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Periodical volume 5. Dezember 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

sehen, ihre S t im m e  gegen diese Nichtbestätigung er­ F o rd e ru n g  in s  Lächerliche ziehen, sondern er bedeutet, 
heben werden. daß wir, nachdem unser erster Protest nichts genutzt 
W ir, m eine H erren , —  d as  ist die M einu ng  hat, n un  einen Protes t erheben, der eine noch 
m einer F reu n d e  —  sind der Ansicht, daß  es sich fü r schärfere F o rm  hat. W ir  wollen dam it zeigen, daß 
die C h arlo ttenb u rg er S tad tv ero rd ne tenv ersam m lun g  wir auf  dem S tandpunk te  stehen: wir halten die 
em pfiehlt, den W eg zu gehen, den die P o tsd a m e r  Selbstverwaltung tatsächlich hoch, nicht, wie es den 
R eg ierung  in  liebensw ürdigem  Entgegenkom m en —  Anschein hat, n u r  so weit, wie dies von der Regierung 
w enn S ie  wollen —  u n s  gewiesen hat, indem  w ir beliebt wird. sondern wir wählen a u s  freiem Ermessen 
den P latz , den H e rr Kollege P en zig  einnehm en sollte, diejenigen M ä n n e r ,  die wir für  geeignet hakten. W ir  
b is  zum  1. A p ril 1908, wo m it dem In k ra f t tre te n  konnten j a  voraussehen, daß  der Kollege Penz ig  zum 
des Schulunterhaltungsgesetzes sowieso eine N eu ­ zweiten M a le  nicht bestätigt werden würde. M i t  
o rdnung  der S ch u ldepu ta tio n  einzutreten  hat, unbe­ demselben Recht, wie H err  Kollege O t to  jetzt gegen 
setzt lassen. N icht etw a, m eine H erren , w eil die u n s  den V o rw urf  erhebt, daß wir eine F ord erun g  
P o ts d a m e r  R egierung  u n s  diesen Vorschlag gemacht aufstellen, die nicht ernst zu nehmen fei, mit dem­
hat, sondern  w eil w ir m einen, daß  w ir au f 'd iesem  selben Recht hätten wir, a ls  wir die Nlchtbestätigung 
W ege unserer grundsätzlichen S te llu n g n ah m e  den des Kollegen Penzig  hier behandelten, H errn  Kollegen 
besten Ausdruck geben. O tto  und seinen F reunden  vorwerfen können, daß 
I m  übrigen  bitte ich S ie . im  Anschluß an  die der A ntrag  auf  Wiederwahl des H errn  Kollegen 
A nnahm e dieses A n trages der nachfolgenden R esolution P enzig  nicht ernst zu nehmen sei, da er ja doch nicht 
I h r e  Z ustim m ung  zu geben: bestätigt werden würde. D a s  kann u n s  ganz gleich« 
D ie  Königliche R eg ierung  h at die B e­ giltig sein, ob die Regierung die von u n s  vorge­
stätigung  der W iederw ahl des S ta d tv . D r. P enzig  schlagenen H erren  bestätigt oder nicht. W ir  haben 
zum  M itg lied  der S ch u ldepu ta tio n  au fs  neue in  erster L 'n ie  zum Ausdruck zu bringen, w a s  wir 
abgelehnt, indem  sie sich die G rü n d e  des U n ter­ in  W a h r u n g  d e r  R e c h te  der S e l b s t v e r w a l t u n g  
rich tsm inisters in  dessen ablehnenden Bescheid tun  wollen. H err  Kollege O t to  weiß schon im 
au f die Beschwerde der S tad tv e ro rd n e ten v e r­ v oraus ,  daß  H err  Kollege Klick, falls er gewählt 
sam m lung über die N ichtbestätigung der ersten werden sollte, nicht die Bestä tigung  erhalten  würde. 
W ahl zu eigen macht. D ie  V ersagung der Ich  wage m ir  darüber  kein Urteil zu erlauben.
B estätigung  w ird  von dem M in is te r und  der (Heiterkeit.)
Königlichen R eg ierung  begründet durch den D e r  E r la ß ,  auf den H e r r  Kollege O t to  hingewiesen 
H inw eis, daß  der S ta d tv .  D r. P en z ig  durch hat, ist nicht ein E r la ß  des heutigen K u ltusm in is ters ,  
W o rt und  S ch rift die Ansicht v e rtritt, d aß  der sondern des verstorbenen K u ltu sm in is te rs  Bosse. 
R elig ionsun terrich t au s  der Schule  zu  entfernen W ir  wissen ja  gar  nicht, ob nicht jetzt ganz andere 
u nd  durch einen M ora lu n te rrich t zu ersetzen sei. Grundsätze im  M in is te r ium  maßgebend s ind!
