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Periodical volume 10. Januar 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

S i a a t  eine Last auf  die Gemeinden abschieben will. viele M ill ionen  dazu gehören, um  die S t i f tu n g  
I c h  gebe ihm darin  Recht. Ader mir leben doch in vollem M a ß e  aufzubauen und  in Betrieb  zu 
leider in  einem solchen S t a a t ,  uni) wenn so etwas erhalten, wie sie gedacht ist; w ir  geben n u r  einen 
der S t a a t  nicht lut, nun , dann  m u ß  es wo möglich verschwindenden Teil dazu, sodass wir gar  nicht in 
die Gemeinde Inn! D a s  sann  u n s  also nicht ver­ die Lage kommen werden, große F orderungen  zu 
anlassen. die Gemeinde von solchen Bestrebungen z» stellen, wie wenn wir m i t  unserem eigenen’ Gelde 
entbinden. „ . . die ganze S t i f tu n g  erbauten  und unterhielten. Ich  
W a s  n u n  die A ufnahm e der S ä u g l in g e  in die weise auch daraus hin, daß es von sehr großem 
Anstalt a n l a n g t , - - - - - - - Interesse für die S t a d t  Eharlo ttcnburg  ist, wenn 
(Andauernde Unruhe. Glocke des Vorstehers.) 30 gra uen be tte n  und  30 Kinderbetten nach unserer 
S t a d t  kommen; das  ist auch nicht zn vergessen. 
Vorsteher Nosenberg: Ich  m u ß  mit R uhe bitten, M eine  H erren, wenn wir große Forderungen  stellen 
meine H erre n ;  ich kann den H e r rn  R edner  hier oben wollten, dann  könnte ja jedermann, der seinerseits 
nicht verstehen. l o o o o o  M  zu der Sache stiftet, ebenso erhebliche F o r ­
S tabt«. Dr. Zepler (for tfah rend))  —  so wird derungen stellen, und dann  dürste doch der ganze 
sie ja  der öffentlichen Kritik  unterliegen. I m  übrigen Zweck der S t i f tu n g  e tw as  gefährdet sein. D a ß  wir 
fürchte ich nicht, daß die I l le g i t im e n  benachteiligt u n s  einen gewissen E influß , einen in dem richtigen 
werden. D e n n  d a s  I n s t i t u t  soll ja  nicht blos eine M a ß e  beschränkten Einfluß  vorbehalten werden, das 
wohltätige V eransta ltung , sondern zugleich eine wissen- wird in dem Vertrage, der abzuschließen sein wird, 
fchafilich'e Versuchsstation fein, und  zum Experimen­ zu beachten sein. D a ß  das  Komitee auch gewillt ist, 
tieren w aren  den H erren  da oben die I l le g i t im e n  meine Herren, den Charlo ttenburger Wünschen ent­
im m er noch gut genug. I n  der Beziehung habe ich gegenzukommen, das  gebt schon d a ra u s  hervor, daß 
also weniger Bedenken. W enn  etw as derartiges ein­ in das  vorbereitende Komitee schon drei von uns  
tr i t t ,  so werden w ir  darüber  auch mitsprechen müssen. hineingewählt sind, nämlich H err  Bürgermeister 
K u rzum  —  ich will die D eba tte  nicht lange auf­ M a i l in g ,  H e r r  S tadtverordneteuvorsteher Rosenberg 
halten — , auch w ir  werden natürlich fü r  die Ausschuß- und  ich.
