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Periodical volume 17. Januar 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

Magistrats erklären zu können, daß der Magistrat zahlen? ES wurde uns geantwortet: nein, per 
gemäß Ihrem Ersuchen handeln wird. Ich glaube Giro geht es nicht Darauf haben wir uns an den 
das um so mehr, meine Herren, als wir bereits da­ Magistrat Berlin gewandt, und hinterher ist uns 
nach handeln. Ich habe dem Herren Referenten ge­ dann bei einer andern Gelegenheit die Möglichkeit 
legentlich der vergangenen Sitzung der Stadtverord­ gegeben worden, per Giro an den Berliner Kasfen- 
neten mitgeteilt, daß wir über das Konto der Reichs­ verein zu zahlen. Da nun unglücklicherweise bei 
bank-Nebenstelle einen Betrag von über 9 Millionen dieser Zahlung — am l.  Oktober — ein Sonntag 
im letzten Jahre überwiesen haben. Ich möchte das dazwischen kam, so entstand eine geringfügige Zins­
aber dahin ergänzen, daß w ir weiter natürlich auch differenz, die wir nicht zahlten, und bezüglich dieser 
von unserm andern Bank-Konto sehr erhebliche Zinsdifferenz wurden dann Schreiben gewechselt. 
Summen überwiesen haben, und zwar ebenfalls einen Die Folge davon war. daß wir schließlich eine Zu­
Betrag von über 9 Millionen, und daß mir ferner schrift bekamen, die ich Ihnen verlesen möchte. Also, 
von unserm Konto auch seitens der Sparkasse jede die Sparkasse hatte es abgelehnt, per Giro weiter 
mögliche Zahlung, die nur irgendwie durch Girokonto mit uns zu verkehren, und es schreibt nun der Ma­
sich erledigen läßt, auf diese Weise erledigt haben. gistrat der Stadt Berlin folgendes:
Die Folge davon ist gewesen, daß wir im vergan­ M it Rücksicht aus die nicht unbedeutende 
genen Jahre die nette Summe von über 20 Millionen Mehrarbeit, die durch die dort gewünschte A rt 
Mark im Girowege überwiesen haben, und ich glaube, der Zahlungsabwicklung für die diesseitige Ver­
das ist auch bei den ungeheuren Zahlungen, die die waltung entsteht, wird die städtische Sparkasse 
Stadtyauptkasse geleistet hat, immerhin keine Kleinig­ sich in Zukunft darauf nicht mehr einlassen, 
keit Selbstverständlich wird es, wenn man noch sondern verlangen, daß die Werte für abge­
mehr in die Sache hineinsteigt, vielleicht möglich tretene Hypotheken an ihrer Kasse gezahlt wer­
sein, auch diese und jene ganz kleine Zahlung im den, auch die Hypothekenbriefe und Abtretungs­
Wege des Giros zu erledigen. Aber ich bemerke, urkunden erst nach ihrer vollen Befriedigung 
meine Herren, daß wir für die Prüfung der Rech­ herausgeben. W ir können es nur billi­
nung jedesmal einen Belag haben müssest, und daß gen, wenn das Kuratorium der Städtischen 
es sehr häufig der Fall seist kann, daß wir die Be­ Sparkasse zu seinem bewährten Verfahren zu­
läge, trotzdem wir gleichzeitig mit der Mitteilung, rückkehrt,
daß wir per Girokonto überwiesen haben, per Karte (hört, hört! — ach!) 
auffordern, uns die Quittung einzusenden, nicht da bei Beobachtung desselben Differenzen wie 
rechtzeitig bekommen werden. Immerhin werde ich die vorliegende nicht entstehen können.
