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Periodical volume 31. Januar 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

Borsteher-Stellv. Kaufmann: Ich möchte Herrn diese künstliche Beleuchtung habe sich aber als wenig 
Kollegen Dzialoszynski darauf aufmerksam machen, durchdringend gezeigt. Es seien dann in die La­
daß er eben das W ort nicht erteilt bekommen hat ternen Zünduhren eingesetzt worden, welche bewirken, 
und Zwiegespräche hier im  Saale nicht geführt daß je eine Stunde vor und nach der katendermäßigen 
werden. Zeit die Laternen selbst zünden bezw. auslösche». 
(Heiterkeit.) Der Magistrat ist jedoch nicht ans die eigentliche Frage 
eingegangen, ob erneut Verhandlungen bezügl. Tages- 
Stadtv. D r. Frentzcl: Ich möchte mich doch beleuchtnng eingeleitet sind, obgleich gerade jetzt es 
dafür aussprechen, daß w ir den Antrag stellen. Stach an der Zeit sein dürfte, angesichts des bedeutend zu­
dem, was w ir vom Herrn Stadtbaurat gehört haben, genommenen Verkehrs in der dortigen Gegend, die 
ivird dieser Antrag einen gewissen wirksamen Druck diesen gefährdende Finsternis zu beseitigen; denn durch 
ausüben. Bezüglich des zu erreichenden Zieles sind die Bebauung des Stadtteiles, im  Norden vom 
w ir wohl, glaube ich, alle, auch der Magistrat, der Amtsgericht ans bis südlich noch Wilmersdorf, Halen­
Ansicht, daß es m it möglichster Beschleunigung —  see, Grunewald ec.  hin, ist der Verkehr in den letzten 
soweit es eben geht, wenn man sich in  der Lage Jahren mindestens um das Dreifache gewachsen, 
eines Bittstellers befindet —  herbeigeführt werden ebenso der Wagenverkehr unter der 66-Pfeilerbrücke,
muß. Daß der M agistrat die geeigneten Schritte —  nicht allein von Equipage» und Droschken, sondern 
tun und ev. sich auch m it den anderen in  Frage auch von Geschäftswagen und Baufuhrwerk, wie auch 
kommenden Interessenten in  Verbindung setzen wird, der Fußgängerverkehr. M an sollte nicht hier erst 
halte ich von vornherein fü r ausgemacht. den Brunnen zudecken, wenn das Kind hineingefallen 
ist, sondern beizeiten Abhilfe schaffen. Ich  war selbst 
Borsteher-Stellv. Kaufmann: Ich werde die Bc- einmal Augenzeuge, wie unter der 66-Pfeilerbrücke 
schlußfassung über Frage 16 aussetzen, bis der A n­ ein Arbeiter von einer Leiter heruntergeschleuderl 
trag des Herrn Kollegen Dzialoszynski eingegangen ist. wurde durch einen Straßenbahnwagen, dessen Führer 
W ir  gehen inzwischen über zu Frage 17. erst in letzter M inuie bremste, weil die Finsternis 
dies ihm nicht eher ermöglichte. Der Arbeiter hätte 
Stadtv. D r . Stadthagen: Meine Herren, diese sein Leben einbüßen können, wenn er sich nicht da­
Angelegenheit, die ja an sich erledigt ist, gibt m ir durch gerettet hätte, daß er sich an dem inzwischen 
wegen der Begründung Anlaß, eine B itte  an die stehen gebliebenen Wagen festhielt. I n  Veranlassung 
Herren im M agistrat und in der Verwaltung über­ dessen nahm ich, als Vertreter der Parkdeputation, 
haupt zu richten, die m it der Beleuchtung etwas zu bei Gelegenheit einer Besprechung zwecks Verbesserung 
tun haben. Es ist m ir seit Jahren schon aufgefallen, der Anlagen in der Rönnestraße. weiter Gelegenheit, 
daß die Reflektoren der Laternen, die w ir auf der einen höheren Eisenbahnbeamten auf diesen Übelstand 
Straße sehen, eigentlich heute noch beinahe dasselbeAns- hinzuweisen. Nach dieser vorerwähnten Besprechung
sehen haben wie vor hundert Jahren. M an macht eine —  in welcher ich letzteren, den Geheimen Baurat 