beratnng  stimmen. E s  handelt sich hier, meine Herren, um  ein 
Vorsteher Rosenberg: I h r e  letzte Bemerkung, eminent wissenschaftliches I n s t i t u t  —  und darauf  
H e r r  S ta d tv .  D r .  Zepler, bezüglich der illegitimen lege ich gerade großes Gewicht. Ich  glaube, das 
K inder habe ich nicht genau gehört;  ich behalte m ir  kann der ganzen Sache m ir  F reun de  gewinnen, daß 
vor. d a rau f  zurückzukommen, wenn  der stenographische es ein wissenschaftliches I n s t i t u t  sein soll, d as  auf 
Bericht vorliegt. durchaus wissenschaftlichen G rund lagen  die N a t u r ­gesetze untersuchen soll, die heute noch nicht geklärtsind, 
Oberbürgermeister Schnstehms: M eine  H erren, und  die vorliegen fü r  die E rn ä h ru n g  der S äu g l ing e  
ich habe m it  F reud e  K e n n tn is  genommen von der und  zu r  Bekämpfung der Sterblichkeit, die nicht n u r  
wohlwollenden S te l lu n g ,  die S i e  zu der M a g is tra ts v o r ­ C yario tteuburg  angeht, meine H erren, sondern - 
lage e ingenom men haben. Ich  kann auch versichern, da hat H err  Dr. Zep te r  Recht —  die unser ganzes 
daß eine A u to r i tä t  auf diesem Gebiete —  das  möchte V a te r lan d  angeht. E s  ist nicht n u r  eine lokale E in ­
ich besonders H e r rn  S t a d tv .  D r .  S p ieg e l  gegenüber richtung, die hier geschaffen wird, sondern eine na t io ­
betonen —  sich dahin  geäußert  h a t  —  nämlich H e r r  nale  E inrichtung, die unser ganzes Volk in  allen 
G eh e im ra t  H eubner  von der B er l ine r  Universität — , Schichten angeht. D ie  Erfahrungen , die hier ge­
daß zw ar auf diesem Gebiete verwandte Bestrebungen wonnen werden in ernster wissenschaftlicher Arbeit, 
von  einzelnen Anstalten  verfolgt werden, daß  aber werden allen F am il ien  zu gute kommen, dem kleinen 
die wissenschaftliche und  systematische Erforschung der­ Arbeiter  sowohl wie dem reichen M ill ionär .  D a r a n  
jenigen F rage ,  über die heute merkwürdigerweise die sollten w ir  denken, wenn w ir  diese Sache, die gut 
ganze W elt  in  lebhaftem Kam pfe begriffen ist, nämlich ist —  das  ist anerkannt — , in s  Leben rufen helfen, 
welches N a h ru n g s m it te l  m an  den K indern  geben soll, und  deshalb sollten mir unsere Anforderungen nicht 
wenn sie nicht in  der glücklichen Lage sind, M u t t e r ­ zu weit ausdehnen.
milch zu erhalten, —  daß  eine solche Anstalt  in dem I m  übrigen, meine Herren, möchte ich bei der 
g roßartigen  S in n e ,  wie sie zu r  Losung dieser F ra g e  vorgerückten S tu n d e  darauf  verzichten, aus weitere 
hier geplan t ist, in der W elt noch nicht existiert, und D in ge  einzugehen, die vorhin von den beiden Herren  
daß es eine großartige  I d e e  fei, die hier zur  A u s ­ angeregt sind. Ich  behalte m ir  vor, im Ausschüsse 
führung  komme. Vielleicht liegt es an  den A u s ­ d a r a u f  näher zurückzukommen.
führungen in  der V orlage, daß d as  nicht zum A u s ­
druck gekommen ist, weil die V orlage  wegen der Vorsteher Rosenberg: E s  haben sich jetzt noch 
nahe bevorstehenden Silberhochzeit des K aise rpaares  zum Worte gemeldet der H err  Bürgermeister und 
in  großer Eile  abgefaßt werden mußte. H err  S t a d t v ?  D r .  S tad thagen .  M i t  Rücksicht auf 
D a ß  eine Airsschußberatung bean trag t  werden das, w a s  der H err  Oberbürgermeister am Sch luß  
würde, ist bei der B edeutung  der Sache von u n s  seiner Rede gesagt hat. dürfte ich wenigstens an den 
erw arte t  w orden; d a s  halte ich für  selbstverständlich, H errn  S tad tverordne te»  wohl die Bitte  richten, die 
und  w ir  werden ja  dort Gelegenheit haben, eingehend Debatte nicht zu weit auszudehnen.
über diese D in ge  u n s  auszulassen und  u n s  gegen­ D e r  H err  Bürgermeister hat das  W ort.
seitig auszusprechen. A ber eines, meine H erren , 
möchte ich doch heute schon betonen. Ich  mochte den Bürgermeister M ailin g : Ic h  will Huch nicht 
A u sfüh rungen  des H errn  D r .  S p iege l  und  den um- weiter mich ausdehnen; ich halte mich aber fü r  ver­
fangrcidjcif  F ord erun ge n  gegenüber, die er stellt, doch pflichtet, auf die Worte des H errn  S ta d tv .  D r .  Zepter 
bitten, nicht auße r  acht zu lassen, daß diese S t i f tu n g ,  einzugehen, um  so mehr, a ls  sie m ir  eine sehr er­
die w ir  machen, ja nicht eine C harlo ttenburger  wünschte Gelegenheit bieten, einen V organg  in der 
S t i f tu n g  ist, die w ir  allein in Szene setzen. W ir  Versammlung vom 20. Dezember klarzustellen.
geben, meine H erren , n u r  einen sehr geringen Teil W ir  haben u n s  über die F rage , die H e r r  S ta d tv .  
zum Zustandekommen dieser S t i f t u n g ;  es werden D r .  Zepler angeregt hat —  Unterstützung schwangerer
        
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