Path:
Periodical volume 17. Oktober 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

r n   -----
Zulage  kommen würden  a ls  bei einer Renision des rungszulage  oder keine unm itte lbare  Abhilfe gegen 
N orm ale ta ts .  D esw egen  also, meine H erren , werden die Folgen  der Teuerung gewähren könne, es des­
meine F re u n d e  diesem A ntrage  in der vorliegenden wegen auch ungerechtfertigt sei, den B eam ten  eine 
Fassung  zustimmen. Z u lage  zu gewähren. A u s  den A usfüh run gen  von 
Freilich hatten w ir  es nicht fü r  ganz richtig, dam als  geht also schon hervor, daß diese D inge  in 
w a s  hier von einem der H erren  V o rredn e r  geäußert einem gewissen Zusam m enhange stehen. W enn  ich 
wurde, daß nunm ehr  alles Übrige dem M agis tra t  n u n  auf den A n tra g  auch nicht eingehen will, da 
überlassen bleiben kaun, sondern w ir  meinen, es er nicht zur Diskussion ficht, so möchte ich doch daran  
w äre doch auch wünschenswert, schon über bestimmte erinnern , daß entgegen dieser Auffassung, die dam als  
G ru nd la gen ,  wie die Zulagen  gew ährt  werden sollen, vom H e r rn  Bürgerm eister vertre ten  wurde, meine 
u n s  auszusprcchen. Und da sind w ir  der Ansicht, F reun de  der M e in u n g  waren, daß die S t a d t v e r ­
daß  darüber  wohl kein Zweifel bestehen wird, daß, w altung  allerdings allen A n la ß  hat, auch ernsthaft 
je n iedriger die E n t loh nu ng  ist, u m  so höher die darüber nachzudenken und  zu beraten, wie m an 
Zulage  ausfallen  soll, —  nicht wie es sonst bei M i t te l  und  Wege finden kann, den Fo lgen  der T e u ­
Revisionen des N o rm a le ta t s  der F a l l  ist, daß, je erung in der übrigen Bevölkerung entgegenzutreten. 
höher die Gehaltsstufe bereits ist, um  so höher dann  E s  wurde eine gemischte D e p u ta t io n  zur B e ra tu ng  
mich die Verbesserung im Gehalte  sein soll. I m  dieser F ra g e  eingesetzt. Diese D e p u ta t io n  besteht, 
Gegenteil  meinen wir, daß  gerade bei dieser T eue­ sie ha t  aber m eines Wissens noch keine Sitzung 
rungszu lage  die Z u lage  eine um  so größere sein gehabt. Ich  weiß nicht, ob der M ag is tra t  etwa erst 
m uß, je geringer die G eha lts -  und  Loynstufe ist, ein vollständiges P r o g r a m m  ausarbe i ten  und  dieser 
und  daß  bei den höchsten Lohnstufen sie zunächst D e p u ta t io n  vorlegen will, oder ob a u s  irgend welchen 
ü berhaup t wegfallen kann. D agegen  sind w ir  jedoch anderen  G rü n d e n  die D e p u ta t io n  bisher nicht zu ­
der M e in u n g /  daß fü r  die Bemessung der Zulage sammengerufen worden ist. M eine  F re u n d e  möchten 
lediglich die Lohn- oder G ehaltsstufe maßgebend d as  dringende Ersuchen an  den M a g is t ra t  richten, 
jein m uß  und  nicht irgend welche anderen  E r w ä ­ eine Sitzung dieser D ep u ta t io n  recht bald zu v e ran ­
gungen, die a u s  der persönlichen Lage des Betreffen­ lassen ; andern fa lls  w ürden  w ir  auch m it  selb­
den en tnom m en werden, maßgebend sein dürfen. ständigen A n trä gen  an d a s  P l e n u m  der V ersam m ­
E s  ist ist gewiß richtig, daß u n te r  den B eam ten  lung in der gedachten Richtung herantreten.
