Path:
Periodical volume 28. März 1906

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1906

117
D r. Stadthagen. Doch möchte ich gerade auf eine die Überschreitung der fü r Freistellen an
Äußerung des Herrn Stadtverordneten D r. Crüger den höheren Lehranstalten zur Verfügung ge­
kurz eingehen, der zum Ausdruck brachte, daß er stellten l5 ° /0 der Schulgeldeinnahme bis zur 
fü r seine Person geneigt gewesen sei, auch heute Höhe von 3 %  zulässig ist, fa lls das M ehr
wieder seine Freunde fü r ein zustimmendes Votum durch Ersparnisse bei den Freistellen anderer 
zu beeinflussen. Ich habe ihn da offenbar ernster Anstalten gedeckt ist.
genommen als der H err Stadtv. Hirsch, der auch, Diese Resolution ist ursprünglich ein Antrag des
genau so wie dem M agistrat gegenüber, dem Herrn Magistrats, eine Erläuterung zum E tat gewesen. 
S tadtv. D r. Crüger gegenüber anzunehmen schien, D er Etatsausschuß war aber der Ansicht, daß es
daß es ihm nicht Ernst um die Sache gewesen und richtiger wäre, m it Rücksicht darauf, daß Erläute­
er eigentlich von vornherein zur Ablehnung ent­ rungen später im  E tat nicht abgedruckt werden, das, 
schlossen gewesen sei. Ich möchte S ie  jedenfalls was der M agistrat und auch der Ausschuß wünschen, 
bitten, meine Herren, sich nicht etwa nur aus der in die Form  einer Resolution zu kleiden.
A rt der Debatte, die sich heute vor Ihnen  abgespielt Im  übrigen kann ich S ie  nur bitten, den Etat 
hat. zu einem ablehnenden Votum  bestimmen zu m it diesen Abänderungen anzunehmen.
lassen, sondern wirklich aus sachlicher Überzeugung. 
S ie können davon überzeugt sein, wenn ich Ihnen Vorsteher Rosenberg: Das W ort ist zu Kap. I I  
erkläre, daß, selbst wenn S ie heute dem Antrage nur zu der Resolution I I  betr. die Vorschulen ver­
des S tadtv. Hirsch zustimmen würden. Ihnen  der langt. Indem  ich die Debatte fü r diese Resolution
M agistrat beim besten W illen nichts weiter sagen vorbehalte, lasse ich über Kap. I I  einschließlich der 
könnte, als was er Ihnen vor einem Jah r gesagt Resolution I  abstimmen.
hat. W ir haben doch zudem ein so reichliches 
Arbeitspensum vor uns, daß S ie  sich füglich m it (Kapitel I I  w ird in Ausgabe und Einnahme nach 
dieser Arbeit, die w ir  Ihnen  vor einem Jahre dem Voranschläge des Magistrats m it den vom 
geliefert haben, fü r einige Zeit begnügen könnten, Berichterstatter vorgetragenen Änderungen fest­
zumal, wie gesagt, sich tatsächlich seit jener Z e it in gestellt. Der vom Etatsausschuß vorgeschlagenen 
der Sachlage nichts verändert hat. Resolution I
D ie  Überschreitung der fü r Freistellen an 
(D ie Beratung w ird geschlossen. D ie von den den höheren Lehranstalten zur Verfügung 
Stadtv. Hirsch und Gen. eingebrachte Resolution: gestellten 15 °/0 der Schulgeldeinnahme ist 
D er M agistrat w ird ersucht, erneut die Frage bis zur Höhe von 3 %  zulässig, fa lls das 
der Bestellung von Arbeitern als Baukontrolleuren M ehr durch Ersparnisse bei den Freistellen 
in  Erwägung zu ziehen, anderer Anstalten gedeckt ist —  
w ird  abgelehnt.) stimmt die Versammlung zu.)
