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Periodical volume 5. Dezember 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

gerade hierin ein sehr wesentliches Bedenken, das  im vertrag angestellt sind. also jedenfalls der M e in u n g  
vorigen J a h r e  obwaltete, abschwächt. gewesen ist, daß auch diese m it  einer T eu e ru n g s­
zulage bedacht werden sollen. Ich  bitte S ie ,  sich zu 
Stadtv. Hirsch: I c h  möchte zunächst zwei I r r t ü m e r  vergegenwärtigen, daß  von den auf  Gesindevertrag 
des H errn  Bürgermeisters richtig stellen. D e r  H err  Angestellten in  der M agis tra tsvo r lage  nicht gesprochen 
Bürgermeister ist wieder d arau f  zu sprechen gekommen, ist, weil alle diese Leute N atu ra lverp flegung  haben, 
daß  die S tad tverordne tenversam m lung  im vorigen also un te r  der T euerung  nicht leiden. Ich  möchte 
J a h r e  auch n u r  100 000  JC verlangt bat. D ie  B or-  d as  feststellen, d am it  ein I r r t u m  in dieser Beziehung 
geschichte dieses A ntrages  zeigt aber, daß  die S t a d t ­ nicht obwaltet.
verordnetenversammlung ursprünglich mehr verlangt 
hat. I n  der S itzung  vom 6. Dezem ber hatte die Vorsteher-Stellv. Kaufmann: Ich  möchte zu ­
liberale F rak t ion  einen A n trag  eingebracht, der den nächst diejenigen A nträge, die inzwischen eingegangen 
M agis tra t  um  eine Vorlage ersucht, sind, zur  Verlesung bringen.
wonacb sämtlichen städtischen Arbeitern und H e r r  Kollege O t to  beantragt, in die M a g is t ra ts ­
denjenigen städtischen B eam ten  und  Lehrkräften, vorlage beziehentlich in die Vorschläge des Kollegen 
die ein Jah resg eh a l t  unter 3000  JC beziehen, S p ieg e l  den Satz einzuschalten:
eine einmalige T euerungszulage in Höhe eines D ie  A uszah lung  dieses B e trag es  erfolgt zur  
halben M onatse inkom m ens gewährt werde, Hälfte  vor Weihnachten, m it  dem Rest am  
und nach der Berechnung, die der B egründer  dieses l .  M ä r z  1907.
Antrages . H err  S ta d tv .  D r .  v. Liszt, gegeben hat, H e r r  Kollege D r .  Pen,zig beantragt, zu N r .  2 
handelte cs sich dabei nicht u m  lo o o ö o ,  sondern des A n trages  am  Sch luß  h inzuzufügen:
um  1 1 5 0 0 0  J t \  das  geht a u s  dem stenographischen D e m  billigen Ermessen des M a g is tra ts  ivird 
Bericht hervor. B on  meinen Freunden  w ar  ein es überlassen, T euerungszulagen  auch den nicht­
allgemein gehaltener A n tra g  eingebracht; w ir  haben ständigen H ilfsarbeite rn  zu gewähren.
u n s  dann  mit den Liberalen au f  einen gemeinsamen Endlich ha t  H e r r  Kollege S ta d th a g e n  beantragt, 
A n trag  geeinigt, und  infolgedessen ist ein einheitlicher über die Positionen einzeln abzustimmen, und  in s ­
Beschluß der S tad tverordne tenversam m lung  zustande besondere, bei der M agis lra tsvorlage  un te r  d, falls 
gekommen. A ls  d ann  der M agis tra t  sich diesem die Spiegelschen A nträge  angenom m en würben, sie 
Beschlusse gegenüber ablehnend verhielt, hat die S t a d t ­ m it  der M aßg ab e  zu beschließen, daß mindestens 
verordnetenversammlung. damit wenigstens etwas 75 JC fü r  die Z e i t  b is  zum  l .  J u l i  gewährt werden.
geschehe, einen allgemein gehaltenen A n trag  gestellt H e r r  Kollege Hirich h a t  seine A nträge  selbst 
und  ohne nähere P r ü f u n g  die Einstellung von schon verlesen: ‘ ich glaube dam it  ist der Pflicht 
1 0 0 0 0 0  M  beantrag t. S o  w ar  die Sache. G enüge geschehen, sie zur  K en n tn is  der V ersam m lung  
D a n n  ir r t  sich der H err  Bürgermeister in bezug zu bringen.
