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Periodical volume 29. März 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

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ohne w eiteres dem P la n e  einer irgendw ie genauer S ta d t ,  die sich in ih re r Lage m it unserer S ta d t  
skizzierten W ertzuw achssteuer ihre Z ustim m ung  geben C h arlo ttenburg  vergleichen k ann ? D a s  bestreite ich, 
werden. W a s  ich aber von Ih n e n  erw arten  kann ist m ir  w enigstens nicht bekannt. E s  handelt sich 
u nd  erw arte , ist, daß  S i e  ru n d h e rau s  erk lären : der um  vollkommen selbständig liegende G em einw esen, 
Gedanke der W ertzuw achssteuer ist ein an  sich ge­ die a lle rd ings derartige Experim ente machen können, 
sunder Gedanke, dem nahezutreten  die S t a d t  C h ar­ sie m ögen gut oder schlecht ausfallen . M eine 
lo ttenburg  V eran lassung  hat. D esw egen, weil w ir H erren , w ir gehören zu G ro ß -B erlin , w ir  haben 
dies von I h n e n  erw arten , haben w ir unsere R e­ dam it zu rechnen, daß w ir an  G ro ß -B erlin  stoßen, 
so lu tion  eingebracht, und  ich hoffe, daß  die M ehrh eit und  noch m ehr in  diesem F a lle  d am it zu rechnen, 
sie auch annehm en w ird. daß w ir an  andere G em einden  stoßen, die ebenso 
(B ra v o ! bei den S oz ia ldem okra ten .) wie w ir in  der Entwicklung begriffen sind. I n  dem 
M om ent, wo w ir die W ertzuw achssteuer einführen 
Stadtv. B r. Stadthagen: M eine H erren , ich w ürden, läge frag lo s die G efahr vor —  d arin  w ird  
ha lte  mich in  keiner Weise fü r  befugt, zu einer der­ m ir die M ehrh e it dieser V ersam m lung  zustim m en — , 
a r tig  wichtigen F ra g e  definitiv  S te llu n g  zu nehm en daß  die Entw icklung unserer S t a d t  gehem m t w ird. 
oder auch n u r  ein wesentliches U rte il d arüber abzu­ M ir  w enigstens erscheint das zweifellos. M a n  m ag 
geben. D a z u  gehört a lle rd in gs  ein lan ges S tu d iu m , die S p e k u la tio n  fü r überflüssig halten  —  ich g laube 
eine lange E rfah ru n g . Im m e rh in  kann ich es m ir aber, das w erden nicht alle tu n  — , m an  m ag ihre 
nicht versagen, gegenüber den A usfüh rungen  des Auswüchse bedauern , m an  m ag auch manchen hohen 
H errn  Kollegen D r. B orchard t doch au f einige G ew inn  b edau ern , den die S p e k u la tio n  d avo n träg t, 
P u n k te  einzugehen, die m einer M einu ng  nach nicht aber m an  m uß  d am it rechnen, daß m an  in  der 
vollkommen logisch die Konsequenzen getroffen haben, heutigen Z e it die S p ek u la tio n  in Grundstücken
die bei einer E in fü h ru n g  der W ertzuw achssteuer er­ braucht, um  eine Entwicklung des unbebauten
folgen w ürden . T e r ra in s  herbeizuführen. W ir  kommen d arum  nicht 
E s  w ar davon  die R ede, daß  es erstens m al herum , w enn w ir nicht au f ganz anderen  gesetz­
eine durchaus gerechte S te u e r  w äre. H ie rau f ist sa geberischen W egen gehen w ollten, w as w ir a ls  
H e rr Kollege D r .  B orchard t zuletzt eingegangen. einzelner V o ro rt doch w ohl nicht können.
D a  m uß  ich doch sagen: eine durchaus gerechte M eine  H erren , ich möchte mich, u m  nicht zu w eit au f 
S te u e r  d arf doch nicht n u r  den W ertzuw achs be­ die F ra g e  einzugehen, dahin  im  wesentlichen resüm ieren, 
rücksichtigen. sondern  m üßte auch die W ertm inderung  daß  w ir a ls  ein T eil G ro ß -B e rlin s  d as  E xperim en­
berücksichtigen, w enn m an  eben wirklich Gerechtigkeit tieren  zunächst anderen G em einden überlassen wollen,
w alten  lassen will. daß  w ir erst d ann  V eranlassung  haben, der F ra g e
(S ta d tv . D r . B o rchard t: S e h r  rich tig !) ernsthaft näherzu tre ten , wenn auch eine andere V o r­
M eine  H erren , es ist sonst im  S teuerw esen  nicht o rt-G em einde G ro ß -B e rlin s  ih r nähertre ten  w ird. 