u nd  A rbeitern  m it  gleicher Gehaltsstufe sehr viele 
individuelle Verschiedenheiten vorkommen können und  S tad tv .  K au fm ann :  M eine  Herren, nachdem
vorkommen werden, daß  der eine u n te r  den gegen­ H err  Kollege F re u n d  seinen A ntrag  genau dahin de­
wärtigen Verhältnissen m ehr zu leiden ha t  a ls  ein klariert. daß er n u r  für  eine einmalige T eu e ru n g s­
anderer, je nach den besonderen Umständen. S o  zulage zurzeit stimme» wolle,
wenig w ir  aber diese besonderen Umstände im G e ­ (S ta d tv .  F re u n d :  Z urze i t! )  
halt  zum Ausdruck bringen können, so wenig können bitte ich S ie ,  doch dem Ausschußantrage I h r e  Z u ­
w ir  das  in gerechter Weise auch bei der T e u e ru n g s ­ stimmung zu geben. W ir  haben im Ausschuß lange 
zulage zum Ausdruck bringen. Und w ir  würden im über diese F ra g e  debattiert, und wir sind auf die 
Gegenteil, wenn w ir  au f  diese besonderen ind iv idu­ Einschaltung der W orte „ au f  W ide rru f"  a u s  G ründen  
ellen Verhältnisse eingehen und  Rücksicht nehmen gekommen, die I h n e n  der H e i r  Kollege Spiegel ja 
wollten, eine F ü lle  von Unzufriedenheit, w ahr­ angeführt hat. Ursprünglich lautete mein A n trag  
scheinlich auch durch ungerechte B eh an d lun g  eine ge­ dahin, diese T euerungszulage so lange zu gewähren, 
rechtfertigte Unzufriedenheit hervorrufen. D esw egen  bis eine Revision des N o rm a le ta ts  eintreten würde. 
möchten w ir  schon heute keinen Zweifel darüber A u s  den angeführten G ründen  haben wir davon 
lassen, daß w ir  einer solchen Abgrenzung der T e u ­ Abstand nehmen müssen, um die Lehrer nicht in G e ­
erungszulage, die aus andere M om ente  a ls  auf d as  fahr *it bringen, dieser Beihilfe nicht teilhaftig zu 
G e h a l t  Rücksicht n im m t, unsere Z u s t im m u n a  nicht werden. Audererie its haben w ir  mit vollem B e ­
geben können. wußtsein den Ausdruck „au f  W iderru f"  in den B e ­
D e r  von H errn  Kollegen D r.  Landsberger  ge­ schluß hineingebracht, weil w ir  damit festlegen wollten, 
stellte A n tra g  steht ja heute nicht zur  Debatte. daß es eines Gemeindebeschlusses bedarf, um  diese 
Im m e r h in  befindet er sich in einem gewissen Z u ­ Teuerungszulage außer  Kraft zu setzen. D a s  w ar  
sam menhange m it  dem ^G egens tande , der u n s  be­ unsere Absicht. D a  wir nicht in der Lage sind, au f  
schäftigt. A ls  H err  Kollege S p ieg e lan füh r te ,  daß  m a n  die längere Zeit eine E rhöhung  der Bezüge zu beschließen, 
an sich gerechtfertigten Bestrebungen, die Bezüge haben wir diese Fassung gewählt. E s  kann also n u r  
der Landlehrer  denen der städtischen Lehrer  gleichzu­ m it  Zustim m ung der S tadtverordnetenversam m lung 
stellen. au f  dem Wege zu verwirklichen versuche, der W iderruf  ausgesprochen werden.
daß m a n  die Bezüge der städtischen Lehrerschaft her­ N u n  möchte ich m ir  noch einige Bemerkungen 
abdrückt, m ußte  ich lebhaft auch an  A u sfüh rungen  zu den A usführungen  des H errn  Kollegen Borchardi 
denken, die seitens eines V er t re te rs  des M a g is tra ts  erlauben, der davon sprach, daß w ir  bestimmte N o r ­
bei der ersten B e ra tu n g  der T euerungszu lage  in men geben sollten, wie diese Teuerungszulage a u s z u ­
diesem S a a l e  gemacht wurden . D a m a l s  w urde vom gestalten wäre. D a iü b e r  haben w ir  u ns  im A u s ­
M ag is tra t  —  wenn ich nicht irre, vom H e r rn  schuß des längeren unterhalten. W ir  haben bestimmte 
Bürgerm eister —  m eines Erachtens m it  Recht da­ Prozentsätze für die Gehälter  angenommen, sind aber 
rau f  hingewiesen, daß  ja  un te r  der Teuerung  nicht nach längeren Debatten bei dem Entgegenkommen 
n u r  die städtischen B ea m ten  und  Arbeiter  zu leiden des M a g is tra ts  u n s  dahin schlüssig geworden, weil 
haben, sondern daß die gesamte städtische Bevölke­ eine Einmütigkeit zurzeit unmöglich herbeizuführen 
run g  in außerordentlich starkem, M a ß e  durch diese w ar,  es dem M ag is tra t  zu überlasten, u n s  einen 
T euerung  in Mitleidenschaft gezogen werde. D e r  Vorschlag zu machen. I c h  meine, w ir  können nicht 
H e r r  Bürgerm eister  zog aber d a ra u s  den Schluß, eher eine Kritik an der M agis tra tsvorlage  üben, bis 
daß —  ivie bei den Land- und  S ta d t lc h re rn  — , w ir  sie aucd in der H and  haben. S o l l ten  u n s  die 
da ja  die S t a d t  der übrigen Bevölkerung keine Teue­ Grundsätze, die der M ag is tra t  in der Vorlage zum
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.