Laterne, macht ein Schutzdach darüber, und dann Wambsgans gegenüber die Notwendigkeit der Ver­
macht man Reflektoren in das Innere  des Schutz­ besserung der Einfriedigung des Eisenbahndammes 
daches hinein, ganz egal, ob die Reflexionsschicht betonte, welcher Anregung in liebenswürdigster, 
wirklich den Zweck erfüllt, das Licht dahin zu reflek­ promptester Weise entsprochen wurde, durch schleunigste 
tieren, wohin man es haben w ill. Ich gebe zu, daß Errichtung einer modernen, der Gegend angemessene 
in  neuester Zeit, z. B . in der Berliner Straße, kleine Umzäunung des Eisenbahnkörpers —  nahm ich bei 
Anfänge gemacht sind, um bessere Reflektoren zu Überschreitung der Holtzendoiffstraße nördlich der 
konstruieren. Es sind aber auch in  jüngster Zeit in 66-Pfeilerbrucke Veranlassung, den Herrn Geheimen 
ganz neuen Straßen Laternen angebracht, bei denen Baurat darauf hinzuweisen, daß die Finsternis unter 
die Reflektoren ihren Zweck vollkommen verfehlen. der 66-Pfeilerbrücke besorgniserregend geworden 
Ich möchte anheimgeben, diese Frage einmal vom wäre; monatelang an trüben Tagen, wie w ir sie im  
technischen Standpunkte aus zu behandeln, ev. durch November und Dezember v. I .  fast ausschließlich 
einige Versuche. Ich bin der Überzeugung, daß es gehabt haben, sei diese Finsternis fü r den Verkehr so­
die Aufgabe der Reflektoren sein muß, dorthin, wo wohl als auch für die Sicherheitsverhältniffe sehr 
auf der Straße Dunkelheit herrscht, also zwischen gefährlich geworden, er möchte doch seine Fürsorge 
zwei Laternen, das Licht möglichst zu werfen. Es auch auf diesen Punkt lenken und uns durch A n ­
gibt auch noch besondere Aufgaben; ich denke dabei legung von Lichtschächten von dieser Finsternis unter 
an die Denkmäler, an unser Kaiser Friedrich-Denk­ der 66-Pfeilerbrücke befreien. D ie Antwort darauf 
mal z. JB., die doch nicht des Abends im  Dunkel lautete, es sei jedenfalls bei Anlage der Brücke 
liegen sollen. Es liegt doch nahe, die Laternen, die seitens der Stadtgemeinde versäumt worden, darauf 
dort hingestellt werden, derartig m it Reflektoren aus­ hinzuweisen, daß Lichischächte angelegt werden möchten, 
zurüsten, daß dadurch das Denkmal wirklich beleuchtet sonst wäre gewiß dem Wunsche entsprochen worden; 
wird. Ich glaube, wenn S ie diese Frage energisch jetzt sei darin schwerlich etwas zu tun, jedoch käme 
in  die Hand nehmen, werden w ir die Freude haben, es vielleicht auf einen weiteren Versuch an. Nach­
vielleicht in  Charlottenburg vorbildlich fü r andere träglich habe ich noch m it einem neueingelretenen 
Städte auch auf diesem Gebiete zu wirten. Kollegen vom Baufach —  zwar nicht vom Eisen­
bahnbau — . Herrn Kollegen Schmidt, an O rt und 
Stadtv. Braune: Meine Herren, auf die Anfrage Stelle mich überzeugt, daß zwischen den Schienen­
N r. 17, ob der Magistrat bezüglich der Tages­ gleisen sich Abstände, ca. acht an der Zahl, befinden, 
beleuchtung der Holtzendorssstraße unter der Eisen­ in  welche sich wohl Lichtschächte einbauen lassen, wo­
bahnüberführung (66-Pfeilerbrücke) in erneute Ver­ durch doch dem Übel in  Etwas abgeholfen werden 
handlungen eingetreten ist. hat dieser erwidert, daß könnte. Völlige Tageshelle kann ja 'd a  unten nicht 
die Gasdeputation die Eisenbahnunterführung ver­ geschaffen werden; aber jedenfalls wäre dann doch 
suchsweise auch am Tage durch Laternen m it Doppel­ das Möglichste gegen Unglücksfälle hierdurch getan.
brennern und Metallreflektoren habe beleuchten lassen; Ich  bringe diese meine Wahrnehmungen zur
        
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