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Periodical volume 17. April 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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über den A n tra g  des Ausschusses abstimmen, außerordentlich fördert, letztere namentlich in 
welcher l a u t e t : den heißen Som m ertagen und -Nächten. 
Z u r  Unterstützung der zur Bekämpfung des 
Vagabundentums und der Bettelei in Groß- Charlottenburg, den 17. April 1906.
Berlin geschaffenen Kolonie Hoffuungstal wird Vogel
ein einmaliger Beitrag von l o o o ö  M aus u nd  »och mehrere Unterschriften.
laufenden M itteln des Rechnungsjahres 1906 Ich werde die Anfrage, da ich annehme, daß 
bewilligt mit der Maßgabe, daß von diesem der M agistra t sic heute nicht beantworten will, auf 
Betrage 3000 M  zur Errichtung von Werk­ die Tagesordnung der nächsten Sitzung setzen.
stättengebäuden für gelernte Arbeiter in dieser 
Kolonie zu verwenden sind. P u n k t  8 der T a g e so rd n u n g :
Ich  bitte diejenigen Herren, die diesen Antrag des 
Ausschusses annehmen wollen, mit J a ,  und diejenigen Bericht deS Ausschusses über die Borlage  
Herren, die ihn ablehnen wollen, mit Nein zu betr Errichtung von Zeitungskiosken. —
antworten. Ich bitte, mit dem N am ensaufruf  zu Drucksachen 107 und 176.
beginnen.
Berichterstatter S tadtv . W öltm er: Meine Herren, 
(D er  Nam ensaufruf erfolgt. E s  stimmen der Ausschuß hat diese Vorlage eingehend und 
mit J a  die Stadtverordneten gründlich geprüft, und ich bitte daher, auch m ir  zu 
Barnewitz, Dr. Bauer. Becker, Blanck, Braune, gestatten, daß ich als Berichterstatter Ih n e n  ebenfalls 
Dr. Crüger. Döbler, Freund, Gredl), Dr. de ausführlich die Angelegenheit vortrage. D a s  erscheint 
Gruyter, Heise, Dr. Hubatsch. Jolcnberg, Kauf­ m ir  deswegen auch zweckmäßig, weil meiner Ansicht 
mann, Dr. Landsberger, Leben, Lingner, M ittag, nach eine objektive Beurteilung der Vorlage nu r 
Münch, Otto, Parte i ,  Dr. Penzig, Platz, dann möglich ist, wenn das ganze B ild  der V er­
Dr. P ro s lau e r .  Protze, Rackwitz, Ring, Dr. Rose, handlungen und der Ansichten, die im Ausschuß auch in 
Rosenberg. Dr. Rothholz. Dr. Röihig, Ruß, bezug auf die Petit ionen  zu Tage getreten sind, 
Schmidt. Dr. Spiegel, Dr. Stadthagen, S tein , I h n e n  dargestellt wird.
Wenig und Wöllmer, Meine Herren, der Ausschuß hat zunächst ein­
mit N c i n  die Stadtveroreneten mütig und grundsätzlich anerkannt, daß die Aufstellung 
Bartsch, Bollm ann, Dr. Borchardt, Dörre, von Zeitungskiosken in Verbindung m it den in  der 
Dzialoszynski, Holz, Jachm ann, Jan d e r ,  Klick, Vorlage vorgesehenen Verkehrseinrichtungen und auch 
Liebe, Mickler, Sachs, Sellin , Thieme, Pogel im Zusammenhang m it Normaluhren durchaus zweck­
und Dr. Zepter. mäßig und nützlich für die S tadtgem cinde ist. E r  
D a s  Ergebnis der Abstimmung wird ermittelt.) hat anerkannt, daß diese Einrichtung im öffentlichen 
Interesse liegt, und daß durch Kioske der Zeitungs­
Meine Herren, das Ergebnis der Abstimmung vertrieb auf den S t ra ß e n  dem großstädtischen Ver­
ist folgendes: es haben 38 Herren mit J a  und 16 kehr entsprechend organisiert wird.
