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Periodical volume 31. Oktober 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

das Wasserwerk in geordnetem Betriebe ist, dessen m ir zugeben, daß es eine einfache Sache ist, den 
'Verwaltung zu einer sehr einsachen wird. Es handelt Wünschen der Gasanstalt gerecht zu werden. Wenn 
sich dort nicht um komplizierte chemische Prozesse, eine besondere Wasserwerksdepulation besieht, so kann 
wie z. B. bei der Gasdarstellung; die ganzen Be­ sie doch mit der Gasdeputation übereinkommen, den 
triebsfragen konzentrieren sich schließlich auf den Koks zu kaufen und. wenn die Feuerungen nicht 
einen Punkt der Beschaffung der billigen Energie, danach eingerichtet sind, die Feuerungen entsprechend 
m it anderen Worten daraus: wieviel Kubikmeter einrichten. Sie kann der Gasanstalt noch immer 
Wasser können m it der Tonne Kohle gehoben und größere Preise zahlen, wenn der Markt es gestattet, 
gefördert werden? Und gerade diese Aufgabe ist es, als die auswärtigen Koksabnehmer es tun. Also 
welche die enge Fühlung m it anderen städtischen der Einsetzung einer besonderen Depatation steht in 
Verwaltungen wünschenswert macht. diesem Punkte nichts entgegen. Der Magistrat ist 
Die Stadt Charlottenburg ist einer der größten ja diejenige Behörde, in der eine Vereinigung' zwischen 
Kohlenabnehmer und Brennmaterialhändler, nicht den verschiedenen Ansichten der beiden Deputationen 
bloß in Charlottenburg, sondern auch in Berlin. herbeigeführt werden würde, wenn eine solche nötig 
Die großen Mengen von Koks, welche unsere Stadt werden sollte.
in der Gasanstalt gewinnt, müssen jetzt zu sehr Was das Rohrlegen anbetrifft, so ist es in der 
wesentlichen Teilen nach außen abgestoßen werden, Tat wünschenswert, daß nicht jede Verwaltung be­
um die Marktpreise hier nicht unnötig zu sonders ohne Rücksicht auf die andere vorgeht. Aber, 
drücken. Ich möchte Ihnen hierfür nur eine Zahl meine Herren, hier haben w ir es nicht bloß mit der 
angeben, daß nämlich die Differenz, zu der w ir im Gasdeputation, nicht bloß mit Gas- und Wasser­
vorigen Jahre Koks nach auswärts verkauft haben, rohren zu tun, sondern auch m it den Kabeln unseres 
gegenüber den Preisen, die w ir hier erzielt hätten, Elektrizitätswerkes. W ir haben jetzt schon den 
eine Mindereinnahme von circa 130 000 J l darstellt. dringenden Wunsch, daß nicht eine jede Verwaltung 
Sie weiden daraus schon ersehen, wie wichtig es ist, ohne Rücksicht auf die andere ihre Rohre verlegt, 
wenn w ir einen größeren Brennstoffkonsumenten sondern daß die Verwaltungen hübsch zusammengehen. 
innerhalb des Wirtschaftsbereichs der Stadt selbst Noch vor kurzem hat der Magistrat eine Verfügung 
gewinnen. Also dieser Punkt allein wäre schon der dahin erlassen, daß die Dezernenten darauf zu achten 
Beachtung wert. und gegenseitig sich ins Benehmen zu setzen haben. 
Es kommt aber weiter hinzu, daß die Ver­ Es kommt hinzu, daß w ir die Straßenbaupolizei 
waltung des Rohrnetzes nicht bloß in vieler Beziehung bekommen, sodaß w ir die ganze Sache in der Hand 
Berührungspunkte mit der städtischen Gasverwaltung haben, daß der Sammelstelle stets die Anträge der 
bietet- sondern auch an vielen Stellen Kollisions- einzelnen Deputationen bekannt sind, und daß sie 
punkte. Um nach der Richtung hin unnütze und daher in der Lage ist. auch bei den andern Ver­
doppelte Arbeit zu vermeiden, ist es durchaus waltungen anzufragen, ob nicht deren Verlegung der 
wünschenswert, daß irgendeine Form des Zusammen- Rohre gleichzeitig geschehen kann. Also auch wegen 
gehens gefunden wird. dieses Punktes ist es nicht notwendig, die Arbeiten 
Es' sind weiter inbezug auf die Erhebung der der Wasserwerksverwaltung der Gatzdeputation zu 
Waffergelder, inbezug auf die Abnahme der Wasser- übertragen.
