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Periodical volume 20. März 1907

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1907

obdachlose Personen  darin  aufgenommen werdeni | S tad tv .  H olz:  M eine  Herren, im Etatsausschuß  
können. ist über  diesen A n tra g :
D e r  M agis tra t  wird ersucht, E rw ägungen  da­
S tad tv .  H irsch : M eine  H erren , der A n trag  ist rüber einzuleiten, ob es sich nicht empfiehlt, einen 
bereits von u n s  im  Eta tsausschuß  gestellt. und  dort Zweckverband innerhalb  G ro ß  - B e r l in s  a n ­
leider abgelehnt worden. Trotzdem haben wir ihn zustreben, durch den in Charlo ttenburg  obdach­
von neuem eingebracht, und  zw ar a u s  dem G runde, los gewordene Ledige in  einem Asyl A ufnahm e 
weil tatsächlich ein dringendes B ed ürfn is  vorhanden finden können, 
ist, das  F a m i l i e n h a u s  auch gleichzeitig zu einem eingehend verhandelt worden, und  zw ar auf  der G ru n d ­
Asyl fü r  Obdachlose zu gestalten. lage der E rw ägungen , die H e r r  Kollege Hirsch hier 
W ir  haben u n s  mit dieser F ra g e  ja schon seit zum Ausdruck gebracht hat. Bet näherer P r ü f u n g  
langen J a h r e n  beschäftigt, und zw ar zu wiederholten der Sache bin ich der M einu ng ,  daß  der M agis tra t  
M a le n .  I c h  erinnere daran, daß wir bereits vor sich mit dieser Resolution befreunden würde, wenn 
einer Reihe von J a h r e n  eine Resolution angenom m en w ir  vielleicht ein einziges W ort ,  das  W ort  „auch", 
haben, daß C harlo ttenburg  sich m it  B er l in  und  anderen einfügen würden, wenn es nämlich heißen würde: 
Nachbargemeinden in  V erbindung setzen möge zwecks D e r  M ag is tra t  wird  ersucht, E rw ägungen  d a­
Errichtung  eines gemeinsamen Asyls fü r  Obdachlose rüber einzuleiten, ob es sich nicht empfiehlt, einen 
fü r  G ro ß -B e r l in .  I c h  weiß nicht, ob der M agis tra t  Zweckverband innerhalb  G ro ß  - B e r l in s  a n ­
dieser Resolution F o lge  geleistet hat, und  w as  dabei zustreben, durch den auch in  C har lo t tenbuig  
herausgekommen ist; ein positives E rgebnis  hat jeden­ obdachlos gewordene Ledige in  einem Asyl A u f­
falls  die Resolution bisher nicht gezeitigt. nahme finden können.
D e r  E tatsausschuß  hat ja  nun , soweit ich aus  Dieser Zweckverband soll es ermöglichen, in  dem 
den A usführungen  des H errn  Referenten entnommen g roßen B er l in  Personen, die in  diese trau rige  Lage 
habe, den M agis tra t  ersucht. kommen, ein Obdach zu gewähren, und da Charlotten- 
E rw ägungen  darüber einzuleiten, ob es sich nickt bnrg allein nicht in der Lage ist oder wenigstens in 
empfiehlt, einen Zweckverband innerhalb  G roß-  absehbarer Z e i t  vielleicht nicht in die Lage kommen 
B e r l in s  anzustreben, durch den in C harlottenburg  wird, ein derartiges Asyl zu schaffen, so müssen der­
obdachlos gewordene Ledige in einem Asyl A u f ­ artige V erhandlungen  m it  B er l in  und  den anderen 
nahm e finden können. Gemeinden G ro ß -B e r l in s  geführt werden, und  es 
Dieser A n trag  des Etatsausschustes entspricht im würde sehr erwünscht sein, wenn der M agis tra t  sich 
wesentlichen der Resolution, die w ir  vor einigen J a h r e n  m it  den anderen Gemeinden G ro ß -B er l in s  sofort in 
angenom men haben. Obw ohl ich persönlich au f  dem Verb indung  setzen würde, um  festzustellen, ob es 
S ta n d p u n k t  stehe, daß  Zweckverbände auch auf  diesem nicht möglich sein würde, au f  diesem Wege weiter zu 
Gebiete sehr erwünscht sind. so glaube ich dock. daß kommen.
