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Periodical volume 17. April 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

weise, daß  in  C harlo ltenburg  au f 1000  E inw ohner er b ean trag t die E rhöhung  der H undesteuer; sta tt 
21 H unde kommen, in  B e rlin  bloß 11. der Verschärfung der S traßenau fsich t, die die Z a h l 
der H unde m ehr m indern  w ürde a ls  I h r e  ganze 
Borsteher-Stellv. Kaufmann: M eine  H erren , ich H undesteuererhöhung!
erlaube m ir. d a rau f aufmerksam zu machen, daß  die 
R ednerliste, nachdem sie glücklich ziemlich erschöpf, Stadtrat und Kämmerer Scholtz: M eine H erren , 
w ar, jetzt w ieder au f v ier R edner angeschwollen ist. ich w ill auf diese heitere H undeepisode nicht eingehen, 
Ic h  möchte die folgenden R edner b itten , sich sie w ar nicht ganz so, wie H e rr S ta d tv .  Becker sie 
zu fassen. geschildert ha t, aber so ähnlich. W ir haben von 
seiten des M ag is tra ts  in  der Kommission ausführlich 
Stadtv. Gredy: M eine  H erren , ich habe mich dargetan , daß  gerade auf diesem G ebiete etw as 
n u r  zum  W orte gemeldet, um  m itzu teilen , daß  ich im argen  liegt. D e r  H undefang  m u ß  verschärft 
in m einer V ere instä tigkeit von sehr vielen bem ittelten  w erden. E s  ist auch die Ü berzeugung des M a g is tra ts , 
und  unbem itte lten  L euten  K lage über die H unde daß au f dem G ebiete der H undesteuer ziemlich viel 
gehört habe. defraud iert w ird . Aber d as  gehört nicht direkt in  
(H ö rt, hört!) unsere V orlage h inein . Nach den neueren  Anschau­
W ir können doch verlangen, daß unsere F ra u e n  und ungen u nd  B estim m ungen  gehört die ganze F ra g e  
K inder reinliche B ürgersteige vorfinden. W enn S ie  des H undefangs nicht in die S teu e ro rd n u n g  h in e in ; 
gezählt hätten, wie ich d a s  heute früh  aus einer sie w ird  von u n s  aber w eiter beraten, und  w ir hoffen, 
Strecke von ungefähr einer halben M in u te  getan  auch Vorschläge machen zu können, wonach der 
habe, w ieviel G egenstände auf den B ürgersteigen  H undefang  schärfer gehandhabt w erden soll a ls  
w aren , die nicht dahingehören, dann  w ürden  S ie  b isher. I m  übrigen  w irkt auch eine M aßregel, die 
erschrecken. bereits im  S t a t u t  steht, die wegen der V eran lag un g  
(Z u ru se : S tra ß e n re in ig u n g !) usw. h ineinm ußte , in  dieser Hinsicht erfreulich: w ir 
E s  ist schrecklich, welche Z ustände au f manchen haben im  S ta tu t  vorgesehen, daß  die V eran lag un g  
S tra ß e n  herrschen. W ir  dürfen  sie nicht schlimmer nicht e i n m a l  erfolgt, sondern  z w e im a l ,  und  dadurch 
w erden lassen und  müssen e tw as dagegen tun . Ich  w erden w ir n a tu rg em äß  eine A nzah l H unde, die 
b itte S ie , die M ag is tra tsvo rlage  anzunehm en. b isher einen T e il des J a h r e s  unversteuert durchge­
(B ra v o !) gangen sind. hoffentlich auch heranziehen.
