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Periodical volume 15. November 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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Preußisch-Hessischen Eisenbahugemeinschaft zu in Berlin in früherer Zeit bei Schaufenstern gemacht 
Berlin ein weiteres Darlehn von 2 Millionen wurde. Dazu würden aber Bogenlampen erforderlich 
Mark für die Zwecke des Bismarckstraßen- sein, und diese müßten alltäglich neu bedient, die 
Unternehmens zu den durch Geuieindebeschluß darin befindlichen Kohlenstifte müßten jeden Tag er­
vom 15./16. Marz 1904 für die Aufnahme neuert werden. Das wäre eine sehr umständliche 
eines Darlehns von 5 M illionen Mark festge­ und ziemlich schwierige Operation, die indessen zu 
setzten Bedingungen zu entnehmen, machen ist.
2 . mit der Pensionskasse einen diesbezüglichen Ich w ill gern versprechen, daß diese Sache noch­
Nachtragsvertrag abzuschließen.) mals in der Baudeputation und sonst zur Sprache 
gebracht werden soll. Eine positive Erklärung kann 
Vorsteher Rosenbcrg: Zu Punkt 2 der Tages­ ich natürlich weiter hier nicht abgeben.
ordnung habe ich zu bemerken, daß der Ausschuß 
seine Vorberatung noch nicht beendet hat. Es wird Oberbürgermeister Schustehrns: Meine Herren, 
daher dieser Punkt von der Tagesordnung abzusetzen ich glaube, daß der Antrag des Herrn Stein und der 
sein. —  Die Versammlung ist damit einverstanden. übrigen Herren dem Bedürfnis entsprungen ist, mehr 
öffentliche Uhren in Charlottenburg zu haben, aus 
W ir kommen zu Punkt 3 der Tagesordnung: der Empfindung und dem Bewußtsein heraus, daß 
es nach dieser Richtung hin bei uns eben mangelt. 
Antrag der Stadtv. Stein und Gen. betr. Dies Bedürfnis und diese Empfindung erkenne ich in 
Beleuchtung der Rathansturmuhr. — Druck­ vollem Maße als gerechtfertigt an. Im  Schoße 
sache 397. unserer Verwaltung ist das auch bereits seit Jahren 
sehr mißlich empfunden worden. Schon vor drei 
Der Antrag lautet: oder vier Jahren ist ein Antrag zur Beseitigung 
Die Unterzeichneten beantragen, zu beschließen: dieses Mangels in der Tiefbaudcpntation einmal ge­
Der Magistrat wird ersucht, die elektrische stellt, damals aber abgelehnt worden. Die Stadt 
Beleuchtung der Rathansturmuhr während hat sich weiter ausgebreitet, und das Bedürfnis ist 
der Abend- und Nachtstunden veranlassen. größer geworden. Infolgedessen hat die Tiefbau- 
Stein, Bruns, Hildcbrandt, Sachs, Olbrich. deputation in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dem 
Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung 
Antragsteller Stadtv. Stein: Meine Herren, vorzuschlagen, ein ganzes Netz von öffentlichen 
durch ein Versehen ist mein Name hier an erste Normaluhren in der Stadt Charlottenburg aufzu­
Stelle gesetzt worden; eigentlich hätte der Kollege stellen. Eine diesbezügliche Vorlage, die dem Magistrat 
Bruns die Sache vertreten müssen, sie spricht aber morgen zur Beschlußfassung vorliegt, wird Ihnen 
wohl für sich selber. Wenn Sie durch die Berliner voraussichtlich bei der Etatsberatung zugehen. Wenn 
Straße abends gehen und nach dem Rathausturm in Sie dieser Vorlage zustimmen sollten, würde auch 
die Höhe gucken: — kein Licht? keine Uhr? — da am Wilhelmsplatz eine solche öffentliche Uhr ausge­
