu Berlin, d. H. 
nur 6285 M, das würde einem Kapital von der Mark Brandenburg, hat sich an den Herrn
        
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