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Periodical volume 6. Dezember 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

möchte diesen Irrtum  nochmals zurückweisen. Es an unseren Ausschuß gewendet und als Charlotten­
besteht nicht die Absicht, ein Operntheater zu errichten, burger Mitbürger namentlich dem Bedenken Ausdruck 
sondern nur die Bühne so auszugestalten, daß sie gegeben, daß wir vielleicht zu knauserig mit Mitteln 
allen Ansprüchen an ein Theater genügen kann, daß waren und die Bühne nicht so genügend ausgestalten 
sie auch, im Falle eine Oper einmal gegeben werden würden, daß sie auch den Ansprüchen einer Stadt 
sollte, diesem Zweck entsprechen könnte. wie Charlottenburg ausreichend Rechnung tragen 
(Sehr richtig! bei den Liberalen.) könnte. Er bat uns darauf hingewiesen, daß Provinz­
Deshalb haben wir die Anlage eines unsichtbaren bühnen bereits Einrichtungen hätten, die vollkommener 
Orchesters vorsehen müssen. Wir können dann wohl wären. Ursprünglich halte auch die Schillertheater- 
die Hoffnung hegen, daß in den Sommermonaten Akliengesellschaft weitergehende Anträge gestellt; da 
diese Bühne populären Opernvorstellungen zugänglich wir aber mit der von der städtischen Behörde be­
gemacht wird, damit die Charlottenburger auch Ge­ willigten Summe von 2 150 000 c fl uns einzurichten 
legenheit haben, in einem besonders dazu hergerichteten hatten, so war es naturgemäß, daß wir bei der Ver­
herrlichen Hause Opernvorstellungen zu sehen. So­ gebung des Baues Abnrichc machen mußten. Herr 
weit über diese Petition. Gebauer machte uns auf die Wieder-Einstellung einer 
Eine zweite Petition, die mir heute hier erst Drehbühne beziehentlich einer Drehscheibe aufmerksam. 
zugestellt worden ist, steht aus einem ganz falschen Da wir nun im Ausschuß nicht in der Lage waren, 
Boden. Sie sagt: die Sache endgültig zu beurteilen nnd auch nicht 
Als neuestes Unternehmen baut die Stadt wollten, daß der Magistrat mit einer nochmaligen 
Charlottenburg das Schillertheater. Es wird Vorlage an die Versammlung heranträte, so hat der 
jedem einigermaßen sachlichen Beurteiler klar Ausschuß den Beschluß gefaßt, Ihnen zn empfehlen, 
sein, daß dieses Unternehmen in Charlotten­ eine weitere Summe von 30 000 Jl zu bewilligen 
burg auf ein selbständiges Bestehen in den und der von Ihnen eingesetzten gemischten Depuiaiion 
ersten 20 Jahren nicht zu rechnen hat. zur Erledigung der Angelegenheit des Schlllerlheaieis 
Meine Herren, der Anfang dieser Petition über­ zur Verfügung zu stellen, derart, daß. wenn die 
hebt mich wohl, darauf einzugehen; denn er verkennt Schillertht ater-Aktiengesellschaft in Gemeinschaft mit 
die ganze Situation. W ir haben bekanntlich das der bauführenden Fiima uns Anträge nach bi.fer 
Theater auf 25 Jabre verpachtet, es wird verzinst Richtung hin stellen würde, von deren Durchtübrbar- 
und amortisiert, und wir sind durch eine Kaution feit wir überzeugt sein würden, und wenn die Mittel 
sin ergestellt, so daß wir uns nicht zu beunruhigen zur Durchführung dieser Anträge ausreimen würden, 
brauchen. Diese Petition bedarf also keiner weiteren dann die von Ihnen eingesetzte gemischte Deputation 
Erwähnung. auch die Bewilligung dieser 30 000 ^  aussprechen darf.