diese Frage noch einmal eingehend prüfen. Ich Meine Herren, durch die Mitteilung dieses 
möchte aber von vornherein bemerken: es wird zu Falles möchte ich durchaus nicht etwa dokumentieren, 
diesem Zwecke wahrscheinlich notwendig sein, unsre daß ich auf diesem Standpunkt stehe; ich glaube, das 
jetzige Kassenanweisung abzuändern. Unsre Kassen­ geht aus meinen vorherigen Worten hervor. Aber 
anweisung schreibt in dieser Beziehung vor. daß die ich möchte nur damit zeigen, daß selbst der gute 
Quittung zuerst eingehen muß, und daß nachher erst Wille, per Giro zu zahlen, nicht immer zu einem 
die Zahlung geleistet wird. Ob das auch bei P ri­ Erfolge führt, und daß mir nicht immer per Giro 
vaten und bei kleinen Beträgen möglich sein wird, zahlen können.
möchte ich nicht unbedingt bejahen. Bei Behörden, Im  übrigen glaube ich, was ich privatim bereits 
meine Herren, zahlen wir per Giro schon heute vor dem Herrn Referenten zugesagt habe, noch einmal 
Eingang der Quittung; für die Revision gilt dann hier zusagen zu können, daß jede Zahlung, die 
zunächst das Buch der Reichsbank als Belag, und irgendwie auf dem Giroivcge geleistet werden kann, 
es wird hinterher geprüft, ob der Belag eingegan­ unsrerseits auch in dieser Weise abgewickelt werden 
gen ist. wird. Ich persönlich bin ein Feistd jedes Geld­
Im  übrigen aber möchte ich bemerken, daß es transportes und jeder Geldversendung und halte es 
bei einer Stadtgemeinde auch nicht so ohne weiteres für richtiger, soweit es irgend möglich ist, die Sache 
möglich ist. sämtliche Zahlungen per Giro zu ül er­ buchmäßig abzuwickeln, und dementsprechend habe ich 
weisen. Denn wie Sie wissen, haben wir eine Un­ auch allen Kassen Anweisung gegeben.
menge Zahlungen für kleine Leute, die an der Kasse 
abgeholt und an der Kasse bezahlt werden müssen. (Die Beratung wir geschlossen. Die Versamm­
Meine Herren, Sie alle werden nicht daran denken, lung beschließt dem Antrage gemäß.)
und keiner im Magistrat denkt daran, Geld unnötig 
zinslos liegen zu lassen. Deshalb ist es selbstver­ Vorsteher Rosenberg: Punkt 5 der Tagesordnung:
ständlich. daß ich dem Herrn Referenten die Ant­
wort, die er erwartet hat, nicht geben kann. Son­ V orlage betr Verstärkung des Rathausbau- 
dern wenn wir die Gelder bei der Deutschen Bank fonds — Drucksache 466 von 1905.
oder anderswo liegen haben, dann überweisen wir 
selbstverständlich direkt über dieses Konto, und das (Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. 
haben wir im vergangenen Jahre mit einem Betrag Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des 
von über i o  Millionen Mark getan. Magistrats, wie folgt:
Ich möchte aber noch das eine betonen, daß a) Für die in der abgedruckten Zusammenstellung 
selbst der gute Wille, immer per Giro zu überweisen, unter A und ß  aufgeführten nachträglichen 
doch bisweilen nichts nutzt. Es gibt immer noch baulichen Arbeiten und Ergänzungen der inneren 
Kassen, die ganz einfach verlangen, daß wir an der Ausstattung zum Rathausnestbau werden 
Kasse zahlen. Ich möchte Ihnen beispielsweise mit­ 35 300 M  nachbewilligt.
teilen, daß wir mit der Sparkasse Berlin seinerzeit b) Der vorgelegte Entwurf für die am Haupt­
eine Abwicklung im Hypothekenverkehr hatten. W ir eingange des Rathauses an der Berlinerstraße 
haben uns. wie jedesmal bei derartigen Abwicklun­ aufzustellenden beiden Kandelaber wird ge­
gen, zunächst dorthin gewandt und haben gefragt: nehmigt. Für die Ausführung werden 20000 JO 
wo sollen wir zahlen, und können wir per Giro nachbewilligt.
        
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