in absehbarer Zeit ein solcher Zweckoerband noch I c h  würde also bitten, die Resolution m it  der 
nicht zustande kommt, und a n s  diesem G ru nd e  halte von m ir  gewünschten E infügung  des W ortes  „auch" 
ich es fü r  nötig, daß C harlottenburg allein vorgeht. anzunehmen.
W ir  sind ja  im Begriff, das  F a m il ie n h a u s  a u s ­
zubauen, und  es wäre wohl eine Kleinigkeit, wenn 
die Aufnahmebestimmungen entsprechend geändert und S tad tv .  H irsch : I c h  wollte dem H errn  B ü rg e r ­
bei dem B a u p la n  auch die A ufnahm e von ledigen meister n u r  erwidern, daß  ein Beschluß, m it  den 
Obdachlosen vorgesehen würde. Jed en fa l ls  halte ich Gemeindeverwaltungen von G ro ß -B er l in  sich in  V er­
es fü r  einen unw ürdigen  Zustand, daß wir diese u n ­ bindung zu setzen, am 1. J u n i  1904 von der S t a d t ­
glücklichen Menschen der P o lize i  überliefern, die sie verordnetenversammlung gefaßt ist. W ir  finden auch 
in G ew ahrsam  n im m t. in  den V orlagen  für  1905 un te r  dem Fragebogen  die F r a g e :
Bürgermeister M a i l i n g : M eine  Herren, ich habe D ie  S tad tverordne tenversam m lung  hat den 
den H errn  Dezernenten des Kapitel V  m it  Rücksicht M agis tra t  am  l .  J u n i  1904 ersucht, mit den 
auf seine mangelhafte Gesundheit zu dieser späten Gemeindeverwaltungen von G ro ß -B er l in  behufs 
S tu n d e  schon beurlaubt und  m uß  um  Entschuldigung Errichtung  eines gemeinschaftlichen Asyls fü r  
bitten, wenn meine A usfüh run gen  nicht so sachgemäß Obdachlose für  G ro ß -B e r l in  in  Verb indung  
sind, wie seine M itte i lungen  gewesen waren. zu • treten.
I c h  erinnere mich einer Resolution, welche den D e r  M agis tra t  wurde angefragt, wie diese A n ­
M agis tra t  auffordert, gemeinsam m it  B er l in  und den gelegenheit steht. I c k  möchte daran  erinnern , daß 
Nachbarorten  ein Asyl zu gründen, nicht, sondern m ir  der A n tra g  ursprünglich in dem Ausschuß gestellt 
sind die Bestrebungen auf  G rü n d u n g  dieses Zweck­ w ar ,  der zur  V orbera tung  des P ro jek ts  betr. A u sb a u  
verbandes erst bei dieser E ta tsbe ra tung  bekannt ge­ des F am il ien hau ies  eingesetzt w a r ;  ich selbst habe ihn 
worden. Jed en fa l ls  ist m ir  über ein E rgebnis  von g! estellt, und H err  Kollege Rose hat ihn d ann  im 
V erhandlungen  m it  B e r l in  nichts bekannt. P le n u m  a ls  Referent begründet. D e r  M ag is tra t  
I c h  möchte aber doch bitten, nicht heute schon a1 ntwortete auf  diese F ra g e :
einen Beschluß dahin zu fassen, daß w ir  n u n  für W ir  haben bisher davon abgesehen, mit 
C harlo ttenburg  ein eigenes Asyl gründen sollen. D en n  den anderen Gemeinden in  der Sache in  V e r ­
daß w ir  gerade au f  diesem Gebiete fü r  u n s  allein kaum bindung zu treten, weil inzwischen die F rage , 
e twas Fruchtbringendes schaffen können, liegt j a  auf  ob es überhaupt zweckmäßig ist, Asyle in der 
der H and . Diese, wenn ich so sagen soll, v aga ­ bisherigen A r t  zu errichten, erörtert wurde. 
bundierende Bevölkerung teilen w ir  eben m it  B er l in  Nachdem von P as to r  v. Bodelschwingh, und 
und  den anderen V ororten , und  wenn etwas ge­ m it  ihm von vielen anderen, gegen diese Asyle 
schehen soll. so kann es eben n u r  gemeinschaftlich sein. Bedenken erhoben worden sind, erachten w ir  
I c h  möchte S i e  bitten, es bei der Resolution, die der es fü r  zweckmäßig, einstweilen nichts zu veran­
E ta tsausschuß  beschlossen hat, zu belasten. lassen.
        
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