Vorsteher Rosenbrrg: W ir fahren fo rt m it Ich  eröffne jetzt die Diskussion über die Re­
solution N r. I I .
Kap I I .  Höhere Lehranstalten
Stadtv. D r. Stadthagcn: Meine Herren, die 
Beiichtcrstatter „Stadtv. Hirsch: D er Etatsaus­ Mehrzahl meiner Freunde können dieser Resolution 
schuß hat folgende Änderungen beschlossen: nicht zustimmen, aus Gründen die ja hier mehrfach 
Ausgaben. erörtert worden sind, sodaß ich mich kurz fassen 
I n  der B e s o ld un gs n a c hw e is u ng  treten fo l­ kann. M an  kann zu der Frage, ob es richtiger ist, 
gende Änderungen ein: alle Schüler zunächst in die Gemeindeschule zu 
N r. 96 ist fü r Oberlehrer N . N . zu setzen: Ober­ schicken und später ev. erst eine Trennung vorzu­
lehrer Dominik, R .-G ., Dieustalter 1. 4. 06. nehmen, prinzip ie ll eine Stellung haben, welche man 
Sollbetrag ändert sich nicht. wolle, man w ird doch aus gewissen Gründen zu 
N r. 100 soll lauten: Oberlehrer D r. Mosch 4400 M .  einer Ablehnung dieser Resolution kommen müssen. 
N r. 139 soll lauten: Vorschullehrer Blessin 3600 M .  Meine Herren, w ir müssen befürchten, wenn dieser 
N r. 140 soll lau ten: Turnlehrer Jsenbart 3350 M .  Resolution Rechnung getragen würde, daß die E n t­
Hierdurch erhöht sich der Ansatz wicklung unserer S tad t nicht in dem Maße weiter 
Abschn i t t  l erfolgen würde, wie die Entwicklung der um uns 
N r. 1— 147 — Besoldungen —  von 714057,50 M  herumliegenden anderen großen Vororte. Eine der­
auf 716 407,50 M . artige Frage prinzipieller N a tu r darf meines E r ­
Einmalige Ausgaben. achtens nickst von einem dieser Vororte allein gelöst 
A ls  neuer Abschnitt 20 (Kaiser-Friedrich-Schule) werden. Ich mache die Herren, die eine Sympathie 
ist einzustellen: fü r diese Resolution haben, die Herren der liberalen 
Beschaffung einer Zeichentafel. . . . 95 M .  Fraktion, darauf aufmerksam, daß sie selber auch in  
D ie Abschnitte 20— 24 werden Abschnitte 21— 25. den Beratungen des Etatsausschusses stets darauf 
Ferner hätte ich Ihnen  mitzuteilen, meine hingewiesen haben, daß w ir ein wirtschaftliches Ganzes 
Herren, daß sich der Ausschuß m it der Frage der m it Groß-Berlin bilden. Aus diesem Grunde allein 
Vorschulen kurz befaßt hat und Ihnen  empfiehlt, schon hege ich dieser Resolution gegenüber Bedenken. 
den M agistrat zu ersuche», bei Gründung W ir  können nicht erwarten, daß alle wohlhabenden 
neuer höherer Lehranstalten Vorschulen nicht Leute, die eventuell nach Charlottenburg ziehen wollen, 
mehr einzurichten. prinzip ie ll damit einverstanden sind, unter den jetzigen 
Diese Resolution, die ja im Sinne früherer Wunsche Verhältnissen ihre Kinder auf die Gemeindeschule 
der Stadtverordnetenversammlung gefaßt ist. bitte zu schicken. Es werden sich auch manche der wohl­
habenden Elemente veranlaßt sehen, ihren Wohnsitz 
ich S ie  anzunehmen.
Weiter bitte ich um Annahme einer Resolution, nicht hierher, sondern nach einem anderen Vorort 
wonach zu legen, wo dieser Zwang nicht besteht. Also ohne
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.