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Periodical volume 3. Oktober 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

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steht, und weil die Eisenbahndirektion sich über den Vorsteher Rosenberg: Der Antrag wird wohl 
Neubau des Bahnhofsgebäudes noch nicht hat schlüssig dahin geändert, daß anstatt „sofort" gesagt w ird : 
machen können. Würde das der Fall gerne,en sein, „so bald als möglich"?
würde die Eisenbahndirektion sich uns gegenüber (Zustimmung des Stadtv. Dr. Rothholz.)
willfährig erwiesen haben, dann würden die Ver­
hältnisse auf dem Stuttgarter Platz schon längst schön (Die Beratung wird geschlossen. Die Versamm­
und gut geordnet worden sein. lung beschließt nach dem Antrage des Stadtv. 
Was nun die 66-Pfeilerbrücke anbetrifft, so bitte Dr. Rothholz, wie fo lgt:
ich zu bedenken, daß sie zur Zeit noch ins Freie Der Magistrat wird ersucht, eine Vorlage ein­
führt, daß die Entwickelung unserer Stadt dort an zubringen, dahingehend, daß die Pflasterung 
der Stadtbahn ja zur Zeit ihr Ende erreicht hat. der Bürgersteige unter der 66.Pfeilerbrücke 
Drüben, jenseits der Stadtbahn, findet die Straße so bald als möglich in Angriff genommen wird.)
der 66-Pfeilcrbrücke ja nicht einmal eine Fortsetzung, 
wenigstens nicht eine Fortsetzung in vollständig regu­ Das Protokoll vollziehen heute die Herren 
lierten Straßen. Die Küstrinerstraße, die ihre Stadtv. Rackwitz, Dr. Rotholz und Dr. Nöthig. 
naturgemäße Fortsetzung bildet, ist noch gar nicht Punkt 18 der Tagesordnung:
reguliert. W ir beabsichtigen aber, diese Straße in 
ganz kurzer Zeit . zu regulieren, und wir hatten die V o rlag t betr. Annahme eines Vermächt­
Absicht, gleichzeitig mit der Regulierung der Küstriner nisses. — Drucksache 362.
Straße auch die Straße unter der 66-Pfcilerbrücke 
ordnungsmäßig herzustellen, und zwar nicht allein (Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. 
die Bürgersteige, sondern auch den Fahrdamm. Der Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des 
Fahrdamm ist, wenn ich das beides mit einander Magistrats, wie folgt:
vergleichen darf, vielleicht der am schlechtesten bedachte Das der Stadtgemeinde Charlottenburg von 
Teil der Straße. Nun haben sich wider Erwarten der Frau Luise Fehlow geb. Hoth ausgesetzte 
die Verhandlungen wegen der Regulierung der Vermächtnis von 1500 Mk. wird angenommen. 
Küstrinerstraße verzögert. Von Jahr zu Jahr Der Betrag ist dem Sonderetat 6 (Stiftungen, 
hoffen wir, die Verhandlungen zu Ende führen zu Vermächtnisse usw.) zuzuführen.)
können; wir haben uns aber in dieser Hoffnung ge­
täuscht. Darin stimme ich dem Herrn Antragsteller Punkt 19 der Tagesordnung:
wohl bei, daß wir die Verhältnisse nicht länger so 
werden bestehen lassen können, und wenn sich bis Vorlage betr. Verstärkung der Etatsnummer 
zum nächsten Frühjahr das Schicksal der Regulierung Sondcretat 1 Extraord 1—12 für 1905.
der Küstrinerstraße nicht entschieden haben sollte, Drucksache 361.
dann. würde ich meinen, müßte man auch ohne die 
Küstrinerstraße an die Straße der 66-Pfeilerbrücke (Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. 
herangehen. Das wird beabsichtigt. Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des Magistrats, wie fo lg t:
Nun wünscht aber der Herr Antragsteller, daß Die Position 12 des Abschnittes 1 des Ertra- 
der Magistrat ersucht werden soll. sofort die Bürger­ ordinariums des Kanalisationsetats für das 
steige herzustellen. Zu meinem Bedauern must ich Rechnungsjahr 1905 wird um 48 000 Mk. auf 
erklären: wir sind nicht in der Lage, einem solchen 676 ooo Mk. erhöht.)
Antrag zuzustimmen. Es gibt in diesem Jahr kein 
Straßenbaumaterial mehr; alle Lieferanten, die für Nunmehr unterbreche ich die öffentliche Sitzung.
uns liefern, haben ihre Lieferungen nicht rechtzeitig 
beendigen können; wir stehen in ganz.kurzer Frist (Die öffentliche Sitzung^ wird unterbrochen und 
vis-ä-vis de rien und können nicht einmal die nach kurzer Zeit wieder eröffnet.)
Straßenbaumaterialien, welche für die Herstellung 
der etatsmäßig bewilligten Straßenbauaussührungen Ich eröffne die öffentliche Sitzung wieder.
erforderlich sind, beschaffen, viel weniger noch zu Die Versammlung hat beschlossen, den Punkt 
anderen Bauausführungen, wozu die unter der 20 der Tagesordnung — Vorlage betr. Pachtung 
66-Pfeilerbrücke gehören würde. In  diesem Jahr von eisenbahnfiskalischem Dispositionsland in der 
vermögen wir also den Wunsch des Antragstellers Straße 17b—V —3 zwischen Wilmersdorfer- und 
nicht zu erfüllen. Wenn ich aber das Wort „sofort" Holtzendorfstraße, Drucksache 368 — in nichtöffent­
so verstehen darf, daß auch das nächste Frühjahr licher Sitzung zu verhandeln.
noch einbegriffen ist. dann, glaube ich, wird der An­ Ich schließe die öffentliche Sitzung.
trag Erfolg haben; ich glaube, dann wird der Ma­
gistrat dem Antrage Folge geben können. (Schluß der Sitzung io  Uhr io  Minuten.)
Druck von Adolf Gertz, Charlottenburg
        
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