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Periodical volume 31. Januar 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

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Kenntnisnahme des Magistrats, damit er sich durch geantwortet worden: „D ie Erwägungen sind noch nicht 
Eingehen auf dieselben von der großen Verantwortung zum Abschluß gelangt; über den Zeitpunkt der E in­
entlaste, die bei evenll. eintretenden Unglücksfällen bringung einer Vorlage kann eine Zusicherung nicht 
ihn treffen könnte. Meine Herren, es handelt sich gemacht werden." Jetzt ist weder eine Anfrage gestellt, 
um die Gesundheit, eventl. um das Leben unserer noch eine Mitteilung darüber gemacht worden.
Mitbürger, und da doch von einer Erweiterung des Meine Herren, ich habe seinerzeit ausführlich 
Bahnhofs Charlottenburg vorläufig nicht die Rede dargelegt, wie gerade die Leihhäuser für sehr viele, 
sein kann — die Sache ist vertagt, wie den Herren die' vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch stehen, 
Kollegen bekannt ist. weil angeblich der Bahnhof die letzte Rettung sind und ihnen über die Schwierig­
vorläufig noch den Anforderungen genügt — . so wird keiten hinweghelfen. Ich möchte doch den Magistrat 
es sich sehr empfehlen, daß der Magistrat von neuem dringend ersuchen, die Angelegenheit nicht zu protra- 
die Verhandlungen aufnimmt. Ich bitte, der An­ hieren, damit man nicht sagen kann: ja, der Char­
regung zu entsprechen und daraus hinzuwirkien, daß lottenburger Magistrat ist sehr darauf bedacht, große 
möglichst bald Einfallschächte mit Sternpnsmen- Prachtbauten zu errichten, Theater und Puppenbrückcn, 
verglasung oberhalb der M itte der Unterführung der aber Angelegenheiten, die imstande sind, dem Ärmsten 
66-Pfeilerb:ücke, evenll. auf Kosten der Stadt, ein­ eine Rettung zu bringen, zieht er hin. Ich hoffe, 
gebaut werden. daß der Magistrat sich darüber äußern wird, was er 
nun zu tun gedenkt. Es find doch schon über 
Stadtbaurat Brcdtschncidcr: W ir haben bereits drei Jahre her.
vor Jahren versucht, die Einrichtung herbeizuführen, 
aus welche der Herr Stadtv. Braune soeben hinge­ Vorsteher-Stellv. Kaufmann: Ich habe Herrn 
wiesen hat. W ir haben zwei oder dreimal — ich Kollegen Vogel diese Angelegenheit ruhig vortragen 
weiß mich nicht mehr genau zu besinnen —  an die lassen, obgleich sie in den Rahmen der Vorlage nicht 
Eisenbahridireklion geschrieben und sie ersucht, sie hineinpaßt. Ich habe Herrn Kollegen Vogels seine 
möchte gestalten, daß solche Einfallschächte zur E in­ Ausführungen beenden lassen, weil ich das fü r den 
führung des Lichts auf die Straße gebaut würden, kürzeren Weg hielt. Wenn Herr Kollege Vogel — 
bezw. sie möchte diese selbst ausführen. Die Eisen- da der Magistrat sich nicht kurzer Hand darüber 
bahudirektion hat das unter eingehender Begründung äußert — die Sache weiter verfolgen w ill, so kann 
abgelehnt. Darauf wollten w ir die Straße durch ich ihm nur anheimgeben, einen neuen Antrag resp. 
elektrisches Liebt beleuchten. Das erwies sich, noch eine neue Anfrage an den Magistrat zu stellen, die 
ehe ein Versuch angestellt wurde, als unmöglich dann auf dem oidmmgsmäßigen Wege erledigt werden 
Und schließlich sind w ir dazu gekommen, die Straße wird.
unter der 66-Pfeilcrbrücke mit Gas zu beleuchten. 
