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Periodical volume 6. Dezember 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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2. Die wirklichen Ausgaben sind am Schluffe sich auf Abänderung der Stromlieferungsbediiigungen. 
des Rechnungsjahres aus dem Grnndstücks- Der Ausschuß hat keine Veranlassung gesehen, an der 
erwerbsfonds zu erstatten.) Hand dieser Petition eine Änderung der Strom 
lieserungsbedingungen zu befürworten, und erklärte 
Punkt 8 der Tagesordnung: deshalb denjenigen Teil des Schriftstückes, der eine 
Petition darstellt, als erledigt. Der zweite Teil dieses 
Bericht des Ausschusses über die Vorlage sehr umfangreichen Schriftstückes bringt mannigfache 
betr. Änderung des Tarifs für die Entnahme Beschwerden gegen die Verwaltung des Elektrizitäts­
von elektrischer Energie aus dem städtischen werkes. Aber auch diese konnte der Ausschuß als 
Elektrizitätswerk und Genehmigung eines erledigt ansehen, weil eine ähnliche Beschwerdeschrift 
Stromlieferungsvertrages. — Drucksachen 406 , vor kurzer Zeit dem Magistrat vorgelegen hat und 
489 . von dem Herrn Oberbürgermeister eine Erledigung 
in ablehnendem Sinne erfahren hat
Berichterstatter Stadlv. D r. Frcntzcl: Meine Außerdem ist zu dieser Vorlage noch eine 
Herren, ich habe Ihnen namens des Ausschusses zu Petition von einem Herrn Baumeister Hermann 
berichten über die Vorlage betr. Änderung des Tarifes Thöns eingegangen, die sich in erster Linie mit An­
für die Entnahme von elektrischer Energie aus dem trägen auf Änderung der Stromlieferungsbedingnngen 
städtischen Elektrizitätswerk und Genehmigung eines beschäftigt. Es ist, nachdem einmal eine gründliche 
Stromlieferungsvertrages. Sie wissen ja alle, worum Beratung dieser Stromlieferungsbedingungen statt­
es sich bei hieser Vorlage handelt. Obgleich es eine gefunden hat, keine Veranlassung, anläßlich dieser 
prinzipielle Änderung unserer Strvmlieferungsverträge Petition in eine neue Beratung einzutreten, und ich 
bedeutet, so handelt es sich im vorliegenden Falle mochte Sie bitten, auch dieses Schriftnück des Herrn 
einzig darum, mit dem Kaufhause des Westens einen Thöns, soweit es eine derartige Petition enthält, als 
Vertrag abzuschließen, weil vor der Hand andere erledigt zu erklären.
Abnehmer, welche in diese Kategorie fallen, noch 
nicht vorhanden sind. (Die Beratung wird geschloffen. Die Ver­
Es hatten sich bei der Beratung der Vorlage sammlung beschließt nach dem Antrage des Aus­
in einer der letzten Sitzungen einige Bedenken er­ schusses, wie folgt:
hoben, und der Ausschuß hat diese Bedenken geprüft; 1. Der zu § 10 der Stromlieferungsbedingungen 
sie bezogen sich im wesentlichen auf zwei Dinge. von 1904 gehörige Tarif für die Entnahme 
Es war die Befürchtung ausgesprochen, daß der von elektrischer Energie aus dem städtischen 
Preis, den das Kaufhaus des Westens im schlechtesten Elektrizitätswerk wird den im Anhange (Druck­
Falle bezahlen würde, so niedrig wäre, daß vielleicht seite 636) abgedruckten Bestimmungen ent­
das städtische Elektrizitätswerk bei diesem Preise sprechend abgeändert.
Schaden leiden könnte. Der Ausschuß hat von dem 2. Der in besonderer Mappe beigegebene Vertrag 
technischen Leiter des Elektrizitätswerkes hierüber mit dem Kaufhaus des Westens G. m. b. H. 
eingehende Aufklärungen erhalten und sich der An­ wird genehmigt.)
sicht angeschlossen, daß diese Gefahr in keiner Weise 
vorliegt, daß der Strom namentlich dann, wenn der­ Vorsteher Rosenberg: Ich stelle nunmehr fest, 
artige große Konsumenten an das Stromnetz ange­ daß die Versammlung über die beiden Petitionen, 
schlossen werden, sich so billig herstellen wird, daß die eingegangen sind, zur Tagesordnung überge­
immer ein wirtschaftlicher Vorteil für die Stadt gangen ist.
entstehen wird.
Es ivar weiter die Frage aufgeworfen, ob die Punkt 9 der Tagesordnung:
Kaution, die von dem Kaufhause des Westens zu 
stellen ist, genügt im Verhältnis zu den Opfern, die Bericht des Ausschusses über die Borlage 
von der Stadt Charlottenburg verlangt werden. betr. Gewährung eines einmaligen Beitrages 
Es ist auch darüber beraten worden. Es ist uns an die Kolonie Hoffnungstal — Druck­
angegeben worden, daß die Stadt Charlottenburg sachen 295, 440.
ein Risiko eigentlich gar nicht eingeht, weil das 
einzige, was sie auf ihre Kosten anschafft, das Kabel Berichterstatter Stadtv. D r. Penzig: Meine
ist, welches etwa 60000  JL  kostet; dieses Kabel Herren, die Angelegenheit ist Ihnen aus der vorigen 
aber dient nicht ausschließlich dem gedachten Zwecke Verhandlung bekannt. Die vom Magistrat bean­
allein, sondern auch für andere Anlagen wird es tragte Bewilligung eines Beitrages für die Kolonie 
verwertet, und binnen kurzem würde sich sowieso die Hoffnungstal, eine von den Ärbeiterkolonien, die 
Notwendigkeit ergeben, ein solches Kabel zu legen. von dem Pastor v. Bodelschwingh in der Nähe von 
Im  übrigen beträgt die Kaution, die gestellt wird, Berlin angelegt werden sollen, stieß hier im Plenum 
etwa ein'Drittel der Kosten, die das Kabel verur­ auf gewisse Schwierigkeiten, und Sie wiesen die 
sacht, sodaß auch nach dieser Rickstung alle Vorsichts­ Sache an einen Ausschuß.
maßregeln dem Ausschuß erfüllt schienen. Der Die Befürchtungen, die wesentlich hier geäußert 
Ausschuß ist zu dem Beschluß gekommen, Ihnen die wurden, und die dann auch im Ausschuß zum Aus­
Annahme der Magistratsvorlage und die Annahme druck kamen, waren die, daß zunächst einmal der 
des Vertrages mit dem Kaufhause des Westens zu ganze geistliche Charakter der Anstalt den städtischen 
empfehlen. Behörden ein gewisses Bedenken machte, ohne weiteres 
Außer dieser Ausgabe war durch Verfügung des städtische Gelder für diesen Zweck herzugeben, und 
Herrn Sladlverordnetenvorstehers noch die Behand­ man fragte sich, ob es nicht richtiger wäre, solche 
lung eines Schreibens eines Herrn Ernst Mündel in Dinge in eigene Regie zu nehmen. Andrerseits 
Charloltenburg dem Ausschuß überwiesen worden, gaben gewisse Ausführungen in der Begründung des 
eines Schreibens, welches teilweise eine Petition, teil­ Änttages Anlaß zu Bedenken, weil man daraus ent­
weise eine Beschwerde enthält. Die Petition richtet nehmen konnte, daß die Kolonie Hoffnungstal solche
        
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