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Periodical volume 1. November 1905

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1905

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wollen, mit Ja, diejenigen, welche das nicht wollen, nicht fertig geworden, sondern hat noch bis Ende 
mit Nein zu aniworten. April daran gearbeitet. Aus den Mitteilungen des 
Magistrats ergab sich zunächst, daß Herr Dr. Gundlach 
(Der Namensaufruf erfolgt. Es stimmen schon lange vor dem 1. Februar wiederholt darauf 
mit Ja  die Stadtverordneten i)r . Borchardt, Dörre, hingewiesen ist, daß die Arbeitszeit unter keinen 
Hirsch, Jander, Liebe, Mickler, Pasche, Sellin, Umständen verlängert werden würde, daß eine noch­
Vogel, malige Hinausschiebung des Ablieferungstermins, wie 
mit Nein die Stadtverordneten Barnemitz, Dr. Bauer, sie schon zweimal eingetreten war, nunmehr ausge­
Becker, Braune, Bruns, Callam, Dr. Crüger, schlossen sein müsse, da vor allen Dingen darauf zu 
Döbler, Foerslncr, Frantz, Dr. Frentzel, Freund, achten sei, daß das Werk zum Stadljubiläum vor­
Gredy, Dr. de Gruyter, Heim, Heiniann, Heise, liege. Der Magistrat versichert, daß nach den Er­
Hildevrandt, Holz. Dr. Hubatsch, Jolenberg, öffnungen. die Herrn Dr. Gundlach wiederholt ge­
Kaufmann, Leben. Lingner, Dr. v. Liszt, Mann, macht worden sind, er durchaus nicht im Zweifel 
Mehl, Mittag, Dr. Mommsen, Münch, Olbrich, sein konnte, daß die Zeit, die er etwa über den 
Otto, Dr. Penzig, Platz, Protze, Rackwitz, 1. Februar noch zu arbeiten haben würde, eben nicht 
Dr. Riet, Dr. Rose, Roseuberg, Rust. Sachs, als honorarfähig angesehen werden würde. Der 
Scholz, Schwarz, Dr. Spiegel. Sieln, Wenig. Magistrat hat weil über die Verpflichtung des Ver­
Das Ergebnis der Abstimmung wird ermittelt.) trages hinaus das Werk gefördert und mit allen 
Mitteln dafür zu sorgen sich bemüht, daß es recht­
Meine Herren, das Ergebnis der namentlichen zeitig fertig würde. Er hat dem Herrn Dr. Gundlach 
Abstimmung ist folgendes: es haben 46 Herren mit einen Stenographen gestellt, dem er diktieren konnte, 
Nein und 9 Herren mit Ja geantwortet. Der An­ der das Stenogramm dann für ihn in die gewöhnliche 
trag des Herrn Stadtverordneten Dr. Borchardt ist Schrift übertrug, der ihm jedes mühselige Schreib­
somit gefallen. werk abnahm. Der Magistrat hat ihm ferner einen 
Ich komme nunmehr zur Abstimmung über die zweiten Hilfsarbeiter zur Seite gestellt, um die zeit­
Magistratsvorlage mit den Modifikationen des Aus­ raubende Arbeit einer genauen Inhaltsübersicht ihm 
schusses. abzunehmen. Für die Darstellung der städtischen 
Verwaltung in der letzten Zeit hat der Magistrat an 
(Die Versammlung beschließt mit großer Mehr­ allen Verwaltungsstellen die nötigen Angaben zu­
heit nach dem Antrage des Ausschusses, wie folgt: sammenstellen und ausarbeiten lassen, hat diese dann 
I. Der durch den Gemeindebeschluß vom 12. Sep- noch dem statistischen Amt zur Revision und Er­
tembcr/5. Oktober 1904 — Drucksache 393 — gänzung übergeben und dieses so ausgearbeitete und 