mit Nein gestimmt. D er  Antrag des Ausschusses ist W as  nu n  den Vertrag selbst anbelangt, so hat 
angenommen. der Ausschuß zunächst die F ragen  geprüft: was ist 
D am it  erledigt sich der Antrag des Herrn der Unternehmer? w as kann er uns bieten, was 
S tad lv .  Sachs. leistet er? und welche Bedingungen müssen wir 
stellen, wenn wir mit ihm einen Vertrag schließen? 
E s  ist folgende Anfrage eingegangen: D a  waren cs drei Gesichtspunkte, von denen der 
Am 3. Oktober 1906 beantragten die Unter­ Ausschuß ausging. Nämlich erstens muß der Unter­
zeichneten die E inführung einer W ohnungs­ nehmer eine absolut einwandfreie f i n a n z i e l l e  
inspektion durch für diese Tätigkeit vorgebildete Sicherheit bieten. Zweitens m uß er den Zeitungs­
Techniker und Hygieniker. Bei der Verhandlung vertrieb vollkommen o r g a n i s i e r e n  können. E s  
über diesen Antrag erklärte der Herr Ober­ müssen alle Tageszeitungen nicht nur, sondern auch 
bürgermeister (Seite  260 des stenographischen die großen P rovinzblätte r und alle hervorragenden 
Berichts): bekannten ausländischen Zeitungen, Zeitschriften usw. 
E s  wird zur Zeit eine Denkschrift über in  diesen Zeitungshäuschen zum Verkauf, und 
diese Frage  ausgearbeitet, die voraussichtlich zwar in prompter Weise, sobald sie erscheinen, a u s ­
innerhalb dieser Woche zu Ende geführt geboten werden. Schließlich m uß auch nach Ansicht 
werden wird. D a ra n  wird sich die Be­ des Ausschusses der Unternehmer vollständig u n a b ­
sichtigung in Essen anschließen und wahr­ h ä n g i g  von irgend einem großen B la t t  sein, damit 
scheinlich auch die Besichtigungen der E in­ vollkommene Parteilosigkeit und Unabhängigkeit fü r  
richtungen in Dresden und in S traß b u rg .  den Verkauf gewährleistet wird.
Diese Arbeiten werden sich, hoffe ich, im N u n  hat der Ausschuß anerkannt, daß die 
Laufe dieses M o n a ts ,  vielleicht bis zur M itte  Deutsche Kioskgesellschaft, mit welcher der M agistra t 
des nächsten M o nats ,  erledigt haben, und den Vertrag schließen will, diese von m ir  illustrierten 
a lsdann wird die Gesundheilspflegedeputation Bedingungen erfüllt.
mit der F rage  der Einrichtung einer W as  nu n  die Grundsätze und die Bedingungen 
Wohnungsinspektion beschäftigt werden. anlangt, aus denen der V e r t r a g  au fg ebau t ' ist, so 
D ie  Unterzeichneten ersuchen um  Mitteilung, m uß erwähnt werden, daß diese Bedingungen 
wieweit die Gesundheitsdeputation diese Auf­ das P rodukt langmonatlicher Verhandlungen des 
gabe bis jetzt gefördert hat, und eventuell um M agis tra ts  mit der Deutschen Kioskgesellschaft sind. 
Beschleunigung der Sache, da der schlechte Bereits  im Herbst 1905 hat der Hauptinhaber der 
Zustand vieler Wohnungen der ärmeren Be­ Deutschen Kioskgesellschaft, H err Stilke, ein C h a r­
völkerung bekanntlich die Verbreitung der lottenburger Bürger, an den M agistra t einen dies­
Tuberkulose und die Säuglingssterblichkeit bezüglichen Antrag gestellt. D a rau f  hat der M agistrat
        
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