üblich, daß  w ir bei D ifferenzen , die später ein tre ten , W enn  H e rr  Kollege B orchard t n u n  beton t h a t :  w ir 
d as , w as w ir früh er gew isserm aßen zuviel gezahlt w ollen ja  n u r  den M a g is tra t ersuchen, in  E r ­
haben, zurückbekommen. D a s  w äre ein solches w ägungen einzutreten , und  der M ag is tra t kann das 
N o vu m  im  S teuerw esen , wenn jem and , der d as  ja  garnicht tun , w enn w ir ihn  nicht besonders dazu 
erste M a l  eine W ertzuw achssteuer gezahlt hat, nach­ auffordern , wegen eines früheren  Beschlusses — , so 
her w ieder e tw as zurückerhält, weil der W ert des kann ich diesem A rg um en t durchaus nicht zustim m en. 
Grundstücks gesunken ist. daß  ich kaum glaube, daß Ich  nehm e doch an , daß  der M a g is tra t bei einer so 
einem derartigen  G edanken in  einer kom m unalen wichtigen F ra g e  —  denn fü r eine wichtige F ra g e  
Gesetzgebung nähergetreten  w erden kann. E s  kommt halte  ich sie auch —  natürlich  dauernd  sein A ugen­
fü r diese F ä lle  noch ein W eiteres hinzu. E s  braucht merk aus a lles richtet, w as in  dieser B eziehung in  
ja  nicht derselbe Besitzer zu sein, bei dem nachher anderen  großen S tä d te n  passiert. D a s  halte  ich fü r 
die H erabm inderung  des W ertes  e in tritt. S ie  sehen so selbstverständlich, daß  m an  darüber garnicht zu 
also, m eine H erren , w ir kommen da in technische sprechen braucht. D a ß  der M ag is tra t wegen des 
Schw ierigkeiten, die doch die F ra g e  der absoluten früheren  Beschlusses sich v e ran laß t fühle, dieser 
Gerechtigkeit dieser S te u e r  nicht a ls  zw eifellos er­ F ra g e  sein A ugenm erk nicht zuzuw enden, d a s  g laub t 
scheinen lassen. doch w ohl der H e rr Kollege D r. B orchard t selbst 
D a n n  h a t der H e rr Kollege D r . B orchard t nicht. A us diesen G rü nd en  können w ir, g laube ich, 
davon gesprochen, daß  der Umsatz in unbebauten  von der A nnahm e der R esolution  absehem
G rundstudien die S tad tg em ein d e  garnicht interessiere. Ich  b itte m eine F reu n d e , in  diesem S in n e  zu 
E r  h a t direkt gesagt: an  dem Umsatz der unbebau ten  stim m en.
Grundstücke, sow eit sie nicht zu r B ebauung  gelangen, 
h a t die S tad tg em ein d e  kein In te re sse . J a ,  meine Stadtv. Dr. Crüger: M eine  H erren , w enn eine 
H erren , von diesen Umsätzen haben w ir aber die Rede an  Ü berzeugungskraft dadurch gew innt, daß sie 
Umsatzsteuer. W enn  diese Umsätze nicht stattfinden, w iederholt vorgetragen w ird, d ann  m üßten  allerd ings 
d ann  fä llt die wirkliche Umsatzsteuer, die w ir jetzt die A u sfüh run gen  des H e rrn  D r . B orchard t u n s  
haben, fort. W enn H e rr  Kollege B orchard t die schon vollständig überzeugt haben. E in e r  der 
Umsatzsteuer gewisserm aßen erhöhen will durch die Kollegen hat behauptet, er hätte die Rede heute zum 
W ertzuw achssteuer zunächst auf unbebaute G ru n d ­ vierten M a le  gehört. Ich  glaube a lle rd ings auch, 
stücke, so w ird  er natürlich  die Umsätze noch w eiter daß ich mich schon in  der Z w angslage  befunden habe, 
erschweren, und. insow eit ein Umsatz nicht stattfindet, mindestens dreim al zu derartigen  A n trägen  hier das 
w ird  eine H erabm inderung  des S teu e rso lls  ein treten. W ort zu ergreifen. Ich  möchte heute —  w enn ich 
W eiter h a t er davon gesprochen, es sei in  auch keinen Fraktionsbeschluß h in ter m ir habe, so 
anderen  S tä d te n , wo m an  eine W ertzuw achssteuer glaube ich doch, sagen zu d ürfen : nam ens der weit, 
e ingeführt hat. kein H erabgang  des Umsatzes einge­ w eit überw iegenden M ehrheit m einer F reun de  die 
tre ten . N u n  kommen w ir eigentlich zu dem H a u p t­ E rk lärung  abgeben, daß w ir u n te r keinen U m ständen 
punkt: welche S tä d te  sind d a s ?  I s t  d a ru n te r  eine fü r den A n trag  des H errn  Kollegen D r . B orchardt
        
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