wundern Sie sich. Im  ersten Moment haben wir stellt werden, und diese könnte natürlich derartig ein­
auch gedacht, es wäre nur ein Versäumnis der Rat­ gerichtet werden, daß sie auch in der Nacht leuchtet 
hansbaukommission, daß nicht rechzeitig die Beleuch­ und man die Zeit auch in der Nacht von ihr ab­
tungseinrichtung getroffen worden sei. Es scheint lesen kann. Ich glaube, meine Herren, wenn Ihnen 
aber, daß die Beleuchtung überhaupt nicht stattfinden diese Vorlage zur Beurteilung unterliegen wird, 
soll. Ich glaube doch, daß es dringend notwendig werden Sie von dem Gedanken der Beleuchtung des 
ist. daß das geschieht, und stelle daher den Antrag, Ralhausturms abkommen, weil die Ausführung dieser 
daß der Magistrat gebeten wird, das zu veranlassen. Idee nach den von Herrn Stadtbaurat Bratring 
gemachten Mitteilungen so schwierig ist, daß w ir sie 
Stadtbaurat Bratring: Meine Herren, eine Be­ nicht werden verwirklichen können, auch wenn wir 
leuchtung der großen Uhr in unserem Rathausturm uns darum bemühen wollen. Ich möchte deshalb 
ist im Kostenanschläge und im Projekt nicht vorge­ anheimstellen, die gegebene Anregung zu vertagen, 
sehen. Es ist trotzdem damals beim Ban über diese bis die Vorlage in der Etatsberatung Ihnen unter­
Angelegenheit mehrfach verhandelt worden. Die Be­ breitet sein wird, oder sie durchgehen zu lassen, sich 
leuchtung ist unterblieben, weil die Architekten des aber damit einverstanden zu erklären, daß w ir sie 
Baues, die Herren Reinhardt und Süßenguth, durch erst mit dieser in Aussicht stehenden Vorlage 
diese Beleuchtung eine Verminderung der Monumen­ behandeln.
talität des Baues befürchteten. Nun ist allerdings 
heute die Sache sehr schwer nachzuholen. Ich gebe Stadtv. Döblet: Meine Herren, es liegt mir 
zu, daß man nach dem Vorgänge von Berlin ja den sehr daran, zu wissen, was die Glocke beim Magistrat 
Wunsch haben kann, es ebenso zu machen. Indessen geschlagen hat. und daher ist cs für mich die Haupt­
muß ich bemerken, daß unsere Zifferblätter, 4 m tut sache. daß die oben auf dem Turm sitzende Uhr be­
Durchmesser, von Bronze sind, daß das Loch, was leuchtet wird. Daß das große Schwierigkeiten 
sich dahinter befindet, ein Quadrat von ungefähr 2 m machen kann, gebe ich gerne zu; aber diese 
Durchmesser einnimmt. Man könnte freilich diese Schwierigkeiten sind nicht so groß, daß man sie nicht 
Zifferblätter aus Bronze beseitigen, man würde dann beseitigen könnte. Die Bronzetafeln werden eben 
aber auch noch das quadratische Loch beseitigen müssen, wieder herausgenommen Die Arbeit ist fertig, sie 
und das würde sehr große Schwierigkeiten machen: wird gleich geflickt, — heißt ein altes Sprichwort. I n  
es würde sehr schwierige Rüstungen erfordern, und diesem Fall ist es keine Flickerei, sondern eine Ver­
die Ausführung wäre sehr unangenehm. Nun gibt besserung. Die Bronzetafeln werden durch Glas­
es noch eine Manier, die Turmuhr zu beleuchten, tafeln ersetzt, und die Beleuchtung wird innen ange­
und das wäre von außen dadurch, daß man von den bracht. Daß dadurch eine ungünstige Veränderung 
Balkons Lampen im Bogen herüberführte und so in der Monumentalität eintreten könnte, das glaubt 
die Beleuchtung bewirkt, in ähnlicher Weise, wie das doch der Herr Baurat selber nicht, und die Architekten
        
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