zur Ausführung bestimmte Entwurf 11 des Pro­ vorbereitete Malend dem Verfasser zur Verfügung 
fessor Scbaede für die künstlerische Ausgestaltung gestellt. Wenn Herr Dr. Gundlach also nicht recht­
der Charlottenburger Brücke ist nicht zur Aus­ zeitig fertig geworden ist mit seinem Werk, — das 
führung zu bringen. war die Meinung des Ausschusses — dann ist er­
I I .  Der Ausführung der künstlerischen Ausgestaltung gänz allein daran schuld. Der Ausschuß ivar deshalb 
der Charlottenburger Brücke ist der vom Professor der Ansicht, daß von einer besonderen Honorierung 
Schaede angefertigte neue Entwurf vom 27. Ok­ der Zeit, die er über den vertragsmäßigen Ab­
tober 1905 (Entwurf V) zu Grunde zu legen. lieferungstermin hinaus gearbeitet hat. nicht zu 
I I I .  Die entstehenden Mehrkosten in Höhe von empfehlen sei.
129500 JC sind, wie folgt, zu decken: Dagegen empfiehlt der Ausschuß die Bewilligung 
a) mit 50 000 M. aus den voraussichtlichen der von dem Magistrat in Rücksicht auf die Tüchtigkeit 
Ersparnissen an den Brückenbaukosten, und den reichen Inha lt des Werkes beantragte Er­
b) mit 79500 J i aus Anleihemiltelu. höhung des Gesamthonorars um 4000 Jt. Ich 
IV. Der mit dem Professor Schaede abgeschlossene bitte, die Magistralsvorlage ohne jede Änderung nun­
Vertrag vom 7./16. April 1904 ist den An­ mehr anzunehmen.
trägen zu 1 und 2 entsprechend zu ändern. 
Hierbei wird die im § 5 des Vertrages festge­ (Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­
setzte Frist von einem Jahr zur Entscheidung sammlung beschließt nach dem Antrage des Aus­
über die Annahme des Entwurfs bis zum schusses, wie folgt:
2. Juni 1906 verlängert und im § l  die Dem Verfasser der Stadtgeschichte von Char- 
Summe der Kosten für die architektonische Aus­ lvttenburg, PrivatgeHhrtcn Dr. Gundlach, wird 
gestaltung auf 372500 M  erhöht.) eine außerordentliche Vergütung von 4000 Ji 
aus dem Dispositionsfonds Orb. Kap. I  
Punkt 4 der Tagesordnung: Abschn. 14 Nr. 1 für 1905 gewährt.)
Bericht des Ausschusses über die Vorlage  Vorsteher Rufenberg: Punkt 5 der Tagesordnung:
betr. Gewährung einer außerordentlichen V e r ­
gütung an den Verfasser der Stadtgeschichtc. Bericht des Ausschusses über die Vorlage, 
- •  Drucksachen 309, 385. betr. Erweiterung des städtischen Elektrizitäts­
werks. — Drucksachen 363, 386.
Berichterstatter Stadt» D r. Hubatsch: Meine 
Herren, der Ausschuß hat sich hauptsächlich mit der Berichterstatter Stadt». D r. Spiegel: Meine 
Frage zu beschäftigen gehabt, ob es angemessen sei, Herren, ich kann mich sehr kurz fassen. I n  der 
dem Verfasser der Stadtgeschichie, die Zeit, die er Sitzung des Ausschusses wurde zunächst die Bedürf­
über den Ablieferungstermin hinaus an seinem Werke nisfrage klargelegt. Es hat sich dabei herausgestellt, 
gearbeitet hat, zu honorieren oder nicht. Herr daß, wie in der vorigen Sitzung hier hervorgehoben 
Dr. Gundlach war verpflichtet, sei» Werk am wurde, die Übersicht über die Zunahme der An­
l.  Februar dieses Jahres abzuliefern; er ist aber schlüsse in Lampenwerten in der Tat nicht ein voll-
        
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