au f  die Mehrbelastung, die durch unseren A ntrag  Bürgermeister M a t t i u g : M eine  Herren, nachdem 
bewirkt wird. E r  rechnet aus ,  daß auf G ruppe die A nträge, die hier z u r  Abstimmung kommen sollen, 
a  l l i o o o  JC, auf G ruppe  b  3 4 0 0 0  kommen; verlesen worden sind, kann ich S i e  doch n u r  noch 
das  gibt zusammen 145 000  JC, für das  halbe J a h r  e inmal d ringend bitten, die Angelegenheit an  einen 
also 7 2 5 0 0  JC\ hiervon gehen ab die 8 445  JC, die Ausschuß zu verweisen. W enn  z. B. der A n trag  
bei G ruppe d fortfallen, so daß die tatsächliche M e h r ­ angenom men werden sollte, daß  die A uszah lung  in 
belastung durch meinen A ntrag  genau 64 000  JC be­ zwei R a ten , also im Dezember und  M ä rz ,  erfolgen 
träg t  und nicht 90 000  M .  I c h  bin überzeugt, daß soll, so heißt d a s  m it  anderen W orten :  die T e u e ru n g s ­
die S t a d t  Charlo ttenburg  soviel noch vertragen kann. zulagen auf  ein halbes J a h r  werden nicht fü r  drei 
M eine  Herren, auf die A usführungen  des H errn  Vierteljahre gegeben, und  für  d a s  E ta t s j a h r  1906 
Oberbürgermeisters brauche ich nicht ausführlich ein­ werden a lsd a n n  181 150 JC- verlangt. S i e  werden 
zugehen.' D e r  H err  Oberbürgermeister hat sich die anerkennen, daß  m a n  die T ragw eite derartiger A n träge  
Sache sehr leicht gemacht: sachlich kaun er nichts er­ überhaupt nicht übersehen kann; die Z ah le n  müssen 
widern, und so greift er denn zu einigen alten, sehr in ruh iger Ueberlegung m it  dem Bleistift in  der 
abgedroschenen Phrasen , die m an  an anderer S te l le  H a n d  berechnet werden. D ie  Z a h l  für diesen A n tra g  
wohl gewohnt ist, die aber hier sonst nicht ausge­ habe ich zufällig hier, weil ich sie vor der Sitzung- 
sprochen zu werden pflegen; er sagt einfach: wir m ir  ausgerechnet habe.
kennen die Taktik der H erren  Sozialdemokraten, sie Stadtv. D r. Stadthage»: M eine  Herren, die 
gehen d arau f  aus .  Unzufriedenheit zu erregen. I c h  Angriffe des H e r rn  Kollegen Hirsch w aren  ja nicht 
sehe davon ab. welche Geringschätzung d ir  Ansichten weiter w underbar  bei den Anschauungen, die seine 
eines V ertre ters  einer sehr großen P a r te i  in diesen F rak t ion  in solchen D in gen  vertrit t .  Ich  habe mich 
W orten  liegt; ich möchte aber den H errn  O berbürger­ n u r  gewundert, daß H err  Kollege S p iege l  sie u n s  
meister bitten, einen einzigen F a l l  zu nenne», wo wir gegenübergestellt hat, ohne darauf  hinzuweisen, daß 
d arau f  ausgehen, Unzufriedenheit zu erregen! W ir  die S te l lun gn ahm e  des H errn  Kollegen Hirsch sich 
haben d as  durchaus nicht nötig ;  Unzufriedenheit er­ a u s  der S te l lu n g n a h m e  der sozialdemokratischen P a r te i  
regen S ie ,  indem S i e  sich den Wünschen der S t a d t ­ ergibt, die überhaup t die Unterschiede in den G e ­
verordnetenversammlung so lange widersetzen und hälte rn  ganz beseitigen will. Infolgedessen verstehe 
dann  nachher eine solche V orlage einbringen. W ir  ich den A n trag  Hirsch, den un te ren  B eam ten  75 M  
haben es nicht nötig, Unzufriedenheit zu erregen; das zu geben und  den oberen B ea m ten  gar  nichts; das  
besorgen S i e  schon selbst, und  wir haben wirklich liegt ja in der Richtung des sozialdemokratischen 
keinen G ru nd .  I h n e n  in s  H andw erk zu pfuschen. Zukunftsstaatcs .
(Lachen bei den Sozia ldem okra ten .)
Bürgermeister M attm g : M i r  fällt eben eine Ic h  kann n u r  annehmen, daß w ir  un ter  keinen 
Bemerkung ein. die ich auch glaube machen zu müssen, Umständen derartigen A n trä gen  Folge geben werben, 
in b ezug ' darauf, daß  H e r r  S ta d tv .  D r .  Sp iegel  und  ich gebe mich auch der E rw a r tu n g  hin, daß  die 
vorhin  von Leuten  gesprochen hat. die auf  Gesinde­ F re u n d e  des H e r rn  Kollegen S p ieg e l  sich auf solchen
        
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