D ie  S tad tvero rdne tenversam m lung  erkennt (R ufe :  N a ,  n a !  —  Heiterkeit.)
nicht an , daß  diese Ansicht und  die B etä tig un g  W ir  haben in  der F rak t io n  sehr eingehend darüber 
derselben den S ta d tv .  D r . P enzig  ungeeignet gesprochen, und ich m u ß  I h n e n  offen sagen: es hat 
macht, a ls  M itg lied  der S ch u ldepu ta tio n  an u n s  M ü h e  gemacht, ein M itg l ied  zu finden,
der V erw altung  und  Beaufsichtigung der Schule (große Heiterkeit) 
zum  Nutzen der G em einde m itzuw irken, und  das  nicht a u s  der Landeskirche ausgetre ten  ist, und 
die V ersam m lung erhebt P ro te s t gegen die gegen das  m a n  nicht diejenigen V orw ürfe  erheben kann, 
V ersagung  der B estä tigung  a ls  eine M aßregel, die der H e r r  K u ltu sm in is te r  gegen H e r rn  Kollegen 
welche a ls  eine unbegründete Beschränkung der D r .  P en z ig  erhoben hat. W ir  sind nach reiflicher 
S elb stv erw altu ng  ausgefaßt w erden m uß. Überlegung zu dem durchaus ernst gemeinten V o r ­
(B rav o !) schlage gekommen, I h n e n  H e r rn  Kollegen Klick zur  
W ah l  zu empfehlen.
Vorsteher Rosenberg: I s t  dieser A n trag  von W enn mich etw as an  der Rede des H errn
5 H erren  unterschrieben, H e rr S ta d tv . O tto ? Kollegen O t to  gefreut hat, so ist es der Vorschlag, 
( S ta d tv .  O t to :  B i s  jetzt noch nicht!) von einer P e t i t io n  an  d a s  Preußische Abgeordneten­
Ich  m u ß  ihn au f die T ag eso rd nu ng  der nächsten h aus  Abstand zu nehm en, nicht n u r  weil eine 
S itzung  bringen und  kann ihn  heute nicht zulassen, solche P e t i t io n  aussichtslos ist, sondern weil w ir  u n s  
da nach der b isherigen P ra x is meiner M e in u n g  nach etwas vergeben würden, wenn 
(R ufe : Z u r  G eschäftsordnung! D ringlichkeit!) w ir  in  einer Sache, wo w ir  von vornherein wissen, 
d as  nicht zu läss ig .is t W enn  S ie  die D ringlichkeit daß  die überwiegend große M ehrhe i t  des Abge­
beantragen , ist d a s  e tw as anderes. ordnetenhauses auf seiten des M inis ter  steht, u n s  an  
dieses H a u s  überhaupt m it  e iner P e t i t io n  wenden 
S tad tv .  O t to :  I c h  w ürde in  diesem F a lle wollten. H e r r  Kollege O t to  ha t  die Hoffnung, daß 
die D ringlichkeit beantragen. der F a l l  im Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht 
w ird .  Ich  glaube das  auch; aber ich fürchte, es 
S tad tv . Hirsch: M eine  Herren, der Vorschlag, w ird  sehr wenig nützen. D ie  konservativ-klerikale 
H errn  Kollegen Klick in  die Schuldeputa tion  zu M ehrheit  wird die liberalen H erren , die die Nicht- 
wählen, ist durchaus ernsthaft zu nehmen. Dieser bcstätigung des Kollegen P enz ig  zur  Sprache bringen, 
Vorschlag kann auch nicht überraschend kommen, denn reden lassen, aber irgendwie praktische Erfolge werden 
ich erinnere mich, daß  ich bereits früher, a ls  wir die Reden nicht haben.
über die F ra g e  der Bestätigung u n s  unterhielten, N u n  schlägt H e r r  Kollege O t to  vor, daß wir 
I h n e n  vorgeschlagen habe, wenn H err  Kollege P ens ig  u n s  m it  dem Bescheide des M in is te rs  begnügen, d. H., 
wieder nicht bestätigt würde, um  noch schärfer Protest daß  wir die S te l le  bis zum l .  April  1908 u n ­
zu erheben, einen Sozia ldemokra ten  in die Schal« besetzt lassen. H e r r  Kollege O t to  wird  wohl selbst
deputation zu wählen. D e r  A n trag  bedeutet durch­ d as  G efühl gehabt haben, daß  dieser P a ssu s  in der 
a u s  nicht etwa, daß wir eine an sich ernsthafte A n tw ort  der R egierung  eine V e r h ö h n u n g  d e r
        
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