Die Gasbeleuchtung ist imgange und tut ihre Schuldig­ Stadtv. D r. Borchardt (zur Geschäftsordnung): 
keit. Wie w ir nun noch eine Verantwortung über­ Meine Herren, ich bin der Ansicht, daß durchaus 
nehmen sollen für etwaige Unfälle, welche da passieren korrekt verfahren ist. und daß. wenn eine Aufrage, 
könnten, das kann ich nicht verstehen. W ir haben die noch unerledigt ist. auf diesem Fragebogen auch 
_ alles versucht und getan, was nach Lage der Ver­ nicht steht, ein jeder Kollege das Recht hat, bei dieser 
hältniße möglich war. Etwas Neues hat uns Herr Gelegenheit diese Frage anzuregen.
Stadtv. Braune nicht in die Hand gegeben; er wünscht, (Widerspruch.)
daß w ir den Versuch noch einmal machen — so nur Zur Sache selbst bedaure ich, daß der Magistrat sich 
kann ich seine Anregung auffassen —. daß w ir noch zurückhaltend verhält und keine Antwort gibt, weil
einmal bei der Eiscnbahndireklion die Einrichtung wir dadurch genötigt sind, die Frage in Form einer 
von Einsallschächten beantragen. Nun gut, das können Interpellation oder eines selbständigen Antrages zur 
w ir machen. Ich verspreche m ir zwar keinen Erfolg, Erledigung zu bringen.
würde mich aber freuen, wenn ich mich irre.
Stadtv. D r. Crüger (zur Geschäftsordnung):
Lorsteher-Stellv. Kaufmann: Das Wort ist nicht Meine Herren, w ir dürfen doch selbstverständlich nur 
weiter verlangt. Die Versammlung erklärt die Frage über die Dinge verhandeln, die auf der Tagesord­
Nr. 17, da kein Widerspruch erfolgt, für erledigt. nung stehen,
W ir kommen zur Frage 16 zurück. Der Antrag (sehr richtig!) _
des Herrn Kollegen Dzialoszhnski lautet: und ans der Tagesordnung an dieser stelle stehen 
Es wird beantragt, nur diejenigen Gegenstände, die verzeichnet sind. 
die Antwort des Magistrats m it der Maß­ W ill jemand Dinge zur Sprache bringen, die nicht
gabe zur Kenntnis zu nehmen, daß der in der Vorlage enthalten sind, die der Magistrat
Magistrat ersucht wird, die geeigneten Schritte übersehen hat, dann wird ihm nichts anderes übrig 
behufs Herstellung einer chauffierten Fahr­ bleiben, als einen selbständigen Antrag einzudringen. 
straße von der Fasanenstratze über die Schlimmstenfalls müßten w ir es über uns ergehen 
Kurfürstenallee bis zum Gartenufer alsbald taffen, daß eine Interpellation eingebracht wird.
vorzunehmen.
(Der Antrag wird angenommen). Bürgermeister M atting: Meine Herren, ich habe 
Frage 18 — ist als erledigt anzusehen. namens des Magistrats bisher nicht das Wort ge­nommen, weil ich die Geschäftsordnungsfrage erst 
Herr Kollege Vogel hat noch das Wort. erledigt sehen wollte, ob der Gegenstand überhaupt 
Stadtv. Vogel: Zu einer anderen Frage! — zum Gegenstand der Beratung gemacht werden soll 
Am 4. November 1903 hat die Stadtverordnetenver­ oder nicht. Es wäre sehr wohl möglich, da die Sache 
sammlung auf meine Anregung den Magistrat ersucht, nicht auf der Tagesordnung steht, daß der betreffende 
in Erwägungen bezüglich eines Leihhauses in Char­ Magistralsvertreter nicht so informiert wäre, um hier 
lottenburg zu treten. Darauf ist am 21. Dezember ohne weiteres eine Auskunft zu geben. I n  der vor­
1904 auf eine nochmalige Anfrage vom Magistrat liegenden Sache würde ich zwar eine Auskunft geben
        
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