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Periodical volume 27. März 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

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schuß hat in Übereinstimmung mit den späteren An­ 1906 beträgt 13964; die Zahl der hilizugckommenen 
trägen des Magistrats beantragt, diese Summe in Häuser steht m ir nicht zur Beifügung. Dieser 
das Kapitel Hochbau überzuführen; es steht aber kolossale Zuwachs an Einwohnern läßt das Verlangen, 
nichts im Wege, daß mir jetzt gleich diesen Antrag dort eine höhere Mädchenschule zu errichten, um so 
der Herren Hirsch und Gen, beraten. Der Antrag berechtigter erscheinen, als die Entfernung zu den 
geht dahin: anderen höheren Mädchenschulen enorm ist. Zudem 
die Summe auf 750 000 Jt zu erhöhen. ist die Schule in der Nürnberger Straße, wie w ir ja 
Ich beschränke die Diskussion jetzt wiederum auf wissen, derartig überfüllt, daß auf etwa 12 freie 
diesen Antrag. Plätze immer über hundert Meldungen vorliegen, 
sodaß eine Unterbringung der Kinder aus jener 
Stadtv, Dr. Borchardt, Meine Herren, ich Gegend, die durch Straßenverbindung noch erreichbar 
w ill nur sehr wenige Worte über den Antrag sagen, wäre, ausgeschlossen ist. Die dritte höhere Mädchen­
da ich voraussehe, daß Sie ihn ablehnen werden — schule, die »vir in der Danckelmannstraße eröffnen, 
ablehnen nickt deswegen, weil er nach Ih re r Ansicht ist für jenes Gebiet unerreichbar. Diese Schule ist 
nicht berechtigt ist, sondern ablehnen deswegen, weil ja auch wesentlich für Alt-Charlottenburg und Westend 
Sie meinen, daß Charlottenburg nicht M itte l genug bestimmt und wird für diese Bezirke gerade nur 
Hai, um Schulbauten in solchem Umfange, wie w ir ausreichen.
es wünschen, zu unternehmen. Davon, daß die E r­ Noch ein anderes Moment veranlaßt mich, für 
höhung der M itte l in dieser Position notwendig jene Gegend die Errichtung einer neuen höheren 
wäre, find die meisten von Ihnen überzeugt; das Mädchenschule zu verlangen. Unter dem starken 
spricht sich auch darin aus, daß ursprünglich in der Zuzug, der nach jener Gegend stattgefunden hat, be­
Deputation diese Position höher angesetzt war; sie finden sich ungefähr 30 °/0 jüdische Mitbürger. 
ist erst in den Beratungen des Magistrats auf die Nun verhalten sich bekanntlich unsere Privat Mädchen­
hier gefordele Summe herabgesetzt worden, und auch schulen sehr ablehnend gegen die Aufnahme jüdischer 
im Ausschuß ist sie nicht erhöht worden, aber lediglich Schülerinnen, die sie auf einen gewissen Prozentsatz 
aus dem Grunde, weil Sie meinten, Sie hätten nicht beschränkt haben. Darüber läßt sich ja nicht streiten, 
die genügenden M itte l dazu. Solche M itte l sind aber w ir sind nicht in der Lage, irgendwie darauf einzu­
vorhanden; w ir haben uns mehrfach darüber unter­ wirken. Ich glaube aber, auch gerade ans diesem 
halten. W ir sind nicht der Meinung, daß man aus Grunde sollten w ir den Magistrat ersuchen, die Er­
Mangel an M itte ln solche notwendigen Kulturaufgaben richtung einer vierten höheren Mädchenlehranstalt, die 
leiden lassen sollte, und beantragen deshalb, die w ir für notwendig erachten, nicht in weite Zukunft 
Position auf 750 000 Jt zu erhöhen. hinauszuschieben, sondern schon für die nächste Zeit 
ins Auge zu fassen.
(Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­ Damit der Magistrat dazu imstande ist. bean­
lung lehnt den Antrag der Stadtv. Hirsch und Gen. trage ich m it meinen Freunden, die M itte l für diese 
ab. Kapitel I I I  wird in Einnahme und Ausgabe neue höhere Mädchenschule in der nächsten Anleihe 
nach dem Voranschläge des Magistrats mit den vom mit vorzusehen.
Bericherstatler vorgetragenen Abänderungen festgestellt). Ich w ill noch hinzufügen, daß auch die Platz­
frage sich wohl ohne Schwierigkeit lösen lassen wird. 
Vorsteher Rosenberg: Es liegt nun noch ein W ir besitzen in der Niebnhrstraße große Gelände zur 
dritter Antrag, und zwar der Herren Kaufmann und Errichtung einer Markthalle, die groß genug sind, 
Genossen vor: um nickt bloß die Markthalle unterzubringen, sondern 
Der Magistrat wird ersucht, die Errichtung auch für die höhere Mädchenschule noch einen Bau­
einer 4. höheren Mädchenschule in der Gegend platz herzugeben.
südöstlich vom Bahnhof Charlottenburg für die Ich w ill bestimmte Anträge in betreff des Platzes 
nächste Zeit ins Auge zu fassen und die dafür nicht hinzufügen, um den Magistrat in seinem Be­
notwendigen M itte l in der nächsten Anleihe schlusse nicht zu vinkulieren, und bitte Sie. unserm 
vorzusehen. Antrage Ih re  Zustimmung zu erteilen.
Stadtv. Kaufmann: Meine Herren, w ir haben (Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­
schon im vorigen Jahre eine Resolution beschlossen, lung stimmt dem Antrage der Stadtv. Kaufmann und 
in der w ir den Magistrat ersuchten, eine vierte Gen. zu.)
höhere Mädchenschule ins Auge zu fassen. Diesem 
Antrage ist inzwischen keine Folge gegeben worden. Vorsteher Rosenberg: W ir kommen nunmehr zu 
Ich halte es aber doch für notwendig in Anbetracht 
der Verhältnisse, die sich in jener Gegend entwickelt K apite l IV. Fortbildungsschulen.
haben, diesen Antrag nunmehr genauer zu präzisieren. 
Das Stadtviertel südlich vom Bahnhof Charlottenburg Berichterstatter Stadtv. Dr. Pcnzig: Meine
hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Es Herren, es sind nur wenige und ziemlich unwesent­
ist das Kurfürstendanim-Stadtviertel N r. 3, das die liche Änderungen, die Ihnen hier vorgeschlagen werden.
Bezirke von der Bleibtrcustraße bis hinauf zum Abschnitt 2.
Bahnhof umfaßt, links begrenzt vom Kurfürstendamm, I n  der Besoldungsnachweisung der an der 
und rechts kann man die Grenze ziehen fast bis gewerblichen und kaufmännischen Fort- 
zur Berliner-Straße. Nach den statistischen Angaben, bildungsschule für männliche Personen 
die im letzten Berwaltungsbericbt allerdings nur bis angestellten Leiter. Lehrer und Beamten 
zuni Jahre 1905 geführt sind, hatte dieses Kimürstm- tr itt  folgende Änderung ein:
damm-Stadtviertel Nr. 3 im Jahre 1895 55 Häuser N r. 5 soll lauten:
mit 2672 Einwohnern, im Jahre 1904 117 Häuser Fortbildungsschullehrer Raatz, Dienst­
mit 6042 Einwohnern, im Jahre 1905 197 Häuser alter 1. 7. 95. 3925 Jt.
mit 9715 Einwohnern; die Einwohnerzahl im Jahre Hierdurch erhöht sich der Ansatz
        
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