messcr, inbezug auf die jetzt bestehende Rohrinspektion Bezüglich der Revierinspektionen und des Ab­
überall Ersparungen und Vereinfachungen durch ein lesens der Gasmesser, meint Herr D r. Frank, daß 
Zusammenwirken möglich. Ich glaube deshalb, daß man auch hier eine Übertragung vornehmen könnte. 
es sich empfehlen würde —  und ich möchte auch an Das Ablesen der Waffenneffen wird sich auch ein­
den Magistrat nach dieser Richtung das Ersuchen heitlich regeln lassen, wenn es nötig sein sollte. Ich 
stellen — , daß, bevor der heutige Magistralsaulrag meine, was sich in diesen Fällen unter Zusammen­
pure zur Annahme gelangt, die Sache noch einmal fassung in eine Deputation machen läßt, das läßt 
an einen Ausschuß verwiesen wird, damit eben sich auch durchführen, wenn w ir zwei Deputationen 
irgend ein Modus geschaffen werde, nach dem beide haben. Es steht dem nichts im Wege, wenn es sich 
Verwaltungsdeputationen, ohne in ihrem speziellen als praktisch herausstellt, daß w ir den Revierinspektionen 
Wirkungskreise beschränkt zu werden, doch im finan­ der Gasanstalt das Ablesen der Wassermesser über­
ziellen ' Interesse der Stadt zusammen schaffen, tragen, dies zu tun, ob w ir nun zwei oder eine 
eventuell auch gemeinsam arbeiten können. Deputation haben. Andererseits wenn es unpraktisch 
sein sollte, müssen w ir es in dem einen wie in dem 
Oberbürgermeister Schustehrus: Meine Herren, anderen Falle lassen.
der Herr Vorredner hat sicherlich Recht, daß eine Herr D r. Frank hat dann noch in der per­
ganze Reihe von Berührungspunkten zwischen den sönlichen Rücksprache, die er mit m ir hatte, aus­
beiden Deputationen, wie w ir sie haben wollen, geführt, daß man ein Laboratorium in den Gas­
bestehen, zwischen der Gasdeputation und der für die werken zur Untersuchung aller möglichen chemischen 
Wasserwerke. Er hat die einzelnen Berührungspunkte Substanzen gleichfalls für das Wasserwerk benutzen 
auch aufgeführt. Ich möchte darauf eingehen, um könnte. Es steht dem nichts im Wege, daß ein 
Ihnen nachzuweisen, daß die Arbeiten, die sich in Laboratorium für die Wasserwerke in dem Labora- 
diesen Berührungspunkten treffen, gemeinsam erledigt ralorium für die Gasanstalt geschaffen wird. Auch 
werden können, auch wenn zwei Deputationen neben­ das wäre kein Grund, die besondere Wasserwerks- 
einander bestehen. deputation abzulehnen.
Was die Koksfrage anbetrifft, so klagt die Gas­ Herr Dr. Frank hat die Freundlichkeit gehabt, 
anstalt darüber, daß sie heute eine große Zahl von vorher mit m ir über diese Sache zu sprechen, bevor 
Kubikmetern Koks nach auswärts zu billigen Preisen sie an den Magistrat kam. Ich habe Veranlassung 
verkaufen muß. während sie finanziell besser abschneiden genommen, aus diese Dinge — mit Ausnahme des 
würde, wenn sie den Koks zu etwas teurerem Preise Laboratoriums —  hinzuweisen, und der Magistrat hat 
an die hiesigen Verwaltungen verkaufen würde, z. B. sich dahin schlüssig gemacht, den Standpunkt einzu­
an die Wasserwerke. Nun, meine Herren, muß man nehmen, den ich eben charakterisiert habe, weil es
        
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