Stadtv. Becker: M eine H erren , ich habe ein Stadtv. Braune: M eine  H erren , die V erluste, 
unendliches M itg efü h l m it H errn  Kollegen G redy  und  die durch die H undeplage der S t a d t  erwachsen, sind 
seinem S ta d tte i l .  A ber I h r  M itte l  verfäng t nicht; von einigen der H erren  V o rred n er e tw as leicht ge­
S traßen feg en  hilft, da müssen eben die T ro tto irs  nom m en w orden. D a s  g ib t m ir V eranlassung, a ls  
gerein ig t w erden! G lau ben  S ie ,  daß die T ro t to ir s  M itg lied  der P a rk d ep u ta tio n  zu bestätigen, d aß  unsere 
sauberer sein w erden, n u r  w enn ein p a a r  H unde öffentlichen P lätze und  S traß e n p a rk a n lag en  durch 
w eniger da sind? H unde sehr ru in ie r t w erden, und  daß  nam entlich 
(R u fe : J a ! ) N euanpflanzungen  von B äu m en  und  S träu c h e rn  so 
Nach wie vor m uß  gerein ig t w erden; je ö fte r desto beschädigt w erden, daß  der S t a d t  große V erluste 
besser. entstehen. U m  dieser S chädigung  vorzubeugen, möchte 
A ber ich wollte au f e tw as anderes h in au s . D e r ich S ie  b itten , der M ag is tra tsv o rlag e  I h r e  Z ustim m un g  
H err K äm m erer, der sich freu t —  d as  liegt ja  in zu geben.
der N a tu r  seines A m tes — , w enn m ehr h e rau s­
kommt, obwohl sonst im m er beton t w ird : es w ird Stadtv. Böget: M eine  H e rre n , es ist ja  heute 
keine F inan zm o ßrege l beabsichtigt, —  der Herr- zu diesem A n trage  sehr viel gesprochen w orden ;
K äm m erer h a t u n s  in  der Kommission e rzäh lt: (sehr richtig!)
„ M it  m einem  fü r die S teuerob jekte geschärften A uge 
ging ich spazieren, und  da ich ein g roßer H u nd e­ aber e in s ist nicht gesagt w orden, und  deshalb  halte  
freund bin, so habe ich einen H u nd  gestreichelt; die ich mich verpflichtet, d a s  auszusprechen: nämlich der 
H unde sind ja  dankbare T iere, sie wedeln gleich m it E in fluß  der H unde au f die V erb re itung  gewisser 
dem S chw eif; wie ich dem H unde schmeichelte, da K rankheiten  ist durchaus nicht zu unterschätzen.
kamen gleich vier, fünf und  noch m ehr heran , und ( B r a v o !)
wie ich m ir  die H unde ansah, —  drei, v ier sind E s  g ib t K rankheiten , von denen S ie  g a r  nicht 
ohne H undem arke!" glauben, daß sie durch H unde v e rb re ite t 'w e rd en . E s  
(G roße H eiterkeit.) g ib t viele H erren  hier, deren H a a r  frü h ' gelichtet ist; 
J a ,  m eine H erren , die markenlosen H unde haben die Ursache davon  sind oft H unde. D en n  es g ib t 
kein Recht auf die S tra ß e , und  wenn die Aufsicht P ilz e , die den H aarw uchs zerstören , und die durch 
d erartig  w äre, daß diese H unde w eggefangen w ürden, H unde leicht au f M enschen ü bertragen  w erden. S o  
d an n  w ürde die H undeplage nicht so groß sein wie könnte ich noch eine ganze R eihe an dere r K rankheiten  
jetzt. J a ,  m eine H erren , wie geht es d enn ?  E in  nennen. Ich  führe das an . um  dem  M a g is tra t viel­
herrenloser H u nd  tre ib t sich au f der S t r a ß e  herum , leicht V eran lassung  zu geben, gelegentlich d a rau f h in ­
da kommt ein K ind, lockt den H und  an , der H und  zuweisen. daß  d a s  H a lten  von H unden , besonders in  
w ird  gefüttert, und plötzlich h a t die F am ilie  einen F am ilien , wo K inder find , durchaus nicht ungefähr­
H u n d , der nicht versteuert w ird. und  der auch nicht lich ist.
eingelöst w ird, w enn er eingefangen w ürde. A ber 
dieses E infängen  u n te rb le ib t, und  so treiben sich Vorsteher Stellv. Kaufmann: D ie R ednerliste  ist 
bald eine ganze M enge m arkenloser H unde herum . erschöpft. Ich  schließe die Besprechung und  frage 
A ls der H err K äm m erer v ier. fünf unbemarkte )en  H e rrn  R eferen ten , ob er noch d as  S ch lu ßw ort 
H unde um  sich versam m elt sah, da ist er au f die wünscht.
Id e e  gekom m en: d as  müssen w ir än dern  —  und (W ird  vernein t.)
        
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