Ich komme nun zu der Sache selbst. Die Vor­ Sämtliche Mittel, die wir neu bewilligen, und 
schläge, die der Magistrat gemacht hat zur Ausge­ zwar den Grund und Boden mit looo Jl pro 
staltung des Theaters, gehen" von dem Gesichtspunkte Quadratrute angerechnet, übernimmt die Schiller- 
ans, daß wir als Eigentümer des Theaters es auch theater-Aktiengeselischüft genau entsprechend dem Ver­
so Herrichten sollen, daß es für die Zukunft allen trage mit einer Verzinsung von 4,45 %, so daß die 
Ansprüchen genügt. Der Ausschuß empfiehlt Ihnen Stadtgemeinde auch hier nur ihren Kredit hergibt, 
aus diesem Grunde, die beantragten 270000 Jl zu um allmählich die ganze Sache im Wege der Amorti­
bewilligen. Er knüpft daran den weiteren Antrag sation zu erwerben.
unter i), von den bewilligten Positionen die einzelnen Ich bitte Sie nunmehr, meine Herren, indem 
Posten der NachbewiUigungen von 76 000 Jl (Punkt 1 Sie beide Petitionen als erledigt erklären, Ihrerseits 
der Magistratsvorlage) als gegenseitig übertragbar dem Magistratsantrage zuzustimmen mit der Er­
zu erklären. gänzung. daß die einzelnen bewilligten Posten von 
Ich erlaube mir hier, noch meinerseits den An­ insgesamt 76 000 Jl plus 128 ooo M — 204 ooo Jl 
trag hinzuzufügen — und ich glaube, es ist nur als gegenseitig übertragbar erklärt werden, und ferner 
einer zu schnellen Protokollierung des Ausschuß- zu genehmigen, daß im Sinne des Ausschußantrages 
resultates zuzuschreiben, daß es nicht in den Ans- weitere 30 ooo Jl zur Verfügung der gemischten 
schußbericht hineingekommen ist —, daß Sie nicht Deputation für die Erledigung der Angelegenheit 
allein die 76 000 Jl, die sich auf Bühneneinrichiunge» des Schillerthcaters gestellt werden.
beziehen, als gegenseitig überliagbar erklären, sondern 
auch die 128 000 Jl, die wir als Bausumme für den (Die Beratung wird geschlossen.)
Volksunterhaliungssaal bewilligt baoen.
Ich will hier bemerken, daß der Haus- und Vorsteher Rosenberg: Die Ausschußanträge auf 
Grundbesttzerveiein Bedenken hat, wir könnten mu Seite 667 der Vorlagen haben insofern Änderungen 
diesem Volksunterhalttingssaal den Saalbesitzern Kon­ erfahren, als es erstens nicht heißen soll: „a", „b", 
kurrenz machen. Dieses Bedenken setzt eine Un­ „c", „d", sondern im Anschluß an die Magistrats­
kenntnis unserer Vorlage voraus, da wir ausdrück­ vorlage: „5.", „6.", „7.", „8 ."; ferner soll Nr. 6 
lich einen Volksunterhaltungssaal nur unter der Be­ tauten:
dingung bauen: 6. die einzelnen Posten der Nachbewilligungen
Die Schillerthenter - Aktiengesellschaft darf den von 204 ooo Jl (Punkt 1 und 3 a der M a­
Saal nur zu Bolksunterhaltungs- und Volks- gistratsvorlage) werden als gegenseitig über­
bildungszwecken verwenden oder vergeben. tragbar erklärt; 
Damit ist jede Konkurrenz gegen die Saalbesitzer schließlich soll in Nr. 7 nicht gesagt werden: „der 
ausgeschlossen. Deputation zu a) wird die Ermächtigung erteilt", 
Meine Herren, einer unserer Milbürger, der im sondern: „der Deputation zu 5 wird "die Ermächti­
Bühnenbau Fachmann ist, hat sich nun mit noch gung erteilt".
weiteren Anträgen an den Ausschuß gewendet. Die 
Firma Gebauer hier, die sich vielfach mit Bühnen- (Die Versammlung beschließt nach den abge­
einrichlungen beschäftigt, hat durch ihren Chef sich änderten Anträgen des Ausschusses, wie folgt:
        
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